Herkunft der Bezeichnung Knete für Geld

[F] Seit wann gibt es die Bezeichnung Knete für Geld?

[A] Wie so oft in Sprachfragen, lässt sich keine eindeutige Antwort finden.

Es lässt sich sagen, dass Knete ein relativ neues Wort ist, welches erst im 20. Jahrhundert entstanden ist. In älteren Wörterbüchern ist es nicht enthalten, vgl. Adelung, Johann: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Wien, 1807 ff.; Campe, Joachim: Wörterbuch der Deutschen Sprache, Braunschweig, 1807 ff.; Wörterbuch der deutschen Gegenwartssprache, Ruth Klappenbach, Wolfgang Steinitz (Hgg.), Berlin 1969 ff.

Erst relativ neue Wörterbücher verzeichnen Knete, dann auch mit der Bedeutung ’salopp für Geld‘, vgl. Brockhaus Wahrig, Deutsches Wörterbuch, Gerhard Wahrig u. a. (Hgg.), Wiesbaden, Stuttgart, 1980 ff.

Demzufolge kann diese Bedeutung und Verwendung höchstwahrscheinlich nicht schon im Mittelalter gebräuchlich gewesen sein. Mit derartigen Herleitungen aus dem Internet sollte man stets vorsichtig sein.

Die Bedeutung ‚Geld‘ scheint in den 1970er Jahren entstanden zu sein, wohl zunächst jugendsprachlich, vgl. Küpper, Heinz: Illustriertes Lexikon der deutschen Umgangssprache, Stuttgart, 1982 ff. In diesem Werk wird angegeben, dass die Verwendung daher rührt, dass die Knet- und Teigmasse, die zur Brotherstellung verwendet wird, ebenso lebensnotwendig ist wie Geld.
Eine andere Erklärung kommt daher, dass man sowohl Geld wie auch Knete als auch Geld längere Zeit in den Händen hält, deswegen wird Geld als Knete bezeichnet, vgl. Kluge, Friedrich: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, bearb. von Elmar Seebold, Berlin/New York, 2003.

Mit absoluter Sicherheit lässt sich die Herkunft aber nicht bestimmen. Heute ist Knete für Geld eine etablierte umgangssprachliche Bezeichnung.