Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

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Abkürzungen | Anglizismen | Aussprache | Bedeutung | Dialekte | Flexion/Beugung | Fremdwörter | Genus | Getrennt- und Zusammenschreibung | Grammatik | Groß- und Kleinschreibung | Herkunft | Kasus | Konjunktiv | Literatur/Zitate | Namen | Plural | Pragmatik | Rechtschreibung | Redewendungen | Satzbau | Schrift | Sonstiges | Stil | Tempus | Vornamen | Wortbildung | Wortschatz | Zeichensetzung | Ziffern und Zahlen

Vorname Marti

[F] Beim hiesigen Standesamt wurde 1991 ein Knabe mit dem Vornamen Marti eingetragen. Ursprünglich hatten die Eltern den Namen mit -y schreiben wollen. Der Eintrag im »Internationalen Handbuch der Vornamen«, welches von Ihrer Gesellschaft herausgegeben und damals für die Beurkundung herangezogen wurde, besagt aber, dass Marty ein Vorname für ein Mädchen sei. Haben Sie vielleicht inzwischen neue Erkenntnisse? Es ist beabsichtigt, eine gerichtliche Berichtigung von Marti in Marty zu beantragen.

[A] Hinsichtlich der Vornamen Marti bzw. Marty gibt es heute tatsächlich neue Erkenntnisse; vor allem steht das große »Historische Deutsche Vornamenbuch« von Wilfried Seibicke zur Verfügung, das auch Belege über Eintragungen enthält.

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Vorname Legolas

[F] Wir möchten unseren Sohn Legolas nennen und bitten Sie, diesen Vornamen für das Standesamt zu bestätigen. Wir kennen den Namen aus dem Film »Der Herr der Ringe« und meinen, dass man ihn doch als Vornamen anerkennen kann.

[A] Da auch literarische Namen als reguläre Vornamen betrachtet werden können, sehen wir keine grundsätzliche Schwierigkeit, dass Sie Ihren Sohn Legolas nennen dürfen.

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Vorname Huckleberry

[F] Ich rufe aus einem Standesamt an. Eltern wollen ihrem Sohn den Vornamen Huckleberry geben. Ich kann ihn nirgends finden. Ist es überhaupt ein männlicher Vorname?

[A] Dies würde uns sehr wundern. Sicherlich ist Mark Twains literarische Gestalt des Huckleberry Finn allbekannt, doch Huckleberry ist weder im Englischen noch im Deutschen als Vorname anzusehen.

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Vorname Enola

[F] Unser kleiner Sonnenschein trägt den Namen Enola, und wir möchten nun wissen, was er bedeutet.

[A] Der weibliche Vorname Enola – gesprochen etwa [ihnola] – ist eine angloamerikanische Neubildung des 20. Jahrhunderts, deren Ursprung im Dunkeln liegt.

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Vorname Destiny

[F] Uns liegt diese Geburtsanzeige vor: Eltern möchten ihre Tochter Destiny nennen. Handelt es sich hier denn um einen Mädchennamen? Können wir Ihrer Meinung nach diesen Namen beurkunden?

[A] Dieser Ausdruck – das englische Wort destiny für ›Bestimmung, Schicksal‹ – hat sich in den letzten Jahren im angloamerikanischen Raum als Vorname durchgesetzt und besonders als Mädchenname verbreitet.

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Vorname Calotta

[F] Wir haben es schwer, den Namen, den wir für unsere Tochter vorgesehen haben, eintragen zu lassen: Calotta. Wir bitten um Ihre Unterstützung!

[A] In der uns zugänglichen Vornamenliteratur ist diese Namensform nicht bezeugt. Nun ist Calotta zwar der Form nach eindeutig weiblich, und die Ähnlichkeit mit dem Mädchenvornamen Carlotta ist so groß, dass man formal nichts gegen Calotta als weiblichen Vornamen einwenden könnte.

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Vorname Tiger

[F] Wir wollen unseren Jungen Tiger nennen. Das Standesamt will das aber nicht ohne Ihre Zustimmung zulassen, und so bitten wir Sie zu prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, unserem Wunsch zu entsprechen.

[A] Wir haben über zwanzig englische und angloamerikanische Vornamenbücher durchgesehen, aber nur in einem fanden wir einen Hinweis, dass Tiger in den Vereinigten Staaten gelegentlich (»occasionally«) als Vorname gebraucht wird.

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