Die Gesellschaft für deutsche Sprache stellt sich vor

Die Gesellschaft für deutsche Sprache ist ein eingetragener Verein und hat ihren Sitz in Wiesbaden. Seit ihrer Gründung im Jahr 1947 blickt die GfdS inzwischen auf eine über 70-jährige Geschichte zurück; der Verein wird von der Bundesregierung, den Bundesländern und einem Förderkreis unterstützt.

Als gemeinnütziger Verein hat es sich die GfdS zur Aufgabe gemacht, das Bewusstsein und das Interesse für die deutsche Sprache – für ihre Funktion, ihre Besonderheiten und ihre Eigenheiten – bei allen, die Deutsch sprechen und lernen, zu fördern. Mit diesem Ziel ist die Gesellschaft für deutsche Sprache in vielen Bereichen aktiv. Zu den wichtigsten Aufgaben des Vereins gehören jedoch die Sprachberatung und die Vornamenberatung.

Bei der Sprachberatung erfüllt die GfdS eines der zentralen Ziele, das fest in ihrer Satzung verankert ist: all denen zu helfen, die in sprachlichen Fragen Rat brauchen. Sprachliche Fragen erreichen die GfdS täglich, vor allem per Telefon oder E-Mail. Dabei geht es beispielsweise um Probleme bei der Kommasetzung und Rechtschreibung, die korrekten Zeitformen von Verben, Fragen zum Satzbau oder die richtige Anrede in einem förmlichen Brief. Aber auch die Herkunft und Bedeutung von Wörtern wird erfragt, ihre Verwendung in der modernen Sprache, welche Aussprache eines bestimmten Wortes die richtige ist und wie neue Phänomene – zum Beispiel in der Jugendsprache – zu verstehen und zu bewerten sind. Es geht also um alle Fragen und Problemfälle, die Sprecherinnen und Sprechern in den Sinn kommen, wenn sie – beruflich oder privat – kritisch mit der deutschen Sprache umgehen.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GfdS beantworten die Sprachanfragen auf der Grundlage wissenschaftlicher Forschung und sind dabei politisch unabhängig. Sie stützen sich auf Grammatiken, Wörterbücher und Regelwerke, recherchieren in der sprachwissenschaftlichen Fachliteratur ihrer umfangreichen Bibliothek und oft auch weit darüber hinaus. Das Ziel der Sprachberatung ist es natürlich, den Ratsuchenden eine klare und hilfreiche Antwort zu geben. Dabei werden der allgemeine Sprachgebrauch und amtliche Regeln genauso berücksichtigt wie spezielle Kontexte und Verwendungsfälle. Manche sprachlichen Fragen stellen jedoch echte »Zweifelsfälle« dar. Das bedeutet, dass sich eine eindeutige Antwort nicht finden oder ein klares Urteil – »richtig« oder »falsch« – nicht fällen lässt. Das hängt häufig damit zusammen, dass sich das Deutsche, wie alle modernen Sprachen, ständig verändert und deshalb reich an Varianten ist. Alte und neue Formen bestehen nebeneinander und es treten – in der Aussprache, im Wortschatz und selbst in der Grammatik und Rechtschreibung – alternative Formen auf, die im Sprachgebrauch gleichermaßen ihre Berechtigung haben. In einem solchen Fall versuchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GfdS genau dafür zu sensibilisieren: dass Sprache ein Phänomen ist, dass sich stets im Wandel befindet und – ganz gleich in welche Richtung sie sich entwickelt – keines besonderen »Schutzes« durch ihre Sprecherinnen und Sprecher bedarf.

Als Verein hat die GfdS Mitglieder, die die Sprachberatung der Gesellschaft kostenlos nutzen können. Mitglied der GfdS kann jede und jeder werden; ob Privatpersonen, Unternehmen, Behörden oder Institutionen, ob aus Deutschland oder dem Ausland. Entsprechend vielfältig sind die Anfragen und die Themenbereiche, zu denen die GfdS täglich berät. Natürlich steht die Beratung auch Nichtmitgliedern offen, die dafür eine kostenpflichtige Servicenummer nutzen können.

Auch der Deutsche Bundestag vertraut auf die Sprachberatung der GfdS. Der Redaktionsstab der Gesellschaft in Berlin, der direkt in den Räumlichkeiten des Bundestages angesiedelt ist, steht der Verwaltung, den Abgeordneten und den Fraktionen des Parlaments bei allen sprachlichen Fragestellungen zur Verfügung. Bei der parlamentarischen Arbeit ergibt sich oft ein besonderer Beratungsbedarf, beispielweise wenn es um spezielle Textsorten wie Gesetzestexte oder Anfrage geht oder um Spezialthemen wie Familienpolitik oder atomare Sicherheit. Dementsprechend greifen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Berliner Redaktionsstabs häufig auf fachsprachliche Wörterbücher und Datenbanken zurück. Wie die allgemeine Sprachberatung arbeitet auch der Redaktionsstab der GfdS beim Deutschen Bundestag unpolitisch und überparteilich und behandelt alle Anfragen streng vertraulich.

Korrekturaufträge für private und professionelle Texte übernimmt die Gesellschaft für deutsche Sprache ebenfalls. Dabei sind Korrekturen der Grammatik, Rechtschreibung und Zeichensetzung genauso gefragt wie Vorschläge für stilistische Änderungen.

Schließlich bietet die GfdS im Rahmen der Sprachberatung auch Seminare an, in denen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer intensiv mit Themen wie Rechtschreibung, moderner Verwaltungssprache, Leichter Sprache, Rechtssprache oder geschlechtergerechter Sprache – dem sogenannten Gendern – auseinandersetzen können.

Fortbildungen für Lehrerinnen und Lehrer gehören ebenso zum Beratungsangebot der Gesellschaft für deutsche Sprache. Die Inhalte der Veranstaltungen sind vielfältig und immer eng auf die jeweiligen Lehrpläne abgestimmt. Die teilnehmenden Lehrkräfte haben unter anderem die Möglichkeit, in moderierten Workshops ein besseres Verständnis für die Sprachentwicklung des Deutschen und spannende Tendenzen in der Gegenwartssprache zu entwickeln, Konzepte wie den Norm-Begriff im Deutschunterricht zu diskutieren oder sich in Vorträgen zu Themen wie Schreibkompetenz, Rechtschreibung und Grammatik oder dem Wortschatzerwerb fortzubilden. Das Team der GfdS versucht dabei, eine Brücke zwischen der wissenschaftlichen Betrachtung der Sprache und dem Sprachalltag von Deutschlehrerinnen und -lehrern und ihren Schülerinnen und Schülern zu schlagen. Auch Präsentationen zu kuriosen Themen aus der Jugendsprache und oder zur Benennung von z. B. Pizza und Schnitzel halten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GfdS daher gerne mit einem Augenzwinkern.

Neben der Sprachberatung ist die Vornamenberatung eine der zentralen Aufgaben der Gesellschaft für deutsche Sprache. Die Wahl eines Vornamens für ein neugeborenes Kind ist manchmal gar nicht so einfach. Vielleicht sind die Eltern auf der Suche nach einem Namen mit einer bestimmten Bedeutung, einem besonderen Klang oder aus einem speziellen Kulturkreis; vielleicht wird ein Vorname, der den Eltern gefällt, von Standesämtern in Deutschland nicht ohne Weiteres akzeptiert. Auch hier unterstützt und berät die GfdS: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erstellen Gutachten zur Eintragungsfähigkeit von Namen, ermitteln die Verwendung und die Häufigkeit von Vornamen oder helfen bei der Suche nach Vornamen mit bestimmten Merkmalen. Die personalisierten Vornamenurkunden der GfdS mit vielen Informationen, etwa zur Herkunft und Bedeutung des Namens, werden im Gegensatz zu den Kurzgutachten für die Standesämter in Schmuckform angefertigt und sind beliebte Geschenke für die Namensträgerinnen und Namensträger, nicht nur zur Geburt oder zur Taufe. Einmal im Jahr veröffentlicht die GfdS zudem die Liste der beliebtesten Vornamen in Deutschland.

Als gemeinnütziger Verein hat die GfdS ca. 100 Zweige im In- und Ausland; auch in der bayrischen Landeshauptstadt ist die Gesellschaft natürlich vertreten. Die Zweige – von Ankara bis Zwickau – werden von ehrenamtlichen Zweigvorsitzenden geleitet und organisieren Vorträge und Veranstaltungen zu Themen rund um die deutsche Sprache und Kultur, die allen Sprachinteressierten offenstehen. Zu aktuellen Themen und Anlässen veranstaltet die GfdS Tagungen und Symposien, etwa unter dem Motto »Die deutsche Sprache in …«. Über die Aktivitäten der Gesellschaft und ihrer Zweige, über sprachkulturelle und sprachwissenschaftliche Themen berichtet die GfdS in sechs Ausgaben pro Jahr in der Zeitschrift »Der Sprachdienst«. Darin finden sich Artikel zu sprachlichen Fragen, Beobachtungen zur Sprachentwicklung, Interviews, Rezensionen und eine Preisaufgabe für die Leserinnen und Leser. Beiträge, die einen stärkeren sprachwissenschaftlichen Fokus haben und sich an ein Fachpublikum richten, erscheinen in der Zeitschrift »Muttersprache«, die zu einer der ältesten sprachwissenschaftlichen Zeitschriftenreihen in Deutschland zählt und heute ebenfalls von der GfdS herausgegeben wird. Auch Bücher zu sprachlichen und sprachwissenschaftlichen Themen werden von der Gesellschaft für deutsche Sprache veröffentlicht, unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Dudenverlag in der Reihe »Thema Deutsch«. Umfragen zum Sprachgebrauch, Regeln und Übungen zur Rechtschreibung oder Informationen zu ihrer Geschichte veröffentlicht die GfdS in kostenlosen Broschüren. Natürlich ist die GfdS auch online aktiv: auf der Website der Gesellschaft (www.gfds.de), auf Twitter (@_gfds_) und auf Facebook.

In den Medien ist die Gesellschaft für deutsche Sprache immer wieder präsent. Sie verleiht den »Hans-Oelschläger-Preis« an Journalistinnen und Journalisten, die sich kritisch mit dem deutschen Sprachgebrauch auseinandersetzen, und ehrt Kulturschaffende, die sich in besonderer Weise um die deutsche Sprache verdient gemacht haben, schon seit vielen Jahrzehnten mit dem »Medienpreis für Sprachkultur«. Eine Jury der Gesellschaft für deutsche Sprache wählt jedes Jahr das »Wort des Jahres«. Auch bei dieser Wahl geht es darum, einen aufmerksamen und kritischen Blick auf die Sprache zu werfen und solche Wörter zu finden, die in einem Jahr besonders im Fokus standen und gesellschaftliche, kulturelle, soziale und politische Debatten im deutschen Sprachraum besonders gut abbilden. Im Jahr 2019 wurde das Wort Respektrente zum Wort des Jahres gewählt.

Wenn Sie sich selbst für die deutsche Sprache begeistern und wenn Sie die Gesellschaft für deutsche Sprache unterstützen möchten, dann werden Sie Mitglied! Sie profitieren von der kostenlosen telefonischen Beratung der GfdS, können Ihre eigenen Texte zu einem ermäßigten Preis Korrektur lesen lassen und die beiden Publikationen »Der Sprachdienst« und »Muttersprache« zu einem Vorzugspreis beziehen. Ihre Mitgliedsbeiträge helfen dem Verein bei seiner sprachkulturellen Arbeit. Auf unserer Internetseite können Sie durch zahlreiche beantwortete Sprachanfragen stöbern, Aufsätze zu aktuellen »Zeit-Wörtern« lesen und erfahren Wissenswertes zum Vornamen der Woche. Online können Sie auch Mitglied werden, Vornamenurkunden bestellen, unsere Zeitschriften abonnieren, Broschüren herunterladen u. v. m. Wir freuen uns auf Sie.