Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

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Abkürzungen | Anglizismen | Aussprache | Bedeutung | Dialekte | Flexion/Beugung | Fremdwörter | Genus | Getrennt- und Zusammenschreibung | Grammatik | Groß- und Kleinschreibung | Herkunft | Kasus | Konjunktiv | Literatur/Zitate | Namen | Plural | Pragmatik | Rechtschreibung | Redewendungen | Satzbau | Schrift | Sonstiges | Stil | Tempus | Vornamen | Wortbildung | Wortschatz | Zeichensetzung | Ziffern und Zahlen

Wie wird die Endung -ig korrekt ausgesprochen?

[F] Immer wieder höre ich, dass Wörter mit der Buchstabenendung -ig wie z. B. lustig oder kräftig als lustich oder kräftich ausgesprochen werden. Ist das nicht eine umgangssprachliche Aussprache?

[A] In der Tat begegnet man häufig der Annahme, dass die Aussprache von -ig am Wortende als [ç] (also als ch wie in ich) eine nachlässige, nicht korrekte Artikulation sei – und doch handelt es sich dabei um die regelhafte Aussprache: Das Suffix -ig wird standardsprachlich im Wort- und Silbenauslaut als [ç] realisiert.

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Woher stammt der Ausdruck Schattenkabinett und was bedeutet er?

[F] Seit dem »Brexit« hören wir ihn – gefühlt – häufiger als vorher: Wie ist der Ausdruck Schattenkabinett zu erklären? Die uns zugänglichen Nachschlagewerke vermerken nur die Bedeutung.

[A] Im britischen Parlament ist es seit Ende des 19. Jahrhunderts üblich, dass die jeweilige Opposition die Mitglieder ihrer Führungsmannschaft nach Ressortzugehörigkeit aufteilt und der Regierung als sogenanntes Schattenkabinett gegenüberstellt.

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Wie heißt das Ding in Nationalfarben am Außenspiegel?

[F] Wie heißen diese Dinger in den Nationalfarben, die auf die Außenspiegel der Autos gezogen werden?

[A] Es gibt immer interessante Phänomene oder Dinge in der Welt, für die wir in einem bestimmten Moment nicht das rechte Wort haben (zum Beispiel das Gegenteil von durstig [sitt hat sich nicht durchgesetzt], das Ding, das im Supermarkt auf dem Band liegt, das Grüne an der Erdbeere).

In diesem Fall ist das ähnlich, dennoch gibt es eine offizielle Bezeichnung …

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Was bedeutet Unterpfand in der deutschen Nationalhymne?

[F] Was bedeutet der Ausdruck Unterpfand, wie er in der deutschen Nationalhymne »Einigkeit und Recht und Freiheit sind des Glückes Unterpfand« verwendet wird?

[A] Der Ausdruck Unterpfand hat zwei verschiedene Bedeutungen: Eine ältere ist die, bei der das Wort so viel wie ›Pfand, das dem Gläubiger als Bürgschaft für seine Forderung gegeben wird‹ meint. Doch ist dies auch in der Nationalhymne der Fall?

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Was steckt drin im Leberkäse – Leber? Käse?

[F] Als wir kürzlich von ausländischen Freunden gefragt wurden, worum es sich bei der Speise Leberkäse handelt, konnten wir das Wort nicht übersetzen. Eine Erklärung der Bezeichnung fiel dabei auch schwer: Es ist doch kein Käse, der Leber enthält – oder doch? Können Sie uns helfen?

[A] Leberkäse ist ein besonders in Süddeutschland und Österreich beliebtes Fleischgericht, das früher mit Kalbs- und Schweinsleber gebacken wurde, heute jedoch …

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Was bedeutet der Ausdruck Fahrt ins Blaue?

[F] Wie ist aus Ihrer Sicht der Ausdruck Fahrt ins Blaue zu erklären? Er soll wohl mit dem Anbau von Flachs, der ja blaue Blüten trägt, zu tun haben. Dies überzeugt mich nicht. Warum denn nicht eine »Fahrt ins Gelbe«, man denke an die im Frühling mit gelb blühendem Raps bedeckten Felder, oder, naheliegender noch, »Fahrt ins Grüne«?

[A] Gewiss, der Flachs oder Lein ist eine alte Kulturpflanze und trägt blaue Blüten, doch wir stimmen Ihnen zu: Der Ausdruck Fahrt ins Blaue ist anders zu erklären.

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Warum heißt es eigentlich sponsern und nicht sponsorn?

[F] Warum schreibt man korrekterweise sponsern statt sponsorn? Letztere Form scheint doch näher liegend, wenn man davon ausgeht, dass das Verb vom Substantiv Sponsor abgeleitet wird.

[A] Bei der Übernahme von Fremdwörtern in die deutsche Sprache und ihrer Angleichung stellt sich oft die Frage, wie die Verbform eines Nomens gebildet wird. Im Falle des aus den Substantiven Sponsor oder Sponsoring gebildeten Verbs kann exemplarisch ein Problemfall veranschaulicht werden.

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Kaffee to go – auch zum Mitnehmen

[F] Ist das nicht schlimm, dass man überall nur To go anstelle von Zum Mitnehmen oder so etwas liest? Wie kommt das zustande?

[A] Schlimm auf keinen Fall, ob es gefällt, ist eine andere Frage. Allerdings ist bei aufgenommenem Wortschatz aus fremden Sprachen immer zu fragen, ob und wie er verstanden bzw. missverstanden wird und von Nutzern dann umgedeutet und mit leichten Bedeutungsveränderungen vorkommt.

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