Archiv »Muttersprache«

Hier finden Sie die Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Hefte inklusive Abstracts auf Deutsch und Englisch. Einige Heftinhalte sind bereits online verfügbar, diese können Sie über eine Verlinkung aufrufen.

Muttersprache 4/2014

Burkhardt, Armin
Vom Runden und vom Eckigen, in das es hinein muss. Zu den Bezeichnungen von Ball und Tor in der deutschen Fußballsprache

Blokisch, Simon
Live-Ticker im Fußball: Zur Inszenierung von Aktualität und Lebendigkeit

Beljutin, Roman
Metaphorische Projektionen im deutschen und russischen Sportdiskurs

Born, Joachim
Von Doppelsechs und Falscher Neun bis zum Bayern-Gen – MINT und Gentechnologie erobern die Sportsprache

Schlobinski, Peter/Uphoff, Franziska
100 Jahre Tour de France: Lexikalische Aspekte in der Berichterstattung

Rezensionen

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Editorial der Heftherausgeber in der Muttersprache 4/2014

In den vergangenen Jahren hat man den Sport, insbesondere den Fußball, in vielen wissenschaftlichen Disziplinen als interessanten Gegenstand wissenschaftlicher Forschung entdeckt. Das gilt auch für die Linguistik. Die Herausgeber der »Muttersprache« haben deswegen beschlossen, der Sprache des Sports im Jahr der von der deutschen Fußballnationalmannschaft so erfolgreich absolvierten Weltmeisterschaft das diesjährige Themenheft zu widmen.

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Muttersprache 3/2014

Zhao, Jin
Wissenschaftliche Texte in der Germanistikausbildung in China: Linguistische und didaktische Diskussionen

Polajnar, Janja
Bologna-Prozess: zur Wissenskonstitution zentraler lexikalisch-semantischer Einheiten im massenmedialen Diskurs

Huang, Chongling/Chen, Xiaoyun
Eine longitudinale Studie über die Lernmotivation chinesischer Germanistikstudenten

Chen, Qi
Informations- oder Gedächtnisträger? Eine kontrastive Untersuchung von deutschen und chinesischen Todesanzeigen

Betz, Anica/Radvan, Florian/Rothstein, Björn
Erforschung von Deutschheften als eine Ergänzung zu Lehrwerkanalysen? Ergebnisse einer Fallstudie

Rezensionen

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Muttersprache 2/2014

Neef, Martin
Das nächste Paradigma: Realistische Linguistik. Eine Ergänzung zum Beitrag »Wo stehen wir in der Grammatiktheorie?« von Wolfgang Sternefeld und Frank Richter

Spillner, Bernd
Publizität und Intimität: Die »Fröhliche-guten-Tag«-Anzeige als neue Presse-Textsorte

Gruntar Jermol, Ada
Einige Überlegungen zum Tempus und zum Aspekt – Ein deutsch-slowenischer Vergleich

Vural-Kara, Sergül
Fachsprachliche Terminologie als Übersetzungsproblem. Eine deutsch-türkische Untersuchung

Rezensionen

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Muttersprache 1/2014

Baten, Kristof/Lochtman, Katja
Das deutsche Kasussystem im Fremdsprachenerwerb: Ein Forschungsüberblick

Corbacho Sánchez, Alfonso
Die metaphorische Konzeptualisierung der Wirtschaft in touristischen Texten. Deutsch und Spanisch im Kontrast

Ünver, Şerife
Das Kulturverständnis von DaF-Lehramtsstudierenden

Krischke, Wolfgang
Auf schmalem Grad im Spießroutenlauf: Idiom-Fehlschreibungen zwischen Orthographieschwäche und Volksetymologie

Rezensionen

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Muttersprache 4/2013

Leuschner, Torsten
Der deutsche »Drang nach Osten«. Plädoyer für eine linguistisch fundierte historische Stereotypenforschung

Gruntar Jermol, Ada
Linguistisches Wissen als Conditio sine qua non beim Übersetzen juristischer Texte – Zur Bedeutung des Texttyps und der Textsorte im Recht

Schlosser, Horst Dieter
Ironismen und Euphemismen im semantischen Wandel

Kaziaba, Viktoria
Namensmasken im Internet. Anthroponymika in der deutschsprachigen ICQ-Kommunikation

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Muttersprache 3/2013

Burkhardt, Armin/Neef, Martin
Vorwort

Conermann, Klaus
Purismus in der Spracharbeit der Fruchtbringenden Gesellschaft? Zur Bedeutung von Richtigkeit und Reinheit in der Puritas- und Decorum-Rhetorik der deutschen Sprachreform im 17. Jahrhundert

Henne, Helmut
»Nun so sage doch Freund, wie man Pedant uns verdeutscht.« Campes nachdenkliche Antwort

Blume, Herbert
Erfolge und Misserfolge des lexikalischen Purismus in Deutschland zur Zeit des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins und heute

Takada, Hiroyuki
Entfernte Vorbilder. Die deutsche Sprachgeschichte und die Diskussion von 1868–1945 um die japanische Nationalsprache und -schrift

Rezensionen

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Purismus in der Spracharbeit der Fruchtbringenden Gesellschaft?

Genau betrachtet, strebte die Fruchtbringende Gesellschaft in ihrer Spracharbeit nicht nach einem eigenständigen Fremdwortpurismus im modernen Sinne, sondern nach einer umfassenden renaissancehaften Reform des Gemeinen Deutsch, welche freilich auch auf Puritas, d. h. grammatische Richtigkeit und stilistische Reinheit, zielte. Die Hochsprache blieb jedoch an Eleganz und ein sprachliches Decorum gebunden, so dass etwa seit den vierziger Jahren des 17. Jahrhunderts auch unter Mitgliedern dieser Akademie wie Philipp von Zesen ein modischer barocker Purismus entstand, der allerdings innerhalb und außerhalb der Gesellschaft kritisiert und überwunden wurde.

Rather than modern purification of the vocabulary from foreign influences, the philological emphasis of the Fruchtbringende Gesellschaft was on a general reform of Early-Modern German, which, to be sure, also encompassed puritas, i. e., grammatical correctness and stylistic purity. Literary standard German was subject to the decorum and elegance of language, hence a fashionable purism of the Baroque style developed also among members of this academy, such as Philipp von Zesen. Eventually, criticism both from within and outside of the Society overcame such mannerist tendencies.

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»Nun so sage doch Freund, wie man Pedant uns verdeutscht.« Campes nachdenkliche Antwort

Der Wortpurismus des Spätaufklärers Joachim Heinrich Campe (17461818), der ein bedeutendes schriftstellerisches, pädagogisches und lexikographisches Werk vorgelegt hat, wird von Goethe und Schiller in ihren Xenien von 1796 einer literarisch inspirierten Kritik unterzogen. Diese Kritik ist hier Ausgangspunkt weiterer Überlegungen, wie das griechische und lateinische Worterbe zu tradieren sei. Dabei werden die erklärende und diskursive Arbeit Campes an den »fremden Wörtern« gewürdigt, sein Streben nach Ersatz problematisiert und seine erfolgreichen »eigensemantischen« Lehnbildungen registriert.

The word purism of Joachim Heinrich Campe (17461818), who presented a considerable literary, pedagogical and lexicographical work, has been criticized by Goethe and Schiller in their Xenien. In this article the critique serves as a starting point for further considerations about how Greek and Latin heritage can be transmitted into German. The present article recognizes Campe‘s explicative and discursive work on foreign words, it questions his striving for replacement, but also presents his successfully established »autosemantic« loan formations.

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