15. April 2020

Rassismuskritische Sprache im Kulturbereich

Online-Workshop in Zusammenarbeit mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung und Amo-Braunschweig Postkolonial

CC-Lizenz

Lesen Sie hier einen Rückblick zu diesem Workshop.

Die wenigsten Menschen möchten andere gezielt und absichtlich diskriminieren. Dennoch geschieht dies, oftmals unbewusst, in der täglichen Kommunikation und Berichterstattung. Mit dem Thema »Rassismuskritische Sprache im Kulturbereich« beschäftigt sich ein Workshop der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für deutsche Sprache und Amo-Braunschweig Postkolonial.

Das Thema

Ein Begriff, der für die eine Person wertneutral oder rein deskriptiv scheinen mag, kann beim Gegenüber Irritation oder gar Verletzung auslösen. Dies liegt nicht etwa an persönlichen Befindlichkeiten. In unsere Sprache ist Geschichte eingeschrieben, welche je nach Standpunkt ganz unterschiedlich gelesen wird.

Gerade im Kulturbereich spielt Sprache eine übergeordnete Rolle: auf der Bühne, in der Vermittlungsarbeit, bei der Veranstaltungsankündigung, in der Kommunikation mit internen und externen Beteiligten und mit dem (potentiellen) Publikum.

Dieser Workshop lädt »Kulturpraktiker/-innen of Color«* ein, in einer geschlossenen Atmosphäre Strategien zum Umgang mit rassistischer Sprachpraxis in ihrem eigenen Arbeitskontext zu entwickeln. Weiße* Kulturschaffende werden eingeladen, ihre eigene Sprachpraxis und den Umgang mit Sprache im eigenen Arbeitsfeld zu reflektieren. Alle Teilnehmenden erarbeiten gemeinsam konstruktive Strategien für eine diskriminierungssensible Sprache im Kulturbereich.

Workshopdetails und Anmeldung

Angesichts aktueller Entwicklungen im Zuge der Corona-Pandemie wird die Fortbildung als Online-Workshop angeboten. Dabei handelt es sich nicht um ein reines Vortragsformat. Alle Teilnehmenden werden per Videokonferenz hinzugeschaltet und können mittels verschiedener Methoden aktiv an der Veranstaltung teilnehmen.

Workshopzeiten:

Donnerstag, 23. April 2020
10.00–14.00 Uhr (inklusive Offline-Mittagspause)

Die Teilnahme ist kostenfrei.

Es sind noch wenige Plätze frei. Daher bitten wir Sie um eine möglichst schnelle Anmeldung unter: lukas.bergmann@bundesakademie.de

Anmeldeschluss: 21.04.2020

Referentinnen und Referenten

Amo-Braunschweig Postkolonial

Wir sind ein diverses und basisdemokratisches Kollektiv. Wir haben den Anspruch, emanzipatorisch, intersektional und fortschrittlich zu agieren. Unsere Kerngruppe setzt sich zusammen aus vier Braunschweigerinnen und Braunschweigern. Wir vier sind People of Color, Schwarze Deutsche und weiß positionierte Menschen. Wir sind weiblich, männlich, heterosexuell, queer, unterschiedlichen Alters und haben vielfältige berufliche Hintergründe. Wir treffen uns in regelmäßigen Abständen und überlegen gemeinsam, welche Aktionen wir für Menschen in und um Braunschweig anbieten können, um Räume zu eröffnen, sich kritisch mit postkolonialer Geschichte auseinanderzusetzen. Wichtig ist uns die Sensibilisierung und Auseinandersetzung mit Themen der rassismuskritischen Bildungsarbeit. Nebst Veranstaltungen wie Vorträgen, Ausstellungen, Diskussionsrunden bieten wir thematische Seminare zu Themen wie Empowerment und Powersharing, Auseinandersetzung mit (weißen) Privilegien, Kolonialismus, Rassismus als Struktur und weitere Aktionen wie offene Vernetzungstreffen an.

Personen und Tätigkeiten

Samuel Kofi Acheampong

Samuel Kofi Acheampong ist Gesundheits- und Krankenpfleger und Student der Humanmedizin. Er ist seit über 10 Jahren ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit tätig und Pate für das Projekt »Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage«. Seit Beginn des Jahres 2020 ist er Stipendiat der Deutschlandstiftung Integration. Er ist Mitbegründer des Kollektivs Amo-Braunschweig Postkolonial.

Céline Bartholomaeus

Céline Bartholomaeus studierte Kunst in Aktion und Kunstwissenschaften an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Seit 2017 ist sie als Theatervermittlerin und Projektleitung für das Kooperationsprojekt »Theater in die Schule« am Staatstheater Braunschweig tätig. Vor ihrem dortigen Engagement arbeitete sie als freiberufliche Theaterpädagogin mit verschiedenen Institutionen und realisierte künstlerische Projekte und Inszenierungen mit dem Fokus auf Diversität, Empowerment und politischer Bildung. Seit der Spielzeit 2018/2019 ist sie als Lehrbeauftragte an der HBK Braunschweig für »Theater in die Schule« tätig. Sie ist Mitbegründerin von Amo-Braunschweig Postkolonial.

Maik Bischoff

Maik Bischoff ist Referent für Friedenspädagogik in der Dokumentationsstätte über Kriegsgeschehen und Friedensarbeit – Antikriegshaus Sievershausen e. V. Er ist Bildungsreferent bei der Sozialistischen Jugend – Die Falken im Bezirksverband Braunschweig und Mitbegründer von Amo-Braunschweig Postkolonial.

Der Workshop ist Teil des Fortbildungsangebots der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel im Rahmen von KIWit.


Anmerkung

»People of Color« ist eine Selbstbezeichnung von Menschen, die Rassismus erfahren. Siehe die ausführliche Begriffsbeschreibung von Diversity Arts Culture. Weiß und Weißsein bezeichnen ebenso wie Schwarzsein keine biologische Eigenschaft und keine reelle Hautfarbe, sondern eine politische und soziale Konstruktion. Siehe die ausführliche Begriffsbeschreibung von Amnesty International.