Leichte Sprache

CC-Lizenz

Die Leichte Sprache ist eine sprachliche Varietät mit einem sehr geringen Schwierigkeitsgrad. Verglichen mit der Standardsprache und der Einfachen Sprache ist sie die Sprachstufe mit dem geringsten Schwierigkeitsgrad. Entsprechende Texte sind oft nicht nur sprachlich, sondern auch inhaltlich stark vereinfacht und enthalten deutlich mehr Erklärungen als standardsprachliche Texte. Denn Hauptzielgruppe sind Menschen mit einer geistigen Behinderung oder kognitiven Einschränkungen. Texte in Leichter Sprache sind gekennzeichnet durch einen reduzierten Wortschatz, einen einfachen Satzbau und typografische Besonderheiten. Häufig enthalten sie Bilder, die die Aussage unterstützen.

Beispiele für die Übersetzung in Leichte Sprache

Hier wurden Texte aus dem Parlamentsdeutsch in Leichte Sprache übersetzt. Zu einer solchen Übersetzung gehört auch eine Erläuterung von Begriffen, die bei der Zielgruppe nicht als bekannt vorausgesetzt werden können.

Regelwerke

Für die Leichte Sprache gibt es verschiedene Regelwerke: Einige von ihnen kommen aus der praktischen Arbeit mit Menschen, die eine geistige Behinderung haben. Andere kommen aus der (Sprach-)Wissenschaft, wobei theoretische und empirische Ansätze zu unterscheiden sind.

Die GfdS beteiligt sich derzeit an der Erstellung einer DIN SPEC (PAS) mit dem Thema »Empfehlungen für Deutsche Leichte Sprache«. Dabei geht es darum, auf der Grundlage der bestehenden Regelwerke für Leichte Sprache Empfehlungen für das Abfassen von Texten in Leichter Sprache zu geben. Die DIN SPEC soll zum einen für eine größere Qualität von Texten in Leichter Sprache sorgen. Zum anderen ist sie als Grundlage für öffentliche Ausschreibungen gedacht und zielt darauf, die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0) zu präzisieren. Die Arbeit an der DIN SPEC (PAS) soll im Frühjahr 2021 abgeschlossen sein.

Die Arbeit der GfdS im Bereich Leichte Sprache

Die GfdS hat in der Vergangenheit eine Vielzahl an (Fach-)Texten in Leichte Sprache übersetzt. Darunter waren z. B. Anträge, Beschlussempfehlungen des Petitionsausschusses, Reden, Flyer zu Ausstellungen sowie Webseiten von Abgeordneten. Bei der Arbeit in diesem Bereich orientiert sich die GfdS an wissenschaftlichen Standards und lässt die Texte von Angehörigen der Zielgruppe auf Verständlichkeit prüfen.

Die Regeln der Leichten Sprache werden bei Bedarf auch in Seminaren vermittelt.