Archiv Online-Vorträge

CC-Lizenz

Willkommen in unserem digitalen Archiv. Hier finden Sie die Aufzeichnungen der digitalen Vorträge unserer Zentrale in Wiesbaden. Falls Sie einen Online-Termin verpasst haben sollten oder sich einen der Beiträge noch einmal anschauen möchten, schreiben Sie uns einfach an sprachberatung@gfds.de oder füllen Sie das untenstehende Formular aus und sagen Sie uns, welcher Beitrag Sie interessiert. Wir schicken Ihnen dann das Passwort, mit dem Sie Zugang zur Aufzeichnung haben.

Unsere Vorträge sind für Sie grundsätzlich kostenlos. Dennoch würden wir uns freuen, wenn Sie die Arbeit der GfdS mit einer kleinen Spende unterstützen, damit wir weiterhin interessante Beiträge rund um das Thema Sprache anbieten und auch unser Angebot an digitalen Inhalten weiter ausbauen können.

3. November 2020:
Miriam Schmidt-Jüngst: Zur Rolle der Vornamenwahl bei Transpersonen

Von Stefanie zu Stefan und von Horst zu Chantal? Vorstellungen und Realitäten des Namenwechsels transgeschlechtlicher Menschen

Der Namenwechsel transgeschlechtlicher Menschen wird häufig als Illustration ihrer geänderten Geschlechtszugehörigkeit genutzt: So titelten diverse Zeitungen etwa »aus Bradley wird Chelsea (Manning)« oder »wie aus Bruce Caitlyn (Jenner) wurde«, als die beiden prominenten Frauen ihr öffentliches Coming-Out hatten. Aber wie wählt man eigentlich einen neuen Namen, wenn dies im Zuge einer geschlechtlichen Transition nötig wird?

Der Vortrag stellt auf Basis von Studienergebnissen die häufigsten Motive und Überlegungen vor, die bei der Entscheidung für einen neuen Namen eine Rolle spielen, und zeigt anhand des Namenwechsels auf, wie stark transgeschlechtliche Menschen auch heute noch um die gesellschaftliche Anerkennung ihres Geschlechts kämpfen müssen.

13. Oktober 2020
Stephan Walter: Von Gelben Westen und Respektrente: Wie übersetzt man aktuellen Wortschatz?

Übersetzen ist mehr als das Übertragen von Wörtern und grammatischen Strukturen. Wörter, Sätze und Texte sind immer in einen bestimmten Kontext eingebunden. Beim Übersetzen gilt es daher nicht nur, sprachliche Regeln zu beachten, sondern auch, kulturelle Normen zu berücksichtigen und kreativ zu sein.

Anhand von aktuellem Wortschatz, der nicht im Wörterbuch steht, sowie von Werbeslogans sollen Strategien aufgezeigt werden, wie professionelle Übersetzer vorgehen, um Inhalt und Form des geschriebenen Wortes zielgerecht zu übertragen.

29. September 2020
Anne Rosar: Ehenamenwahl in Deutschland

Bei der Bestimmung eines gemeinsamen Familiennamens bzw. Ehenamens galt bis Ende der 70er Jahre in Deutschland das patriarchalische Prinzip: »Die Frau erhält den Familiennamen des Mannes.« (§ 1355 BGB 1896) Im Zeitverlauf haben sich gesetzliche Rahmungen verändert: Paare können heute unabhängig vom Geschlecht einen der zur Zeit der Eheschließung geführten Namen als Ehe- und Familiennamen wählen (BRD ab 1977, DDR ab 1966). Die Person, deren Name nicht Ehename wird, kann sich für einen sogenannten Doppelnamen entscheiden (BRD ab 1958 für Frauen, ab 1977 auch für Männer). Alternativ führen beide Ehepartner ihren jeweiligen Namen nach der Eheschließung weiter (ab 1991), für Kinder muss allerdings ein einheitlicher Familienname festgelegt werden.

Im Zentrum des Vortrags stehen folgende Forschungsfragen: Inwiefern hat sich die Ehe- und Familiennamenwahl in Deutschland vor dem Hintergrund wachsender Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie gesetzlicher Lockerungen im Familienrecht verändert? Welche Faktoren sind hierfür verantwortlich (Stadt/Land-, Ost/West-Vergleich etc.)? Und wie wird die Namenwahl von Ehepartner(inne)n heute nachträglich legitimiert?

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