Stuttgarter Kinderzeitung – Nur für Kinder!

Seit März dieses Jahres haben die Stuttgarter Zeitung, die Stuttgarter Nachrichten, der Schwarzwälder Bote und die Waiblinger Kreiszeitung ein neues Angebot für Kinder, eine eigene Kinderzeitung. Viele Tageszeitungen haben ja meist in ihrer Wochenendausgabe eine Kinderseite, das Konzept der Kinderzeitung geht aber viel weiter: Hier gibt es wirklich eine ganze Zeitung als Beilage der Erwachsenenausgabe. Wir haben mit der Redaktionsleiterin Nadia Köhler gesprochen.

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Quelle: Stuttgarter Zeitung

Wie kamen Sie auf die Idee, eine eigene Zeitung für Kinder zu machen? Und wie oft erscheint sie?

Eine Kinderseite allein spricht die Kinder eigentlich nicht als wirkliche Zeitungsleser an. Wir wollen mit der Kinderzeitung etwas anbieten, bei dem die Kinder sich genauso angesprochen fühlen wie erwachsene Leser auch.

Es gibt eine Ausgabe pro Woche, die freitags als Beilage der Erwachsenenzeitung erscheint.

Wie werden die Themen ausgesucht? Behandelt die Kinderzeitung auch politische oder wirtschaftliche Themen, die in Zeitungen für Erwachsene auch vorkommen?

Alle Themen sind in der Kinderzeitung möglich, so gab es etwa einen Beitrag zum Ersten Weltkrieg, und auch aktuelle große Themen werden für die Kinder so aufbereitet, dass sie sie verstehen können. Wichtig ist auch ein Bezug zur Region Stuttgart, deshalb gab es einen großen Beitrag zum Internationalen Trickfilmfestival im April in Stuttgart, das die Kinder aus der Umgebung auch selbst besuchen konnten.

Wie alt sind denn die Kinder, die Sie mit der Zeitung erreichen möchten?

Die Kinderzeitung ist für Kinder von sechs bis zwölf Jahren. Allerdings ist die Zeitung nicht unbedingt zum Vorlesen gedacht, sondern auch die kleineren Kinder sollten die Texte schon selbst lesen können, damit sie sich eben genau wie die Großen als echte Zeitungsleser fühlen.

Das Team, das die Kinderzeitung macht, besteht aus lauter Erwachsenen. Wie sieht es mit der Beteiligung von Kindern aus? Haben Sie junge Berater oder Testleser? Oder wie können Kinder sonst Einfluss auf ihre Zeitung nehmen?

Die erste Ausgabe wurde von Kindern gestestet, denn manchmal können Erwachsene wirklich nicht gut beurteilen, was die Kinder verstehen und was sie interessiert.

Außerdem können sich Kinder bei uns als Kinderreporter bewerben und angeben, welche Person sie gerne einmal befragen würden. Diese Aktion ist sehr beliebt, und wir bekommen viel mehr Bewerbungen von Kindern, als wir berücksichtigen können. Aus allen Bewerbungen erfahren wir aber etwas darüber, was die Kinder wissen möchten, und nehmen diese Anregungen auf.

Die Kinderzeitung erscheint ja erst seit wenigen Wochen, aber kann man schon sagen, ob sie bei den Lesern gut ankommt?

Wir sind bisher sehr zufrieden. Wir haben recht viele Abonnements, und auch inhaltlich kommt die Zeitung bei den Kindern sehr gut an.

Im Moment gibt es die Kinderzeitung als Beilage der Erwachsenenzeitungen im Abonnement. Kann man sie in Zukunft auch als eigene Ausgabe am Kiosk kaufen?

Das ist im Augenblick nicht geplant. Erst einmal möchten wir möglichst viele Kinder erreichen, deren Eltern unsere Zeitungen abonnieren. Das ist uns in der kurzen Zeit, wie gesagt, gut gelungen, und wir hoffen, dass es so weitergeht und die Kinder uns als Leser treu bleiben, am besten natürlich auch später als Erwachsene.