Redewendungen

Wie und wieso singt man sich einen Wolf?

[F] Was bedeutet die Redewendung sich einen Wolf singen … und wie ist sie entstanden? Hat sie etwas mit dem Heulen eines Wolfes zu tun?

[A] Unseren Recherchen zufolge führt die Suche nach der Bedeutung der Phrase sich einen Wolf singen zum Gebiet der Medizin. Mit Beginn des 19. Jahrhundert war die Krankheit Lupus erythematodes in der Bevölkerung weit verbreitet.

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Woher stammt die Redewendung frech wie Oskar?

[F] Wie erklärt sich eigentlich die Redewendung frech wie Oskar? Im Internet bin ich auf mehrere unterschiedliche Erklärungen gestoßen.

[A] Lutz Röhrich nennt in seinem schönen Nachschlagewerk Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten (Freiburg 1991) diese Wendung und bemerkt, dass deren »Geschichte noch nicht geklärt« sei. Er nimmt an, dass frech wie Oskar »aus der Umgangssprache Berlins [stammt] und […] sich von dort aus weiter ausgebreitet« hat.

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Woher kommt die eierlegende Wollmilchsau?

[F] Woher kommt eigentlich der Ausdruck eierlegende Wollmilchsau?

[A] Die eierlegende Wollmilchsau (selten auch Wollmilchschwein) ist eine humoristisch-karikaturistische Verbindung aus Huhn (Eier), Schaf (Wolle), Kuh (Milch) und Schwein (Fleisch). Sie umfasst damit alles Positive ohne Nachteile, sie umfasst das Unumfassbare. Wenn also jemand oder etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau ist, dann ist das ein paradoxer Alleskönner, der alle noch so schwierigen oder widersprüchlichen Anforderungen erfüllt.

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Woher kommt die Redewendung den Löffel abgeben?

[F] Woher kommt die Redewendung den Löffel abgeben?

[A] Da hat wieder einer den Löffel abgegeben (hingelegt, weggeworfen, fallen gelassen) sagt man seit dem 19. Jh., wenn jemand stirbt oder gestorben ist. Laut Lutz Röhrich wird das Sterben in vielen mundartlichen Versionen mit dem Bild vom Weglegen des Löffels umschrieben. Der Löffel steht dabei für die lebensnotwendige Tätigkeit des Essens.

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Was bedeutet in der Wolle gefärbt?

[F] Woher stammt das Sprichwort in der Wolle gefärbt, wie lange kennt man es schon und was bedeutet es genau?

[A] Es ist immer relativ schwierig, Sprichwörter zu datieren. Literarische Überlieferungen sind dabei von größter Wichtigkeit, um das Vorkommen von Sprichwörtern zu belegen. Das Sprichwort in der Wolle gefärbt lässt sich durch ebensolche Belege bereits auf das 16. Jahrhundert zurückführen.

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Woher stammt der Ausdruck bescheuert?

[F] Welche Erklärung haben Sie für den Ausdruck, der ja doch recht oft zu hören ist: jemand sei bescheuert? Was hat er mit scheuern zu tun, denn wenn etwas gescheuert ist, ist es doch sauber und hübsch?

[A] Das Adjektiv bescheuert ist offenbar vom Verb scheuern abzuleiten, in der Weise, wie sie vom Deutschen Universalwörterbuch A–Z (Dudenverlag 2007) kurz dargestellt wird: scheuern konnte bzw. kann auch die Bedeutung ›prügeln‹ haben, das heißt: »jemanden so lange prügeln, bis er den Verstand verloren hat (salopp)«.

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Was bedeutet der Ausdruck Fahrt ins Blaue?

[F] Wie ist aus Ihrer Sicht der Ausdruck Fahrt ins Blaue zu erklären? Er soll wohl mit dem Anbau von Flachs, der ja blaue Blüten trägt, zu tun haben. Dies überzeugt mich nicht. Warum denn nicht eine »Fahrt ins Gelbe«, man denke an die im Frühling mit gelb blühendem Raps bedeckten Felder, oder, naheliegender noch, »Fahrt ins Grüne«?

[A] Gewiss, der Flachs oder Lein ist eine alte Kulturpflanze und trägt blaue Blüten, doch wir stimmen Ihnen zu: Der Ausdruck Fahrt ins Blaue ist anders zu erklären.

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Jemandem ein Schnippchen schlagen

[F] Woher stammt die Redensart jemandem ein Schnippchen schlagen?

[A] Die Redewendung jemandem ein Schnippchen schlagen trägt die allgemein bekannte Bedeutung ›mit Geschick jmds. gegen einen selbst gerichtete Absichten vereiteln, einen Plan durchkreuzen; jmdn. übertölpeln, ihm einen Streich spielen‹. Sie hat sich ursprünglich aus einer schon recht lang gebräuchlichen Geste der Nichtachtung oder Geringschätzung bzw. des Spottes entwickelt.

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