Muttersprache 3/2016

Rothstein, Björn
Ein diskursbasierter Ansatz für das Semikolon

Der Aufsatz diskutiert die durchaus problematische Behandlung des Semikolons durch die amtliche Regelung, die wie folgt lautet: »Mit dem Semikolon drückt man einen höheren Grad der Abgrenzung aus als mit dem Komma und einen geringeren Grad der Abgrenzung als mit dem Punkt.« (Rat für
deutsche Rechtschreibung 2006: 89; § 80) Es wird gezeigt, dass die bisherigen linguistischen Ansätze und Ableitungen der amtlichen Regelung nicht in der Lage sind, seine Verwendung adäquat zu erklären. Aus diesem Grund wird ein diskursbasierter Ansatz vorgeschlagen, der auf das Kriterium »Abgrenzung« verzichtet und stattdessen rhetorische Relationen in den Blick nimmt.

The paper discusses the official orthographic conventions for the German semicolon. According to these conventions, the semicolon marks a higher degree of separation than the comma, but a lower degree of separation than the full stop. It is shown that the official orthographic conventions and all existing approaches to the semicolon are problematic. Therefore, a discourse based approach to the semicolon is proposed.

Faulhaber, Manja/Elsen, Hilke
Neologismen in der Kosmetikwerbung

Werbesprachliche Kommunikation ist durch steten Wandel charakterisiert. Dieser Artikel setzt sich zum Ziel, anhand eines exemplarisch ausgewählten Werbebereichs die aktuellen Wortbildungsstrukturen vorzustellen, auch in Hinblick auf Veränderungen im Neologismengebrauch. Dazu werden Neubildungen der Kosmetikwerbung aus Frauenzeitschriften vorgestellt, die so gewählt wurden, dass sie eine besonders große Bandbreite an Rezipientinnen betreffen. Neben Wortbildungstypen und deren Wirkung werden die schriftsprachlichen Mittel, welche Werbetreibende einsetzen, um die Aufmerksamkeit möglicher Konsumentinnen und Konsumenten auf das Produkt zu lenken, besprochen sowie ebenfalls mögliche Wirkweisen aufgezeigt. Der Vergleich mit früheren Ergebnissen zeigt tendenziell leichte Unterschiede auf.

Advertising communication is marked by continual change. This article aims to present current word formation patterns by focusing on an exemplary advertising sector, including changes of neologism usage. To do so, the article presents neologisms in the cosmetic advertising sector, taken from women’s lifestyle magazines addressing a particularly large spectrum of recipients. Besides word formation patterns and their effects, the article also talks about the way advertisers use written language means to draw the attention of potential buyers to a corresponding product. A comparison to previous results shows slight differences.

Günthner, Susanne/Zhu, Qiang
Kontextsensible Bereitschaft zur Lesartenerweiterung als wortschatzdidaktisches Ziel

Der vorliegende Beitrag untersucht sprachlich-kommunikative Verfahren der interaktiven Konstruktion von Kultur in mündlichen Interaktionen und schließt sich somit interaktional ausgerichteten Studien einer kulturwissenschaftlichen Linguistik an. Auf der Grundlage des Konzeptes von »doing culture« und der damit verbundenen Forderung, Kultur, kulturelle Zugehörigkeiten und Differenzen in ihrer alltäglichen Aktualisierung zu untersuchen, widmet sich der Beitrag der Analyse kommunikativer Strategien und sprachlicher Formen der Konstruktion von Kultur in Face-to-Face-Interaktionen. Anhand der Analyse von Gesprächsausschnitten wird exemplarisch verdeutlicht, wie kulturelle Zugehörigkeiten bzw. Fremdheiten im Prozess der Interaktionen konstituiert werden.

This study explores communicative and linguistic practices of the interactive constructions of culture in oral communications and is close to an interactionally oriented perspective of Anthropological Linguistics. Based on the dynamic concept of »doing culture« and its methodological goal to analyze culture, cultural belongings and differences in their everyday performances, this paper aims at investigating communicative strategies and linguistics forms of the construction of culture in face-to-face interactions. Our exemplary analyses will reveal how cultural belongings and ›otherness‹ are constituted in the ongoing process of interactions.

Demiryay, Nihan
»Abtönungspartikeln sind ja eigentlich doch ganz durchschaubar.« – Zur Bedeutung von Abtönungspartikeln im DaF-Unterricht am Beispiel von denn, doch, eigentlich und ja

Das Deutsche hat eine große Anzahl von Abtönungspartikeln, die wichtige kommunikative Funktionen erfüllen. Diese Partikeln konkretisieren die Beziehungsaspekte innerhalb der Kommunikationssituation. Oftmals verursachen sie den Lernenden von Deutsch als Fremdsprache Schwierigkeiten bei der Übertragung in die Muttersprache, weil sie keine adäquate Entsprechungen finden können. Um diese Abtönungspartikeln den Lernenden einfacher zugänglich zu machen, bemüht sich die vorliegende Studie anhand der Arbeit mit leichten Lektüren im Fremdsprachenunterricht um eine exemplarische Darlegung, mit denen die Partikeln lerngerecht vermittelt werden können. Ziel ist, eine vielfältige und flexible Auswahl an Materialien aufzuzeigen, mit dem Lehrkräfte die Abtönungspartikeln im kommunikativen und sprechhandlungsorientierten DaF-Unterricht explizit behandeln können. Die dabei untersuchten Abtönungspartikeln lauten: denn, doch, ja und eigentlich.

The German language is rich in »toning particles« [Abtönungspartikeln] (Helbig 1994) which give lexical meaning a flavour of the type of relationship and whose function lies in managing the interaction between speaker and listener. Many languages, such as Turkish, only have a few of them, so that they can cause difficulties for learners of German as a foreign language, who are used to setting a lexical equivalent from their mother tongue. To make it easier for language learners to pick up particles of this type, this study goes on to examine how a German reader for elementary and intermediate levels treats these »toning particles«. In order to illustrate their meaning, their use and the difficulty of rendering them into Turkish, the study focuses on four typical epresentatives: denn, doch, ja and eigentlich. Finding that it pays attention to pragmatic particles in general, this particle proposes strategies for teaching them effectively with readers.

He, Jun
Eine kontrastive Studie über Tautologien im Deutschen und Chinesischen: Syntax, Semantik und Pragmatik

Als übliches sprachliches Phänomen sind Tautologien in zahlreichen Sprachen anzutreffen und bis dato sind mehrere Erklärungsansätze bzw. Erschließungsverfahren dafür entwickelt worden. Im vorliegenden Beitrag geht es um eine Untersuchung der Tautologien im Deutschen und im Chinesischen in Hinsicht auf den syntaktischen, semantischen und pragmatischen Aspekt aus einer kontrastiven Sicht. Als Ergebnis wird festgestellt, dass sich Tautologien in beiden Sprachen trotz der bestehenden Ähnlichkeiten stark voneinander unterscheiden. Insgesamt betrachtet weisen Tautologien im Chinesischen eine breitere Vielfalt an Formen und eine größere Flexibilität im Gebrauch auf als Tautologien im Deutschen. Für die Bedeutungserschließung von Tautologien – sei es im Deutschen oder im Chinesischen – empfiehlt sich eine Kombination aus semantischer und pragmatischer Analyse.

As a usual language phenomenon, tautologies can be found in numerous languages and several explanation or inference approaches thereof have been made hitherto. This paper is to contribute to the research of tautologies in German and in Chinese with regard to the syntactic, semantic and pragmatic aspect from a contrastive view. As a result, a conclusion is drawn that tautologies in the two languages differ greatly from each other despite existing similarities. Taken altogether, tautologies in Chinese demonstrate a larger variety of forms and greater flexibility of utilization than those in German. As for the meaning inference of tautologies, both for German and for Chinese an inference method entailing the combination of semantic and pragmatic analysis is to be recommended.

Höppnerová, Věra
Forum: Lexikalische Stolpersteine im Bereich Schulwesen. Ein deutsch-tschechischer Vergleich

Wörter fremder Herkunft können das Erlernen einer Fremdsprache erleichtern. Der Vergleich der Fremdwörter im Tschechischen und ihrer Äquivalente im Deutschen im Bereich Schulwesen zeigt jedoch zahlreiche Beispiele ihrer unterschiedlichen Verwendung und Bedeutung. Dieser Unterschied zwischen beiden Sprachen kann Interferenzfehler verursachen und zu Missverständnissen führen.

Words of foreign origin can make learning a foreign languge easier. However, a comparison of foreign words in Czech and their apparent German equivalents in the sphere of education reveals numerous instances of different usage and meaning. This interference between languages can be a source of mistakes resulting in misunderstandig.

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