Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

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Getrennt- und Zusammenschreibung bei mit in Verbindung mit Verben

[F] Ich bin mir öfter nicht sicher, wie ich Verben in Verbindung mit mit schreiben soll, getrennt oder zusammen. In dem Text, den ich zu redigieren habe, geht es darum, dass man etwas mit vollziehen bzw. mitvollziehen muss.

[A] Sicherlich kommt in Ihrem Satz die Zusammenschreibung in Betracht, und Sie betonen dieses Wort ja auch auf der ersten Silbe: MITvollziehen. Man kann sich gut nach der Akzentsetzung richten. In anderen Fällen, wenn mit als selbstständiges Adverb das Verb ergänzt, dann wird getrennt geschrieben, dann liegt auf ihm auch nicht der Hauptakzent.

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Herkunft und Bedeutung der Redewendung sein Licht unter den Scheffel stellen

[F] Ein Freund meinte neulich zu mir, ich würde mein Licht unter den Scheffel stellen. Mit der Formulierung konnte ich gar nichts anfangen und habe ich mich auch gefragt, was denn ein Scheffel ist?

[A] Die Redewendung wird oft geäußert, um eine Person zu beschreiben, die sich ›unter Wert verkauft‹. Ihr Ursprung geht schriftsprachlich auf eine Passage im Matthäus-Evangelium zurück. Das Wort Scheffel bezeichnet ein sogenanntes Hohlmaß, also ein Messgefäß aus Holz oder Metall, das früher vor allem als Behälter für Getreide verwendet wurde.

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Verwendung von relativen Datumsangaben: letzten/diesen/nächsten/kommenden Montag

[F] Es geht mir um folgendes Problem: letzten, diesen, nächsten, kommenden Montag usw. Wie formuliert man solche relativen Datumsangaben am besten?

[A] Nächst… impliziert prinzipiell eine stärkere Unmittelbarkeit als kommend, meist ist aber dasselbe gemeint, und letzt… meint das Gegenteil von nächst… Relative Datumsangaben mit den Demonstrativpronomen dieser, diese, dieses stehen indes in Analogie zu solchen Angaben mit nächst… oder letzt…

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Warum ist Armleuchter ein Schimpfwort?

[F] Das Wort Armleuchter höre ich fast nur als Beleidigung, aber eigentlich ist doch nur ein Leuchter gemeint. Warum nutzt man den Ausdruck als Schimpfwort?

[A] Als Beleidigung geht Armleuchter auf den Ausdruck Armloch zurück, der einen pejorativen Inhalt verhüllen sollte. Während ein Beleg aus dem Jahr 1859 noch die Semantik ›Öffnung für den Arm in Kleidungsstücken‹ trägt, kann schon für das Jahr 1879 ein beleidigender Gebrauch nachgewiesen werden. Dieser entstand, da man mit dem Ausdruck das Schimpfwort Arschloch verhüllen wollte.

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Warum heißt es Deutscher und nicht Deutschländer? – Bildung von Einwohnerbezeichnungen zu Staatennamen

[F] Neulich habe ich mich gefragt: Warum heißt es eigentlich Deutscher und nicht Deutschländer? Und dann stellte sich mir ganz grundsätzlich die Frage: Warum sind die Bezeichnungen für die Einwohner eines Landes so unterschiedlich?

[A] Die Antwort auf Ihre Frage(n) ist sehr komplex. Zum einen sind geografische Namen bzw. Ländernamen deutschsprachiger Herkunft unterschiedlich gebildet. Zum anderen kommen diese Namen aus anderen Sprachen zu uns ins Deutsche.

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KI: künstliche oder Künstliche Intelligenz?

Die Frage, ob Künstliche Intelligenz nun richtig geschrieben ist oder künstliche Intelligenz, ist im Grunde falsch gestellt bzw. kaum beantwortbar. Denn korrekt ist beides und was sich durchsetzt – wenn sich denn überhaupt etwas je durchsetzt –, ist eine Gemeinschaftsfrage. Warum die Frage so oft unentscheidbar ist, liegt daran, dass das klein- oder großgeschriebene Adjektiv vielfach gleichbedeutend ist.

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Kasus nach sich sehen als

[F] In einem Leitartikel der Süddeutschen Zeitung (SZ) heißt es: »Der Ministerpräsident sieht sich gern als gelassener, abgeklärter Staatenlenker.« Ist das grammatikalisch korrekt? Ich meine, es müsste als gelassenen, abgeklärten Staatenlenker heißen.

[A] In dieser Frage der grammatischen Kongruenz, also der grammatisch-formalen Abstimmung der verschiedenen Satzglieder im Kasus, haben sowohl der Leitartikler der SZ als auch Sie Recht.

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Rechtschreibung von Zusammensetzungen aus Substantiv und Adjektiv

[F] Immer wieder stoße ich bei ein und demselben Wort auf verschiedene Schreibungen: Man findet zum Beispiel technikaffin, technik-affin und auch Technik-affin. Welche Schreibweise ist hier die richtige?

[A] Die Rechtschreibung von Zusammensetzungen aus Substantiv und Adjektiv bereitet oftmals Kopfzerbrechen, doch in der Tat gibt es einige Regeln, die hier Abhilfe schaffen. Grundsätzlich gilt: Klein- und Zusammenschreibung ist der Normalfall, und einen Bindestrich setzt man nicht einfach nur so.

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Ausbildung(sstelle) zur/zum vs. als

[F] Bewirbt sich eine Schülerin um eine »Ausbildungsstelle zur Industriekauffrau« oder um eine »Ausbildungsstelle als Industriekauffrau«?

[A] Wir denken, dass in diesem Fall – in der Konstruktion mit Ausbildungsstelle – die als-Variante vorzuziehen ist. So wird die Konjunktion als verwendet, um ein Bezugswort näher zu bestimmen.
Anders verhält es sich hingegen in einer entsprechenden Konstruktion mit Ausbildung; hier wäre zur ODER als denkbar.

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