Fremdwörter

Müsste der Zurring nach neuer Rechtschreibung nicht Zurrring heißen?

[F] In einer technischen Beschreibung habe ich das Wort Zurring gefunden. Müsste dieses nach der neuen Rechtschreibung nicht mit -rrr- geschrieben werden? Im Duden steht es mit -rr-.

[A] Der Zurring, der im Duden mit -rr- zu finden ist, bezeichnet eine Leine zum Zurren und wird in der Seemannssprache verwendet. Da das Wort im vorliegenden Fall jedoch aus einer technischen Beschreibung stammt, handelt es sich in diesem Kontext vermutlich nicht um eine Leine, sondern um eine Metallöse.

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Warum heißt es eigentlich sponsern und nicht sponsorn?

[F] Warum schreibt man korrekterweise sponsern statt sponsorn? Letztere Form scheint doch näher liegend, wenn man davon ausgeht, dass das Verb vom Substantiv Sponsor abgeleitet wird.

[A] Bei der Übernahme von Fremdwörtern in die deutsche Sprache und ihrer Angleichung stellt sich oft die Frage, wie die Verbform eines Nomens gebildet wird. Im Falle des aus den Substantiven Sponsor oder Sponsoring gebildeten Verbs kann exemplarisch ein Problemfall veranschaulicht werden.

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Kaffee to go – auch zum Mitnehmen

[F] Ist das nicht schlimm, dass man überall nur To go anstelle von Zum Mitnehmen oder so etwas liest? Wie kommt das zustande?

[A] Schlimm auf keinen Fall, ob es gefällt, ist eine andere Frage. Allerdings ist bei aufgenommenem Wortschatz aus fremden Sprachen immer zu fragen, ob und wie er verstanden bzw. missverstanden wird und von Nutzern dann umgedeutet und mit leichten Bedeutungsveränderungen vorkommt.

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Gibt es den Buchstaben ÿ, ein Ypsilon mit zwei Punkten?

[F] In der Süddeutschen Zeitung wurde kürzlich das Tagebuch des Herzogs Emanuel von Croÿ besprochen. Auch auf einem Schild am Rektorenhaus des Konrad-Duden-Gymnasiums in Bad Hersfeld, worin sich heute das Konrad-Duden-Museum befindet, wurde das Ypsilon mit diesen zwei Punkten geschrieben. Dort heißt es Gÿmnasium. Was verbirgt sich hinter dieser Schreibweise des Ypsilons?

[A] Die zwei Punkte über dem Ypsilon (¨) bezeichnet man als Trema. Hierbei handelt es sich um ein diakritisches Zeichen, das üblicherweise über dem zweiten von zwei aufeinanderfolgenden Vokalen steht, wenn diese getrennt ausgesprochen werden sollen wie z. B. bei frz. naïf ›naiv‹ (vgl. »Duden – Richtiges und gutes Deutsch«, Mannheim 2007).

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Was sind Emojis?

[F] In einem Zeitschriftenartikel bin ich auf den Begriff Emojis gestoßen. Ich kann mir denken, worum es sich dabei handelt, hat es etwas mit Emoticons zu tun? Können Sie mir sagen, woher der Begriff kommt und wie man ihn richtig ausspricht?

[A] Es handelt sich hier in der Tat um ein neues Wort. In Wörterbüchern ist es noch nicht zu finden, daher müssen wir hierfür Wikipedia befragen: Ein Emoji (Japanisch für Bildschriftzeichen) ist ein Ideogramm, das für SMS und E-Mail-Programme verwendet wird, um Emotionen, aber auch allgemeine Zustände und Tätigkeiten darzustellen und auszudrücken.

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Deutsche Übersetzung für -leaks

[F] In letzter Zeit sind mir vermehrt Bildungen mit -leaks wie Wikileaks aufgefallen; woher kommen diese und kann man die Sache nicht mit einem deutschen Begriff ausdrücken?

[A] Eine Suche in Wörterbüchern – auch in jenen mit aktuellem Erscheinungsdatum wie in der 26. Auflage des »Rechtschreibdudens«, 2013, oder im »Wahrig, Wörterbuch der deutschen Sprache«, 2012 – ergab keine Befunde für die häufig zu lesende Zusammensetzung.

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Aussprache von Troika

[F] Wir sind uns hier im Ministerium nicht einig, wie Troika auszusprechen ist; dieser Ausdruck wird heute auch in Bezug auf die EU öfter gebraucht. In unserem Wörterbuch werden zwei Möglichkeiten angegeben.

[A] Troika kommt aus dem Russischen und bezeichnete ursprünglich das Dreigespann, auch einen Schlitten, von drei Pferden gezogen, den ›Dreispänner‹. Später wurde das Wort auch auf drei Personen bezogen, besonders in der Politik, die eine gemeinsame Arbeits- oder Führungsaufgabe haben, ein »Trio« sozusagen (schon nach Lenins Tod, 1924, hatte Stalin mit Kamenew und Sinowjew eine Troika gegen Trotzkij gebildet).

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Herkunft und Bedeutung von Retourkutsche

[F] Den Ausdruck Retourkutsche höre ich hin und wieder, kann aber damit kaum etwas verbinden; auch meine Kollegen hier in der Redaktion sind unsicher. Was steckt dahinter?

[A] Heute wird dieses Wort im bildhaften, auch im übertragenen Sinne gebraucht, früher aber, im Zeitalter des unmotorisierten Verkehrs, war es konkret und bezog sich auf eine allen bekannte Sache, die Kutsche eben, die Postkutsche.

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Herkunft und Bedeutung von Dusmanche

[F] Neulich habe ich von einer Mainzer Ärztin, sie ist etwa sechzig Jahre alt und ganz in ihrer Stadt verwurzelt, nach der Behandlung den Rat bekommen: »Nun mache Se mal ganz dusmanche.« Ich war recht ratlos. Was ist das für ein Wort, vielleicht dusmanche zu schreiben, quasi französisch, mit langem a und nasaliert ausgesprochen?

[A] Ihre Ärztin hat ein umgangssprachliches Wort gebraucht, einen Regionalismus, der in Mainz, aber auch in anderen Gegenden geläufig war bzw. noch ist und der auf das französische doucement im Sinne von ›sachte, behutsam, langsam‹ zurückzuführen ist.

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