Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

Lesen Sie hier unsere Antworten oder wählen Sie aus den folgenden Schlagwörtern, um die Beitrage zu sortieren.

Abkürzungen | Anglizismen | Aussprache | Bedeutung | Dialekte | Flexion/Beugung | Fremdwörter | Genus | Getrennt- und Zusammenschreibung | Grammatik | Groß- und Kleinschreibung | Herkunft | Kasus | Konjunktiv | Literatur/Zitate | Namen | Plural | Pragmatik | Rechtschreibung | Redewendungen | Satzbau | Schrift | Sonstiges | Stil | Tempus | Vornamen | Wortbildung | Wortschatz | Zeichensetzung | Ziffern und Zahlen

Verwendung von scheinbar und anscheinend

[F] Mir fällt immer wieder auf, dass scheinbar gerne statt anscheinend verwendet wird. Umgekehrt habe ich das nicht feststellen können. Hat sich die Verwendung der beiden Adverbien verschoben?

[A] Diese Frage wird uns recht häufig gestellt. Bei scheinbar handelt es sich tatsächlich um ein Adjektiv, nicht um ein Adverb. Aber Sie haben recht: Es wird oft als Synonym des Adverbs anscheinend genutzt.

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Sind Kunde und Verbraucher gleichbedeutend?

[F] In den Medien wird das Wort Kunde häufig durch das Wort Verbraucher ersetzt, z. B.: »… wenn der Verbraucher heute zum Bankautomaten geht …«, »… betritt der Verbraucher heute ein Autohaus …«. Sind die beiden Bezeichnungen denn wirklich gleichzusetzen?

[A] Es stimmt, der Ausdruck Verbraucher wird besonders in den Medien häufig als Synonym für das Wort Kunde genutzt.

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Zwanzig, vierzig, fünfzig – aber: dreißig

[F] Es heißt zwanzig, vierzig, fünfzig usw., aber nicht dreizig, sondern dreißig. Ist das nicht reichlich inkonsequent? Was ist der Grund dafür?

[A] Die Frage ist schnell beantwortet. Die Ursache für diese »Inkonsequenz« bei den Zehnerzahlen liegt weit zurück in der deutschen Sprachgeschichte, denn sie ist mit der sogenannten hochdeutschen oder zweiten Lautverschiebung im frühen Mittelalter zu erklären.

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Die Aussprache von Jahreszahlen

[F] Noch vor zwanzig Jahren sprach man Jahreszahlen in »Hunderterschritten« aus, z. B. 1996 als neunzehnhundertsechsundneunzig. Warum hat sich die Aussprache im 21. Jahrhundert zu »Tausenderschritten« geändert, z. B. 2016 als zweitausendsechzehn?

[A] Vielen Dank für Ihre Anfrage, Der Duden stellt dazu nur nüchtern fest: »Die Jahreszahlen von 1100 bis 1999 werden nach Hundertern zusammengefasst.

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Woher stammt die Redewendung die sturen Hessen?

[F] Woher stammt die Redewendung die sturen Hessen? Ist Sturheit tatsächlich eine Charaktereigenschaft, die besonders diesem Völkchen nachzusagen ist?

[A] Es ist nicht abschließend geklärt, wo die Redewendung die sturen Hessen ihren Ursprung hat. Wir halten es für möglich, dass sie von dem Sprichwort ein blinder Hesse abgeleitet werden kann, das vermutlich seit dem 19. Jh. gebraucht wird, um einen geistesbeschränkten und schwachsinnigen Menschen zu beschreiben.

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Der Untschied zwischen bayrisch und bayerisch

[F] Was ist der Unterschied zwischen bayerisch und bayrisch? Dass es einen zu geben scheint, zeigt der Eigenname Bayerischer Wald, denn hier ist es falsch, das e wegzulassen.

[A] Tatsächlich kann das Adjektiv zu Bayern sowohl bayrisch als auchbayerisch geschrieben werden. Die Variante mit e wird vorwiegend in der Standardsprache und in Eigennamen verwendet.

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Zur Doppeldeutigkeit von in Kürze

[F] Ist es korrekt, von »Nachrichten in Kürze« zu sprechen, wenn ihre zeitliche Ausdehnung gemeint ist (sie also knapp bemessen sind), nicht aber, dass sie nicht sofort beginnen, sondern gleich/bald?

[A] Der Ausdruck Kürze kann, sofern er allein steht, in zweifacher Hinsicht interpretiert werden: als ›bald‹ oder auch als ›knapp‹.

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