Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

Lesen Sie hier unsere Antworten oder wählen Sie aus den folgenden Schlagwörtern, um die Beitrage zu sortieren.

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Kasus nach sich sehen als

[F] In einem Leitartikel der Süddeutschen Zeitung (SZ) heißt es: »Der Ministerpräsident sieht sich gern als gelassener, abgeklärter Staatenlenker.« Ist das grammatikalisch korrekt? Ich meine, es müsste als gelassenen, abgeklärten Staatenlenker heißen.

[A] In dieser Frage der grammatischen Kongruenz, also der grammatisch-formalen Abstimmung der verschiedenen Satzglieder im Kasus, haben sowohl der Leitartikler der SZ als auch Sie Recht.

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Rechtschreibung von Zusammensetzungen aus Substantiv und Adjektiv

[F] Immer wieder stoße ich bei ein und demselben Wort auf verschiedene Schreibungen: Man findet zum Beispiel technikaffin, technik-affin und auch Technik-affin. Welche Schreibweise ist hier die richtige?

[A] Die Rechtschreibung von Zusammensetzungen aus Substantiv und Adjektiv bereitet oftmals Kopfzerbrechen, doch in der Tat gibt es einige Regeln, die hier Abhilfe schaffen. Grundsätzlich gilt: Klein- und Zusammenschreibung ist der Normalfall, und einen Bindestrich setzt man nicht einfach nur so.

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Ausbildung(sstelle) zur/zum vs. als

[F] Bewirbt sich eine Schülerin um eine »Ausbildungsstelle zur Industriekauffrau« oder um eine »Ausbildungsstelle als Industriekauffrau«?

[A] Wir denken, dass in diesem Fall – in der Konstruktion mit Ausbildungsstelle – die als-Variante vorzuziehen ist. So wird die Konjunktion als verwendet, um ein Bezugswort näher zu bestimmen.
Anders verhält sich hingegen in einer entsprechenden Konstruktion mit Ausbildung; hier wäre zur ODER als denkbar.

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Durchschuss und Laufweite, Zeilen- und Zeichenabstand

Die Optik eines Textes wird nicht nur durch die ausgewählte Schrift, durch die Anordnung des Textes auf der Seite oder durch den Satz (also die Ausrichtung von Text in einem Layout) maßgeblich bestimmt, sondern auch dadurch, in welchem Verhältnis die einzelnen Buchstaben und Zeilen zueinander stehen. Beides schauen wir uns im Detail an, denn sowohl der Zeilenabstand als auch der Zeichenabstand beeinflussen, ob wir einen Text als luftig oder gedrängt, als hell oder dunkel wahrnehmen.

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Aussprache und Herkunft von Eidechse

[F] Warum spricht man das Wort Eidechse eigentlich Ei-dechse und nicht Eid-echse? Es handelt sich doch wohl um eine Echse.

[A] Tatsächlich ist Echse ein Sammelbegriff aus der Zoologie. Es handelt sich dabei um eine willkürliche Rückbildung aus dem Wort Eidechse, das germanische Wurzeln hat.

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Unterschied zwischen möchten und mögen

[F] In einem Gespräch verwendete kürzlich jemand ich möchtete als Vergangenheitsform von ich möchte. Ich habe sofort eingewandt, dass die richtige Vergangenheitsform von möchten ich mochte heißt. Aber ist ich mochte nicht eine Vergangenheitsform von mögen? Gibt es überhaupt ein Verb möchten?

[A] Tatsächlich gibt es keine Grundform, also keinen Infinitiv möchten – und damit auch keine Vergangenheitsform möchtete. Hier liegen vielmehr die konjugierten Formen des Konjunktivs II des Verbs mögen vor.

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Börger, Vurst und Kese

Üblicherweise werden an dieser Stelle korrekte Schreibweisen thematisiert – normgerechte Orthografie. Gewöhnlicherweise wird aber auch nicht die Verwendung von Ausdrücken verboten. Doch dafür hat sich das EU-Parlament am 9. Oktober 2025 entschieden. Wenn nun noch die 27 EU-Staaten zustimmen, dürfen Wörter wie Burger, Schnitzel und Wurst künftig nicht mehr für vegane oder vegetarische Alternativen für Fleischprodukte herangezogen werden. Das hätte Folgen.

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Getrennt- oder Zusammenschreibung bei gesteigerten Adjektiven

[F] Das Verb leichtfallen schreibt man hier regulär zusammen. Aber wie ist es in gesteigerter Form, bei »Diese Aufgabe sollte dir noch leichterfallen/leichter fallen als die gestrige«?

[A] In der Tat schreibt man das Verb leichtfallen in seiner Grundform zusammen, also z. B. im Futur Es wird dir leichtfallen oder wenn in einem Satz etwa ein Modalverb konjugiert wird und leichtfallen im Infinitiv steht.

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Position des Gedankenstrichs bei Zeilenumbruch

[F] Wo steht bei einem durch doppelten Gedankenstrich vom übrigen Text abgegrenzten Einschub der einleitende Gedankenstrich, wenn der Einschub direkt am Zeilenanfang beginnt? Gehört er dann ebenfalls an den Zeilenanfang, also direkt zum Einschub, oder ans Ende der vorangehenden Zeile?

[A] Eine gute Frage, auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Zwar lässt sich argumentieren, dass der einleitende Gedankenstrich zum Einschub gehört und daher nicht von diesem getrennt werden sollte (vgl. Duden Richtiges und gutes Deutsch, Mannheim 2011, S. 357).

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