Aktuelle Wortschatzbewegungen: Motivierung – Demotivierung – Remotivierung

Dr. Josef Schu, Saarbrücken
Datum
04.11.2026
10:00 Uhr
Eine Veranstaltung von:


Zum Vortrag:

Nach einem Blick auf die Forschung geht es um zwei verschiedene Formen der Remotivierung: einerseits um eine spontane und individuelle „akzidentielle“ und andererseits um eine langfristige und kollektive „habituelle“ Remotivierung. Letztere erfasst ein Phänomen, das in der deutschen Wortbildung bisher unterschätzt wurde: (Ursprünglich) demotivierte Bildungen wie GEISTERstadt oder SchneeTELEFON können Sprachbenutzern als Vorlagen dienen, um analoge Reihen auszubauen wie GEISTERspiel, GEISTERtraktor, GEISTERvorlesung bzw. HeimwegTELEFON, OpferTELEFON, ZeugnisTELEFON. Zunehmende Analogiebildungen bewirken eine lexikalische Konventionalisierung neuer Wortbausteine (GEISTER_ bzw. _TELEFON) und insofern eine Remotivierung der gesamten Wortbildungskonstruktion. Detailbeobachtungen zu semantischen Techniken der Remotivierung werfen ein Licht ins Dunkel des Bedeutungswandels.

 

Zweigvorsitzende:

Dr. Lilia Burova
St.-Kliment-Ochridski-Universität Sofia
Fakultät für klassische und neue Philologien
Boul. Zar Osvoboditel 15, 1504 Sofia/Bulgarien,
E-Mail: lburova@uni-sofia.bg