Aussprache

Aussprache lateinischer Wörter

[F] Warum unterscheidet sich die Aussprache von lateinischen Wörtern im Deutschen von ihrer ursprünglichen Aussprache, wie beispielsweise bei den Wörtern Modus und Bonus? Was ist der Grund dafür, dass diese im Deutschen eine lange erste Silbe besitzen?

[A] Wie von Ihnen bereits erwähnt, werden die beiden Wörter Modus und Bonus im Deutschen meist mit einem langen ersten Vokal ausgesprochen. Für das Wort Modus ist jedoch zusätzlich noch die »ursprüngliche« Aussprache mit einem kurzen ersten Vokal verzeichnet.

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Wie wird die Endung -ig korrekt ausgesprochen?

[F] Immer wieder höre ich, dass Wörter mit der Buchstabenendung -ig wie z. B. lustig oder kräftig als lustich oder kräftich ausgesprochen werden. Ist das nicht eine umgangssprachliche Aussprache?

[A] In der Tat begegnet man häufig der Annahme, dass die Aussprache von -ig am Wortende als [ç] (also als ch wie in ich) eine nachlässige, nicht korrekte Artikulation sei – und doch handelt es sich dabei um die regelhafte Aussprache: Das Suffix -ig wird standardsprachlich im Wort- und Silbenauslaut als [ç] realisiert.

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Der Buchstabe q und seine Besonderheit

[F] Warum steht hinter einem q zumeist ein u? Da q im Wort ja als [kv] ausgesprochen wird, würde es doch reichen zu schreiben Qark für [kvark], Qatsch für [kvatʃ], Qelle [kvɛlʃ].

[A] Der Buchstabe q hat eine sehr lange Geschichte, in deren Verlauf sich die heute bei uns übliche Verwendungsweise und Lautung herausgebildet hat.

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Gibt es den Buchstaben ÿ, ein Ypsilon mit zwei Punkten?

[F] In der Süddeutschen Zeitung wurde kürzlich das Tagebuch des Herzogs Emanuel von Croÿ besprochen. Auch auf einem Schild am Rektorenhaus des Konrad-Duden-Gymnasiums in Bad Hersfeld, worin sich heute das Konrad-Duden-Museum befindet, wurde das Ypsilon mit diesen zwei Punkten geschrieben. Dort heißt es Gÿmnasium. Was verbirgt sich hinter dieser Schreibweise des Ypsilons?

[A] Die zwei Punkte über dem Ypsilon (¨) bezeichnet man als Trema. Hierbei handelt es sich um ein diakritisches Zeichen, das üblicherweise über dem zweiten von zwei aufeinanderfolgenden Vokalen steht, wenn diese getrennt ausgesprochen werden sollen wie z. B. bei frz. naïf ›naiv‹ (vgl. »Duden – Richtiges und gutes Deutsch«, Mannheim 2007).

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Aussprache von Troika

[F] Wir sind uns hier im Ministerium nicht einig, wie Troika auszusprechen ist; dieser Ausdruck wird heute auch in Bezug auf die EU öfter gebraucht. In unserem Wörterbuch werden zwei Möglichkeiten angegeben.

[A] Troika kommt aus dem Russischen und bezeichnete ursprünglich das Dreigespann, auch einen Schlitten, von drei Pferden gezogen, den ›Dreispänner‹. Später wurde das Wort auch auf drei Personen bezogen, besonders in der Politik, die eine gemeinsame Arbeits- oder Führungsaufgabe haben, ein »Trio« sozusagen (schon nach Lenins Tod, 1924, hatte Stalin mit Kamenew und Sinowjew eine Troika gegen Trotzkij gebildet).

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Vorkommen und Aussprache von haushalterisch

[F] Gibt es das Wort haushalterisch – mit Betonung auf der dritten Silbe – im Deutschen oder ist das eine »sprachbuchhalterische« (Neuschöpfung mit Betonung auf der vierten Silbe) Sünde?

[A] Die einschlägigen Wörterbücher enthalten im Grunde nur haushälterisch, doch haushalterisch mag, zumal in Fachkreisen, als Nebenform vorkommen; so kann man etwa im Grimm für frühere Zeiten Belege finden.

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Aussprache von Weg und weg

[F] Warum dehnt man eigentlich das e im Substantiv Weg, während man es im Adverb weg kurz ausspricht? Die Wörter haben doch im Grunde dieselbe Form.

[A] Dies ist eine interessante, wenngleich verzwickte Frage, denn die beiden Wörter haben nicht nur dieselbe Form, sieht man einmal von der Großschreibung des Substantivs ab, sondern auch dieselbe Wurzel. Sie gehen also auf das gleiche althochdeutsche Wort weg zurück, wenn auch zwischen ihrem erstmaligen Gebrauch in unterschiedlicher Bedeutung mehrere Jahrhunderte liegen.

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Aussprache von Tort

[F] Wie ist denn das doch offenbar aus dem Französischen stammende Wort Tort auszusprechen, das in der Wendung jemandem einen Tort antun vorkommt? Man hört in der Regel ein t am Schluss, wie in Wort – vergleichbar Torte, Tortur – mir liegt aber die französische Aussprache näher.

[A] Die modernen Aussprachewörterbücher, ob das traditionelle von Theodor Siebs, das Leipziger aus dem Jahr 1982 oder der aktuelle Duden-Band 6 (2005), vermerken die sozusagen »deutsche Aussprache« mit artikuliertem t am Ende, anders eben als bei Depot, Etat und anderen aus dem Französischen entlehnten Wörtern auf –t, in denen dieses Zeichen stumm ist.

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