Glosse

Auf der letzten Seite des Sprachdienstes teilen wir in der »Glosse« unsere alltagssprachlichen Beobachtungen mit Ihnen. Hier kommentieren wir kreative Wortneuschöpfungen, unübliche Verwendungsweisen und kuriose Sprachphänomene. Lesen Sie selbst, welche amüsanten sprachlichen Auffälligkeiten uns in jüngster Zeit begegnet sind.

Eine eigene Handschrift

»Gasexplosionen haben …«, ja, was? Würde man Testpersonen dazu auffordern, diesen Satz zu vervollständigen, kämen sicher viele verschiedene Lösungen zustande, etwa »Gasexplosionen haben verheerende Folgen«, »Gasexplosionen haben eine große Wucht« usw., aber wohl nicht unbedingt »Gasexplosionen haben eine ganz eigene Handschrift«. Dieser Satz war unlängst in einer Fernsehdokumentation des Senders N24 zu vernehmen, und er …

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Gelerch

Es gibt Wörter, die über Jahre oder gar Jahrzehnte in Sprachbenutzern ruhen, ohne dass er oder sie sich der Kenntnis dieses Wortes bewusst ist. Ein schöner Zufall ist dann immer eine Wieder- oder Neubegegnung mit einem solchen Wort, ein plötzliches unvermitteltes Erinnern, oft im Zusammenhang mit der Frage, wie man so lange Zeit ohne dieses …

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Die Zeiten ändern sich

»Tempora mutantur et nos mutamur in illis«, wie es so schön auf Lateinisch heißt. Dass sich die Zeiten ändern und wir uns in ihnen, wollte wohl kaum jemand bestreiten, so dass der lateinische Spruch nach wie vor seine Gültigkeit besitzt. Aber nicht nur wir ändern uns in und mit den Zeiten, auch die Sprache tut …

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Sträng genommen …

… schreibt man das Adjektiv streng und das dazugehörige Substantiv Strenge natürlich mit e und nicht mit ä. Das wissen die meisten Menschen auch, dazu reicht wohl bereits das Absolvieren der Grundschulzeit aus. Dieses Wissen führt zu vielen korrekten Schreibungen, es führt aber auch zu Folgendem: Es wird massiv »über die Strenge geschlagen«. Zu bewundern …

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»Übersetzung Deutsch – Deutsch«

Auf den ersten Blick mag es vollkommen widersinnig, ja unmöglich erscheinen, eine Übersetzung von einer Sprache in dieselbe Sprache durchzuführen. Dennoch haben wir alle im Alltag schon mehr oder weniger leidvolle Erfahrung damit gemacht, wie verschiedengestaltig etwas »Deutsches« daherkommen kann. Ein recht extremes Beispiel dafür sind maschinell aus anderen Sprachen übersetzte Bedienungsanleitungen, die hier aber …

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Information

Wir leben in einer Informationsgesellschaft, was bedeutet, dass uns Tag und Nacht über alle möglichen Kanäle Informationen über Gott und die Welt zur Verfügung gestellt werden. Alle Anbieter von Informationen haben angesichts der Überfülle das Problem, mit ihren Informationen Aufmerksamkeit zu wecken und ein Publikum zu erreichen. Das funktioniert je nach Medium und Anbieter ganz …

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Melange

Dieses französische Wort ist in Österreich geläufig, dort bezeichnet es eine Kaffeezubereitung. Ursprünglich hat es die ganz unspezifische Bedeutung ›Mischung‹, bezogen auf das Getränk eine Mischung von Kaffee und Milch. Mischen oder vermengen kann man nun aber vielerlei, seien es Lebensmittel, Spielkarten, chemische Substanzen oder eben auch sprachliche Bausteine. Ein Beispiel für Letzteres fand sich …

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Von Wahlen, Walen und Wortspielen

Nun liegt sie hinter uns, die Hauptepisode des Wahljahres, das wieder einmal als Superwahljahr bezeichnet wurde, nämlich die Bundestagswahl. Es ist natürlich nicht überraschend, dass hier auch alle Medien zu großer Form aufliefen und die Wählerinnen und Wähler mit allerhand Duellen, Arenen oder Videoblogs informierten. Und womit ließe sich das Thema »Wahl« besonders sinnfällig illustrieren? …

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Wuling

Wer das Wort in der Überschrift nicht kennt, dürfte sich in zahlreicher Gesellschaft befinden. Hinten sieht es aus wie eine englische Verlaufsform, und vorne sieht es nach nichts aus, was Bestandteil der deutschen Hochsprache ist. Gibt man das Wort im Internet in eine Suchmaschine ein, erhält man viele Treffer, in der Mehrzahl (auch bei Beschränkung …

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Achtung, Fremdwort!

An und für sich ist gegen den Gebrauch von Fremdwörtern natürlich nichts einzuwenden. Sie sollten wie alle anderen Wörter auch mit Bedacht verwendet werden und auf eine Art und Weise, dass die Verständlichkeit nicht leidet. Das setzt jedoch zumindest voraus, dass die Person, die das Wort verwendet, sich selbst über die Gestalt des Wortes und …

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