Herkunft

Hat das Wort Gutmensch etwas mit dem Wort Gutleut zu tun?

[F] Gutmensch wurde zum Unwort des Jahres 2015 gewählt. In vielen Städten gibt es Gutleutstraßen, Gutleutviertel, Gutleutacker – hat das Wort Gutmensch etwas mit dem Wort Gutleut zu tun?

[A] Um es kurz zu sagen: Nein, das Wort Gutleut hat nichts mit dem Wort Gutmensch zu tun. Schon seit dem Mittelalter gab es in vielen Gegenden Gutleuthäuser, eine euphemistische Umschreibung für Häuser, Hospitale für Aussätzige, insbesondere Leprakranke.

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Woher kommt die Redewendung den Löffel abgeben?

[F] Woher kommt die Redewendung den Löffel abgeben?

[A] Da hat wieder einer den Löffel abgegeben (hingelegt, weggeworfen, fallen gelassen) sagt man seit dem 19. Jh., wenn jemand stirbt oder gestorben ist. Laut Lutz Röhrich wird das Sterben in vielen mundartlichen Versionen mit dem Bild vom Weglegen des Löffels umschrieben. Der Löffel steht dabei für die lebensnotwendige Tätigkeit des Essens.

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Woher kommt der Ausdruck Kaue?

[F] Lange Zeit habe ich in Schachtanlagen gearbeitet. Nach der Schicht ging es immer zum Waschen in die Kaue. Woher kommt dieser Ausdruck?

[A] Der Ausdruck Kaue bezeichnet das Gebäude über der Schachtöffnung eines Bergwerks oder den Wasch- und Umkleideraum der Bergleute. Er soll sich vom mittelhochdeutschen Wort kouwe (›Schachthäuschen‹) abgeleitet haben und aus dem lateinischen cavea (›Umfriedung/Käfig‹) entlehnt worden sein.

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Woher kommt das Wort Geheimrat?

[F] Woher kommt das Wort Geheimrat?

[A] Um die Bedeutung des Begriffs Geheimrat zu klären, muss man tief in die Vergangenheit der deutschen Geschichte eintauchen. Schlägt man den Duden unter dem Stichwort geheim auf, verrät der erste Blick bereits, dass es sich bei diesem Wort nicht bloß um ein Adjektiv handelt, das die Bedeutung ›heimlich, vertraut‹ innehat. Stattdessen wird geheim dort auch als ein möglicher Titel und Name aufgelistet

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Warum heißt es eigentlich Trinkgeld?

[F] Woher kommt eigentlich der Ausdruck Trinkgeld? Was genau hat er mit trinken zu tun? Warum heißt es nicht anders, denn es handelt sich doch um eine Zulage zur Bezahlung, eine Art Dankeschön für die in Anspruch genommenen Dienste?

[A] Trinkgeld ist im Deutschen schon seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Früher gab es auch die Varianten Trankgeld, Trunkgeld, außerdem kursierten zeitweise Botengeld bzw. Bade– und Biergeld.

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Der Kartoffelpuffer und seine mundartlichen Bezeichnungen

[F] Warum heißt es eigentlich Kartoffelpuffer? Welche anderen Begriffe werden dafür in Deutschland verwendet?

[A] Ob süß oder deftig, mit Apfelmus, Schwarzbrot oder Sauerkraut, in allen Teilen Deutschlands werden Kartoffelpuffer gern gegessen. So vielfältig wie die Zubereitungsweisen sind auch die Bezeichnungen für die leckere Spezialität. Die Herleitung des Begriffs Kartoffelpuffer scheint dagegen relativ eindeutig:

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Was bedeutet in der Wolle gefärbt?

[F] Woher stammt das Sprichwort in der Wolle gefärbt, wie lange kennt man es schon und was bedeutet es genau?

[A] Es ist immer relativ schwierig, Sprichwörter zu datieren. Literarische Überlieferungen sind dabei von größter Wichtigkeit, um das Vorkommen von Sprichwörtern zu belegen. Das Sprichwort in der Wolle gefärbt lässt sich durch ebensolche Belege bereits auf das 16. Jahrhundert zurückführen.

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Ist trotzdessen grammatikalisch korrekt?

[F] Das Wörtchen trotzdem ist ja sattsam bekannt. Kann man aber die Variante trotzdessen verwenden? Immerhin wird auch die Präposition trotz zumeist mit dem Genitiv verbunden: trotz des Regens.

[A] Bei der kürzeren Wortform trotz, die als Präposition auftritt, hat sich seit langem der Dativ durchgesetzt, obwohl hier vielfach auch der Genitiv vorkommt, doch trotzdem ist sicherlich die zu bevorzugende Version und allgemein üblich; trotzdessen kann nur als seltene Nebenform und randständige Variante bewertet werden.

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Seit wann heißen die Olympischen Spiele Olympiade?

[F] Allgemein wird ja heute Olympiade im Sinne von ›Olympische Spiele‹ gebraucht, doch eigentlich ist dies doch falsch, insofern das Wort einen Zeitraum von vier Jahren bezeichnet, vgl. Dekade ›zehn Jahre‹. Seit wann gibt es denn diesen Wortgebrauch?

[A] In früheren Jahrhunderten war Olympiade im Sinne ›Zeitraum von vier Jahren‹ allgemein geläufig, jedenfalls in der Bildungssprache, und man verstand den Ausdruck als Zeitrechnung und begriff darunter also auch bestimmte Jahre.

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