Deutsch in den Südalpen: Isolation und Kontakt. Vorstellung des Projekts AlpiLinK

Prof. Dr. Stefan Rabanus, Verona
Datum
30.11.2023
18:00 Uhr
Eine Veranstaltung von:


Zum Vortrag:

Die Alpen sind seit der Antike der Übergangsraum zwischen der germanisch-deutschen Kultur im Norden und der lateinisch-italienischen Kultur im Süden. Wichtige Verbindungswege wie die Brennerstraße oder die Gotthardstraße haben schon immer den Kontakt zwischen beiden Kulturräumen garantiert, die Alpen waren also nie eine unüberwindbare Kommunikationsbarriere. Es gibt in den Bergen aber auch abgelegene, schwer erreichbare Gebiete, in denen sich archaische Sprachformen erhalten haben, die in der Ebene verschwunden sind. Die Sprachsituation der (italienischen) Südalpen ist der Untersuchungsgegenstand des Projekts AlpiLinK (https://alpilink.it). Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den deutschen “Sprachinseln” im “Meer” der italienisch-romanischen Dialekte gewidmet (z. B. Zimbrisch). Die Sprachinseldialekte sind besonders interessante Varietäten, weil sie einerseits durch jahrhundertelange Isolation archaische Merkmale des Deutschen bewahrt, andererseits durch vor allem in jüngerer Zeit starken Sprachkontakt romanische Merkmale aufgenommen haben. Im Projekt werden sowohl die deutschen Sprachinseldialekte als auch die sie umgebenden italienisch-romanischen Dialekte in Ton und Bild dokumentiert. Das Projekt verfolgt einen Citizen Science-Ansatz, in dem die Sprachgemeinschaften sowohl bei der Konzeption als auch bei der Durchführung der Datensammlung (per Crowdsourcing) beteiligt sind und damit aktiv zur Dokumentation ihrer Sprachen beitragen.

 

Zweigvorsitzender:

Prof. Dr. Mark L. Louden
University of Wisconsin–Madison
Max Kade Institute
432 East Campus Mall
Madison, Wisconsin 53706
USA
Tel. + 1 608 262 7546
E-Mail: mllouden@wisc.edu