Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

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Abkürzungen | Anglizismen | Aussprache | Bedeutung | Dialekte | Flexion/Beugung | Fremdwörter | Genus | Getrennt- und Zusammenschreibung | Grammatik | Groß- und Kleinschreibung | Herkunft | Kasus | Konjunktiv | Literatur/Zitate | Namen | Plural | Pragmatik | Rechtschreibung | Redewendungen | Satzbau | Schrift | Sonstiges | Stil | Tempus | Vornamen | Wortbildung | Wortschatz | Zeichensetzung | Ziffern und Zahlen

Kann ein c als Dehnungszeichen fungieren?

[F] Kann ein c tatsächlich als Dehnungszeichen fungieren und den vorhergehenden Vokal artikulatorisch in die Länge ziehen? Der Name Gackenholz soll beispielsweise wegen des Dehnungs-c mit langem [a:] gesprochen werden.

[A] Zunächst sollten wir klären, was ein Dehnungszeichen ist – nämlich ein zusätzliches Zeichen, das die Länge des Vokals markiert. Neben der Verdoppelung des Vokals (z. B. Aal) sind h (z. B. hohl) sowie e (z. B. schief) als Dehnungszeichen gebräuchlich.

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Sommerzeit und Winterzeit

[F] Ist das Wort Winterzeit eine offizielle Bezeichnung? Seit wann gibt es dieses Wort? Es handelt sich ja um die Normalzeit, und wenn wir zu einer ganzjährigen einheitlichen Zeit zurückkehren sollten, wäre die Bezeichnung Winterzeit (besonders im Sommer) doch sehr irreführend. Können Sie den Ausdruck nicht abschaffen?

[A] Winterzeit ist eine standardsprachlich akzeptierte Bezeichnung für die Normalzeit. Sie hat sich vermutlich als Antonym zum Ausdruck Sommerzeit entwickelt

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Gemischtschreibungen: Vom Fressen-und-gefressen-Werden

[F] Wie werden der Ausdruck das Fressen-und-gefressen-Werden sowie substantivische Zusammensetzungen mit sich (z. B. »ein Raum zum Sich-Entspannen/Sichentspannen«, korrekt geschrieben?

[A] Bei Fressen-und-gefressen-Werden handelt es sich um die sogenannte gemischte Schreibung, das heißt, bei einem solchen Ausdruck werden der Anfang und die substantivischen Glieder großgeschrieben.

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Warum sagt man beim Anstoßen prost?

[F] Zum Jahreswechsel stoßen viele mit dem Ausruf »Prost Neujahr!« an. Was heißt das eigentlich – prost? Und warum wird das o lang gesprochen? Nach hiesigen Ausspracheregeln müsste es doch eigentlich kurz ausgesprochen werden.

[A] Schon seit dem frühen 18. Jahrhundert ist die Wunschformel »Prosit!« bzw. kurz »Prost!« beim Anstoßen weit verbreitet. Das Wort selbst stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ›es möge nützen, es möge zuträglich sein‹.

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Beugung und Kommasetzung bei mehreren Adjektiven

[F] Eine Frau mit langem[,] blondem/blonden Haar – Wie werden mehrere Adjektive vor einem Substantiv gebeugt und wann wird ein Komma gesetzt?

[A] Diese Frage erreicht uns recht häufig und scheint Verunsicherung auszulösen. Schauen wir uns zunächst die Beugung (Flexion) zweier nebeneinanderstehender Adjektive vor einem Substantiv an.

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Woher kommt die Redewendung Holzauge, sei wachsam?

[F] Woher stammt die Redewendung Holzauge, sei wachsam!? Die Erklärung, dass in Festungsanlagen Mauerdurchbrüche im Wehrgang mit einer Holzkugel verschlossen wurden, die durchbohrt waren, sodass man nach außen sehen konnte, das Holzauge also wachsam war, leuchtet an sich ein. Doch ist sie haltbar?

[A] Ich teile Ihre Skepsis. Die Wörterbücher und Lexika, die die fraglichen Jahrhunderte einbeziehen, kennen die Redewendung Holzauge, sei wachsam! nicht, ebenfalls die großen traditionellen Sprichwörtersammlungen sowie Lutz Röhrich, der ja Sprichwörter und Redensarten auch bis ins Mittelalter zurückverfolgt.

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Welche Regeln gibt es bei der Ortsnamenschreibung?

[F] Warum werden Ortsnamen manchmal ohne Bindestrich geschrieben und manchmal mit (z. B. Niederursel und Ober-Mörlen)? Ist das historisch bedingt oder steckt ein System dahinter?

[A] Die beiden Beispiele Niederursel und Ober-Mörlen sind Ortsnamen mit sogenannten differenzierenden Zusätzen. Diese kamen im deutschsprachigen Raum bereits um 1100 auf, einer Zeit, in der ein starker Siedlungsausbau stattfand.

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