Muttersprache 3/2006

Hillegeist, Kerstin
Umsetzung von Sprechintentionen über Intonation. Sprechgestaltung in Hörfunk und Deutschunterricht

Welche sprechgestalterischen Mittel bewirken, dass die Äußerungen eines Nachrichtensprechers von Zuhörern als »sachlich« empfunden werden? Wodurch wird eine Äußerung innerhalb eines erzählenden Beitrags als »ironisch« markiert? Ansätze zur Klärung dieser Fragen einer genreabgrenzenden Sprechgestaltung liefert die im folgenden Beitrag vorgestellte Analyse konkreter Hörfunkbeispiele. Dabei wird ein Modell zur Synthese von emotional-intentionalem Ansatz und sprechtechnischem Ansatz eingeführt und auf seine didaktischen Implikationen für den Deutschunterricht überprüft.

Which means of expression does a news-reader employ to make his report sound »objective«? By which characteristics is a comment (used within a narrative report) marked as »ironic«? The following contribution tries to answer these questions by analyzing authentic extracts from radio programmes. In this context, a new approach is introduced, that combines traits of a technical proceeding with aspects of an emotion-focused perspective. Furthermore, possible didactic implications are discussed.

Malmqvist, Anita
»Event« – der Aufstieg eines Modeworts im Deutschen

Dieser Beitrag beschreibt den Prozess der Aufnahme und Integration des Anglizismus Event ins Deutsche mit kurzen Ausblicken auf das Schwedische. Ausgehend von deutschen und schwedischen Zeitungskorpora wird das Neulexem nach Häufigkeit des Auftretens sowie nach Gebrauchsdomänen, Bedeutungsentwicklung und Wortbildungsaktivität analysiert. Als Ursachen für die Entlehnung werden soziokulturelle Tendenzen der Gegenwart diskutiert. Abschließend folgen Überlegungen zur künftigen Stellung des untersuchten Wortes im deutschen und schwedischen Lexembestand.

The present study focuses on the recent import of an English loanword, event, into German, describing the process of integration and comparing this with corresponding developments in the Swedish language. Using a German and Swedish corpus compiled from newspaper texts the tokens are analysed with regard to frequency, domains of usage, semantic change, and word formation activity. Socio-cultural factors as driving forces in the adoption of the word are discussed, followed by some reflections on the future position of the studied lexeme in the two compared languages.

Blei, Dagmar/Spaniel, Dorothea
Freude, Frust und Fantasie. Über die Variabilität eines figurativen Stilelements

Ausgehend von der Produktivität des Stilelements Alliteration im Kommunikationsbereich der Publizistik und Presse wird dessen sprachstilistische Variabilität sowohl auf der Sprachsystem- als auch auf der Textebene analysiert. Zahlreiche Beispiele belegen auf der phonemisch-phonischen, graphemisch-graphischen, lexikalisch-morphematischen, lexikalisch-semantischen sowie grammatisch-morphematischen bzw. syntaktischen Ebene nicht nur die Vielfalt sprachlicher Mittel und Strukturen in alliterierenden Titeln/Überschriften, sondern auch diversifizierende Funktionen, wie z. B. Neugier, Interesse, Freude, Spaß, Hervorhebung u.a.m. Besonders in Text(e)-Bild(er)-Konglomeraten entfalten die Alliterationen ihr pragmatisches Potenzial, das Okkasionelles und Kreatives im Sprachgebrauch ebenso einschließt wie Rückverweise auf kulturelle Prägungen.

Starting from the premise that alliteration is a productive figure of speech both in journalism and the media, this article discusses its stilistic potential from the textual and the language system point of view. Numerous examples are provided to illustrate the multitude of linguistic means and structures applied in titles/headlines on the various linguistic levels: phonetic-phonemic, graphemic-graphical, lexico-morphemic, lexico-semantic and grammatical-morphemic as well as syntactic. These examples clearly point to the diversifying function of alliterations, e. g. for prompting curiosity, interest, fun as well as for highlighting items. Finally, alliteration proves to have particular pragmatic potential as occasional and creative elements when considering combinations of text and visual elements as well as when referring to cultural background.

Elsen, Hilke
Pseudomorpheme. Fiktive Namen im Übergangsbereich von Phonologie und Morphologie

Im vorliegenden Artikel werden fiktive, also ausgedachte Namen für ganz unterschiedliche Referentengruppen auf ihre morphologische Bauweise hin untersucht. Einerseits kommt es dabei häufig zu Kunstwortbildungen, andererseits sind diese Kunstwörter weder rein arbiträr noch immer klar als Simplizia zu betrachten. Auf diesem besonderen Problembereich liegt der Schwerpunkt der Studie.

In this article, fictitious names for various groups of referents are analysed morphologically. On the one hand, many examples of word manufacturing are found. On the other hand, these examples are neither arbitrary nor clear cases of simplicia. This is the focus of the study.

Frese, Antoanita
Die Neologismen deutscher Herkunft im Bulgarischen

Unter den Neologismen, die in den letzten Jahren nach dem gesellschaftlichen Umbruch in Bulgarien Ende 1989 in der bulgarischen Sprache aufgetaucht sind, lassen sich zahlreiche Entlehnungen aus dem Deutschen beobachten. Ihr Entlehnungsweg folgt der deutschen und österreichischen Präsenz in Bulgarien, wobei der Autoimport und die Tätigkeit von Handelsketten aus Deutschland und Österreich das wichtigste Einfallstor für neue Germanismen im Bulgarischen sind. Unter den neuen Lexemen deutscher Herkunft können nicht nur echte Germanismen beobachtet werden, sondern auch neue Bedeutungen bereits etablierter Germanismen sowie neue Pseudogermanismen, die das Bulgarische für seine eigenen Zwecke aus deutschen oder deutsch aussehenden Wortbildungselementen prägt.

There are numerous new German words among the neologisms which emerged in Bulgarian language during the last years after the »turn« in Bulgaria at the end of 1989. Their borrowing way follows the German or Austrian presence in Bulgaria. Thus, the car import and the chain stores from Germany and Austria operating in Bulgaria are the main gateway for the new germanisms. Among the new lexemes from German origin, one can notice not only true German borrowings but also new meanings of already established germanisms as well as new pseudo germanisms which Bulgarian builds for its own use from German or German looking word-formation elements.

Kashapova, Dina
Max Nordaus »Entartung«. Der vergessene Bestseller aus sprachwissenschaftlicher Sicht

Der Aufsatz widmet sich dem Begriff Entartung im gleichnamigen zweibändigen Buch von Max Nordau aus sprachhistorischer Perspektive. Methodisch wird zwischen Begriff und Bedeutung unterschieden, so dass zum einen der medizinische Entartungsbegriff von Nordau vorgestellt, zum anderen der Gebrauch der Lexeme Entartung, entartet sowie deren Synonyme und Kollokationen in seinem Buch nachgezeichnet werden kann. Es wird dargestellt, dass ähnliche Gedankengänge über Entartung im europäischen Kulturdiskurs bereits vor der Veröffentlichung von Nordaus Zweibänder vorhanden sind und dass Nordau diese systematisiert und popularisiert, wodurch er den späteren nationalsozialistischen Begriff entartete Kunst zu einem gewissen Grad prägt.

The paper discusses the concept degeneration in the cognominal book by Max Nordau from thelinguistic and historical point of view. The author differentiates between the semantic terms concept and meaning, so that she can both show the medical concept degeneration and trace the use of the lexems degeneration, degenerated and their synonyms and collocations in Nordau‘s book. It has also demonstrated that there were similar thoughts about the degeneration in the culture discourse in Europe before Nordaus book was published. Nordau has just systematized and popularised these thoughts and shaped to some extent the later national socialist concept degenerated art.

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