Beiträge aus der »Muttersprache«

Alle in diesem Archiv veröffentlichten Beiträge sind der GfdS-Zeitschrift Muttersprache entnommen. Das Online-Heftarchiv wird ständig um weitere Ausgaben ergänzt.

Text- und Diskurshermeneutik

Der Beitrag behandelt einige grundsätzliche theoretische und methodologische Fragen der hermeneutischen Linguistik. Anhand eines Anwendungsbeispiels wird ein eigener textsemantischer Ansatz vorgestellt, die sogenannte Wortverbundanalyse, die auch für diskurssemantische Untersuchungen genutzt werden kann.

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Editorial der Heftherausgeber in der Muttersprache 1/2015

Auch eine altehrwürdige Zeitschrift wie die »Muttersprache«, die nunmehr im 125. Jahrgang erscheint, muss sich von Zeit zu Zeit den sich ändernden Gegebenheiten anpassen. Schon vor zwei Jahren haben wir daher festgelegt, dass jedes Jahr zumindest ein Themenheft erscheinen soll. Ab sofort wird es zwei weitere Veränderungen geben.

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Editorial der Heftherausgeber in der Muttersprache 4/2014

In den vergangenen Jahren hat man den Sport, insbesondere den Fußball, in vielen wissenschaftlichen Disziplinen als interessanten Gegenstand wissenschaftlicher Forschung entdeckt. Das gilt auch für die Linguistik. Die Herausgeber der »Muttersprache« haben deswegen beschlossen, der Sprache des Sports im Jahr der von der deutschen Fußballnationalmannschaft so erfolgreich absolvierten Weltmeisterschaft das diesjährige Themenheft zu widmen.

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Purismus in der Spracharbeit der Fruchtbringenden Gesellschaft?

Genau betrachtet, strebte die Fruchtbringende Gesellschaft in ihrer Spracharbeit nicht nach einem eigenständigen Fremdwortpurismus im modernen Sinne, sondern nach einer umfassenden renaissancehaften Reform des Gemeinen Deutsch, welche freilich auch auf Puritas, d. h. grammatische Richtigkeit und stilistische Reinheit, zielte. Die Hochsprache blieb jedoch an Eleganz und ein sprachliches Decorum gebunden, so dass etwa seit den vierziger Jahren des 17. Jahrhunderts auch unter Mitgliedern dieser Akademie wie Philipp von Zesen ein modischer barocker Purismus entstand, der allerdings innerhalb und außerhalb der Gesellschaft kritisiert und überwunden wurde.

Rather than modern purification of the vocabulary from foreign influences, the philological emphasis of the Fruchtbringende Gesellschaft was on a general reform of Early-Modern German, which, to be sure, also encompassed puritas, i. e., grammatical correctness and stylistic purity. Literary standard German was subject to the decorum and elegance of language, hence a fashionable purism of the Baroque style developed also among members of this academy, such as Philipp von Zesen. Eventually, criticism both from within and outside of the Society overcame such mannerist tendencies.

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»Nun so sage doch Freund, wie man Pedant uns verdeutscht.« Campes nachdenkliche Antwort

Der Wortpurismus des Spätaufklärers Joachim Heinrich Campe (17461818), der ein bedeutendes schriftstellerisches, pädagogisches und lexikographisches Werk vorgelegt hat, wird von Goethe und Schiller in ihren Xenien von 1796 einer literarisch inspirierten Kritik unterzogen. Diese Kritik ist hier Ausgangspunkt weiterer Überlegungen, wie das griechische und lateinische Worterbe zu tradieren sei. Dabei werden die erklärende und diskursive Arbeit Campes an den »fremden Wörtern« gewürdigt, sein Streben nach Ersatz problematisiert und seine erfolgreichen »eigensemantischen« Lehnbildungen registriert.

The word purism of Joachim Heinrich Campe (17461818), who presented a considerable literary, pedagogical and lexicographical work, has been criticized by Goethe and Schiller in their Xenien. In this article the critique serves as a starting point for further considerations about how Greek and Latin heritage can be transmitted into German. The present article recognizes Campe‘s explicative and discursive work on foreign words, it questions his striving for replacement, but also presents his successfully established »autosemantic« loan formations.

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Erfolge und Misserfolge des lexikalischen Purismus in Deutschland zur Zeit des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins und heute

Der dt. Sprachpurismus des Zweiten Kaiserreichs und der Weimarer Republik bestand nicht nur aus den Aktivitäten des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. Vielmehr ist der Blick auch auf die breit angelegten Vorarbeiten von Behörden und Institutionen (Heereswesen, Post, Eisenbahn, Gesetzgebung und Justiz) zu richten. Eine herausragende Rolle bei der Umsetzung der Ziele des Vereins in die Sprachpraxis der Deutschen spielten die Schulen: Mit Blick auf die berufliche Struktur seiner Mitgliederschaft könnte man den Verein geradezu einen Lehrer- und Beamtenverein nennen. Betrachtet man den dt. Purismus des 19./20. Jh.s nicht nur aus national begrenzter germanistischer Perspektive, so erweist er sich als die dt. Realisationsform vergleichbarer Bemühungen um »Sprachreform« und »Sprachplanung« vom 18. bis ins 20. Jh., die sich als »actions humaines sur les langues« (Fodor/Hagège/Fishman) in vielen europäischen Sprachnationen vollzogen haben. Im Einzelnen werden Wirkungsmöglichkeiten und -grenzen des dt. Purismus erörtert, wobei der zeitgenössische »allgemeine Normal-Nationalismus« (Nipperdey) eine wesentliche Rahmenbedingung bildet.

The German language purism during the Second Empire and the Weimar Republic was not only manifest in the activities of the General German Language Society (»Allgemeiner Deutscher Sprachverein«). To assess the movement correctly, it has to be taken into a broader view that encompasses work done by public authorities and institutions (military, postal system, railway system, government legislation, and justice). Schools played an important role in the implementation of General German Language Society‘s goals. In fact, in regard to the professional structure of its members, the Society could be seen as a teachers’ and civil servants’ association. When considering the German purism of the 19th and 20th centuries from beyond a nationally defined perspective, it becomes obvious that the purism was a German part of overarching efforts for »language reform« and »language planning« which were carried out as »actions humaines sur les langues« (Fodor/Hagège/Fishman) in many European language nations from the 18th to the 20th centuries. Outcomes and limits of the effects of the German purism will be discussed in detail; the contemporary »general normal-nationalism« (Nipperdey) will be part of the essential framework for this discussion.

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