Die Sprache des Hasses

Dr. Lutz Kuntzsch, Wiesbaden
Datum
22.03.2016
19:30 Uhr
Eine Veranstaltung von:

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Anschließend Führung durch die Ausstellung „HASS VERNICHTET“
von Irmela Mensah-Schramm
Aktives Museum, Spiegelgasse 11 (Ausstellungshaus)

Zum Inhalt:

Einige Publikationen setzen sich mit der Sprache des Nationalsozialismus oder des Rechtsradikalismus kritisch auseinander. Dies könnte glauben machen, wer Aktuelles zur Sprache des Hasses wissen möchte, brauche nur zu einem jüngst erschienenen Nachschlagewerk greifen. Weit gefehlt! Ein solches Kompendium gibt es ebenso wenig wie eine Sprache des Hasses.
Von Hass kündende Wörter und Sentenzen werden aus ganz unterschiedlichen Quellen gespeist. Weltanschauungen und religiöse Überzeugungen, die über die anderer gesetzt werden, schüren nur allzu oft den Hass auf alle anders Denkenden und Lebenden. Aber bedrückende Lebensverhältnisse oder verletzte persönliche Gefühle können sich ebenfalls in Hassäußerungen Bahn brechen, ohne, dass es dazu einer ideologischen Begründung bedürfte. In politischen Reden, aber auch in Gesprächen mit Freunden und Bekannten und besonders in den Neuen Medien begegnen uns oft Elemente der Kommunikation, die in unterschiedlichem Maße Gefühle der Feindseligkeit erkennen lassen. Hass kann verbal ausgedrückt werden, sich aber auch nonverbaler Zeichen bedienen – beispielsweise in Piktogrammen und Bildern, die andere herabwürdigen oder von Gewaltphantasien geprägt sind.
Ausgehend von der Wortgeschichte von „Hass“ und seinen Bedeutungsvarianten wird Dr. Lutz Kuntzsch unterschiedliche Zeichensetzungen des Hasses vorstellen.
Sein Vortrag lässt es damit jedoch nicht bewenden. Hass, in den Worten anderer zu entdecken, ist leicht. Etwas beschwerlicher ist es, die eigene Wortwahl kritisch zu hinterfragen. Auch in komplizierten Situationen angemessen und freundlich zu formulieren, will gelernt sein. Daran wird im Vortrag anhand von einigen Beispielen eindrücklich erinnert.

Zweigvorsitzender: Dr. Lutz Kuntzsch
Gesellschaft für deutsche Sprache
Spiegelgasse 7, 65183 Wiesbaden
Tel. 0611 9995522, Fax 0611 9995530
E-Mail: luku@gfds.de