Redewendungen

Woher kommt die Redewendung den Löffel abgeben?

[F] Woher kommt die Redewendung den Löffel abgeben?

[A] Da hat wieder einer den Löffel abgegeben (hingelegt, weggeworfen, fallen gelassen) sagt man seit dem 19. Jh., wenn jemand stirbt oder gestorben ist. Laut Lutz Röhrich wird das Sterben in vielen mundartlichen Versionen mit dem Bild vom Weglegen des Löffels umschrieben. Der Löffel steht dabei für die lebensnotwendige Tätigkeit des Essens.

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Was bedeutet in der Wolle gefärbt?

[F] Woher stammt das Sprichwort in der Wolle gefärbt, wie lange kennt man es schon und was bedeutet es genau?

[A] Es ist immer relativ schwierig, Sprichwörter zu datieren. Literarische Überlieferungen sind dabei von größter Wichtigkeit, um das Vorkommen von Sprichwörtern zu belegen. Das Sprichwort in der Wolle gefärbt lässt sich durch ebensolche Belege bereits auf das 16. Jahrhundert zurückführen.

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Woher stammt der Ausdruck bescheuert?

[F] Welche Erklärung haben Sie für den Ausdruck, der ja doch recht oft zu hören ist: jemand sei bescheuert? Was hat er mit scheuern zu tun, denn wenn etwas gescheuert ist, ist es doch sauber und hübsch?

[A] Das Adjektiv bescheuert ist offenbar vom Verb scheuern abzuleiten, in der Weise, wie sie vom Deutschen Universalwörterbuch A–Z (Dudenverlag 2007) kurz dargestellt wird: scheuern konnte bzw. kann auch die Bedeutung ›prügeln‹ haben, das heißt: »jemanden so lange prügeln, bis er den Verstand verloren hat (salopp)«.

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Was bedeutet der Ausdruck Fahrt ins Blaue?

[F] Wie ist aus Ihrer Sicht der Ausdruck Fahrt ins Blaue zu erklären? Er soll wohl mit dem Anbau von Flachs, der ja blaue Blüten trägt, zu tun haben. Dies überzeugt mich nicht. Warum denn nicht eine »Fahrt ins Gelbe«, man denke an die im Frühling mit gelb blühendem Raps bedeckten Felder, oder, naheliegender noch, »Fahrt ins Grüne«?

[A] Gewiss, der Flachs oder Lein ist eine alte Kulturpflanze und trägt blaue Blüten, doch wir stimmen Ihnen zu: Der Ausdruck Fahrt ins Blaue ist anders zu erklären.

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Jemandem ein Schnippchen schlagen

[F] Woher stammt die Redensart jemandem ein Schnippchen schlagen?

[A] Die Redewendung jemandem ein Schnippchen schlagen trägt die allgemein bekannte Bedeutung ›mit Geschick jmds. gegen einen selbst gerichtete Absichten vereiteln, einen Plan durchkreuzen; jmdn. übertölpeln, ihm einen Streich spielen‹. Sie hat sich ursprünglich aus einer schon recht lang gebräuchlichen Geste der Nichtachtung oder Geringschätzung bzw. des Spottes entwickelt.

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Ist ein blinder Passagier wirklich blind?

[F] Wieso spricht man bei einem Passagier, der für die (Über-)Fahrt nicht gezahlt hat, eigentlich von einem blinden Passagier?

[A] Ein blinder Passagier ist ein Reisender, der sich versteckt hält, weil er das Fahrtgeld nicht gezahlt hat. Er wird als blind bezeichnet, da er nicht entdeckt werden will und sich somit gleichsam unsichtbar macht. Er wird als blind bezeichnet, da er nicht entdeckt werden will und sich somit gleichsam unsichtbar macht.

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Herkunft und Bedeutung von ein P vorsetzen/vorschreiben

[F] Ein norddeutscher Kollege sagte kürzlich: »Da wird der ganzen Sache ein P vorgesetzt.« Das bedeutete offenbar, dass man eine Sache beenden bzw. stoppen werde. Ich habe diesen Ausdruck noch nie gehört. Ist er vielleicht in Norddeutschland geläufig?

[A] Bei der Redewendung ein (großes) P vorsetzen/vorschreiben handelt es sich nicht um eine regionale oder dialektale Wendung, sondern vielmehr um eine schon sehr alte, wenngleich selten zu hörende Redensart.

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