Zum Vortrag:
Sprachbezogene Debatten haben in den vergangenen Jahren deutlich an gesellschaftlicher und politischer Intensität gewonnen. Aussagen wie „Man darf ja nichts mehr sagen“ oder „Das darf man ja nicht mehr sagen“ stehen ebenso im Raum wie Forderungen nach bzw. gegen geschlechtergerechte Sprache. Sie prägen die öffentliche Diskussion zunehmend und sind relevanter Teil der aktuellen Wahlkämpfe in Deutschland. Woher stammen diese Einschätzungen und welche gesellschaftlichen und sprachlichen Entwicklungen liegen ihnen zugrunde?
In meinem Vortrag untersuche ich aktuelle Prozesse des Sprachwandels, die sowohl durch veränderte gesellschaftliche Realitäten als auch durch den Einfluss anderer Sprachen geprägt sind. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach den Akteur*innen sprachlicher Veränderung, ihrem tatsächlichen Einfluss sowie den Institutionen und Mechanismen sprachlicher Normsetzung. Der Blick richtet sich dabei über die deutschen Grenzen hinaus: Auch auf EU-Ebene werden sprachpolitische Regelungen erlassen und die Debatten in verschiedenen Ländern und zu verschiedenen Sprachen beeinflussen sich gegenseitig. Der Vortrag verbindet damit Perspektiven auf Sprachwandel, Sprachpolitik und öffentliche Diskurse im europäischen Kontext.
Auch im Jahr 2026 organisiert der SSYL zusammen mit seinen Kooperationspartnern, dem finnischen Deutschlehrerverband, der Aue-Stiftung und der GFdS, den Tag der deutschen Sprache. Herzlich willkommen!
Programm unter: https://www.ssyl.fi
Zweigvorsitzende:
Dr. Luise Liefländer-Leskinen
E-Mail: lieflanderleskinen@gmail.com