Muttersprache 1/2005

Hornscheidt, Antje
»Kultur« in der gängigen Forschungs- und Ratgeberliteratur zu Interkultureller Kommunikation. Ausgewählte skandinavisch-deutsche Beispiele

Der Artikel untersucht die Konzepte von Kultur, Sprache und Verständigung, die die einschlägige Literatur zu Interkultureller Kommunikation1 im Rahmen von deutsch-skandinavischen Wirtschaftskontakten prägen. Generelle Vorannahmen werden dabei ebenso herausgearbeitet wie konkrete Stereotype zur deutschen oder skandinavischen Lebens- und Kommunikationsweise. Darauf aufbauend wird gefragt, welchen Leitlinien eine Neuausrichtung der Forschung zu Interkultureller Kommunikation folgen sollte und welcher Stellenwert in diesem Zusammenhang ethnomethodologisch fundierten Ansätzen beizumessen ist. Den Konsequenzen für die Anlage von praktischen Trainings zu Interkultureller Kommunikation widmet sich der letzte Abschnitt des Beitrags.

This article describes certain concepts of culture, language and communication which are characteristic of relevant publications on intercultural communication between Germans and Scandinavians. General assumptions as well as specific stereotypes concerning life and communication in Germany and Scandinavia are systematically shown. On this basis, the paper proposes guidelines for a new concept of research, which especially stresses ethnomethodologically based methods. The last chapter shows possible consequences for the organization of practical trainings on intercultural communication.

Collel, Michael
Rhetorik – Gelehrsamkeit oder Originalität? Eine Stil-Frage?

Was ist Rhetorik? In welchem Verhältnis stehen Rhetorik und Stilistik zueinander? Ist die Frage, ob Rhetorik von Gelehrsamkeit oder Originalität zeugt, eine Stil-Frage? – Mit der Beantwortung dieser drei Fragen wirft der folgende Beitrag einen Blick auf die Schattenseite der Stilforschung/sprachpragmatischen Stilistik und zeigt auf, was sie bislang nicht leistet, was sie aber leisten sollte.

What is rhetorics? What is the relation between rhetorics and stylistics? Is the idea of rhetorics as a proof of erudition and creativity a question of style? – By answering these three questions the following article sheds a light on the dark side of the studies of style/the stylistics of linguistic pragmatism, and demonstrates thereby what they have not yet been able to achieve, i. e. what they rather should achieve.

Kim, Dong-Uk
Anglizismen im Deutschen und im Koreanischen. Ein Vergleich

Durch die Globalisierung sowie die moderne Informationstechnologie nimmt der Einfluss des Englischen auf andere Sprachen immer mehr zu, was sich u. a. in einer wachsenden Anzahl von Wortentlehnungen manifestiert. Der vorliegende Beitrag vergleicht diese Entlehnungen im Deutschen und Koreanischen – zwei Sprachen, die sich aufgrund ihrer Bindung an verschiedene Kulturkreise, ihrer jeweils spezifischen Alphabete und ihrer Zugehörigkeit zu unterschiedlichen Sprachfamilien eindeutig voneinander abheben.

As a result of globalization and modern information technology the influence of English on other languages is constantly increasing. The following paper compares word-loans in German and Korean – languages which significally differ from each other due to their different cultural areas, alphabets and origins.

Dürscheid, Christa
Normabweichendes Schreiben als Mittel zum Zweck

Gegenstand des Beitrags sind Schreibweisen, die nicht der Normierung der deutschen Orthographie entsprechen. Dazu gehören sowohl Normabweichungen, die die Zeichensetzung betreffen (vgl. bahn.comfort), als auch solche, die auf der Ebene der Laut-Buchstaben-Zuordnung (vgl. HerCOOLes) und der Getrennt- und Zusammenschreibung (vgl. Weizen Bier) liegen. Auch Wörter, in denen nichtalphabetische Zeichen (vgl. V*I*A*G*R*A) und logographische Zeichen (vgl. T€URO) verwendet werden, fallen in diesen Bereich. Schließlich seien auch noch normabweichende Schreibungen genannt, die aus der Chat- und SMS-Kommunikation bekannt sind (vgl. wie schaaade). Einleitend wird dargelegt, welche formalen Muster hinter diesen Schreibungen stehen und wie sie im Spannungsfeld von Usus und Norm, Graphematik und Orthographie zu beurteilen sind. Dabei wird sich zeigen, dass die Normabweichungen viele Gemeinsamkeiten aufweisen, die Motive der Schreiber/-innen aber ganz verschieden sind. Im letzten Teil soll mit Blick auf die Schreibgewohnheiten in der Chat- und SMS-Kommunikation der Frage nachgegangen werden, wie diese im öffentlichen Diskurs bewertet werden und welche Position die Linguistik dazu einnimmt.

The article deals with phenomena of spelling that do not correspond to the standardization of German orthography. Such phenomena deviating from the norm can be found on the level of punctuation (cf. bahn.comfort), on the level of the correlation between sounds and alphabetic characters (cf. HerCOOLes) as well as on the level of writing lexical items as one word or two (cf. Weizen Bier). Within the scope of such phenomena, there are also words containing non-alphabetic signs (cf. V*I*A*G*R*A) as well as logographic signs (cf. T€URO). Moreover, phenomena known from chat and text message communication can be regarded as forms of spelling deviating from standard orthography (cf. wie schaaade). First, it will be shown what formal patterns constitute these forms of spelling and how they are to be judged in the tense atmosphere of use and norm as well as of graphematics and orthography. It will thus get obvious that the forms of spelling deviating from the norm have much common ground, yet that the writers’ motives are quite different. With regard to the writing habits in chat and text message communication, two questions will finally be pursued: How are these habits judged in public discourse? And what view does linguistic research take regarding these habits?

Gündoğdu, Mehmet
Reflexive Konstruktionen im Deutschen und im Türkischen

Die Durchführung kontrastiver Untersuchungen setzt vor allem eine gründliche Beschreibung der zu vergleichenden Sprachen auf der Grundlage eines Grammatikmodells voraus. Kontrastive Arbeiten zum Sprachenpaar Deutsch/Türkisch, die diese Bedingung erfüllen, finden sich nur selten. Das dürfte auf die nur bedingt vergleichbaren Strukturen der besagten Sprachen zurückzuführen sein. Zwar existiert die semantische Kategorie Reflexivum im Deutschen und im Türkischen. In vielen Fällen ist es jedoch nicht möglich, die Existenz eines syntaktischen und semantischen Reflexivums in den beiden Sprachen nachzuweisen. Im folgenden Beitrag soll der Versuch unternommen werden, dieses Problem anhand eines Vergleichs der reflexiven Konstruktionen im Deutschen und im Türkischen zu verdeutlichen.

A contrastive analysis of two languages requires detailed grammatical descriptions on a solid theoretical basis. Accurate comparative descriptions of German and Turkish are rather rare. One reason for this might be that the structures of Turkish and German are only to a certain extend comparable with each other. Although there is a semantic category reflexivum in both languages, in many cases it is not possible to point out its syntactic and semantic realizations. The following article aims at explaining this problem by means of a comparison of reflexive constructions in German and Turkish.

Zucchi, Stefan Matthias
Morphologische Aspekte defizienter Personalpronomina des Deutschen

Während die Grammatiken aller romanischen Sprachen zwei grundsätzlich verschiedene Klassen von Personalpronomina kennen, wurde im Deutschen traditionell keine Einteilung in verschiedene Pronominalklassen vorgenommen. Folglich galt die dritte Person Singular neutrum es zumeist als reiner »Sonderfall«. Die vergleichende eurozentrierte Sprachwissenschaft der 1980er- und -90er-Jahre hingegen hat anhand von Untersuchungen der semantischen und syntaktischen Strukturen des Deutschen festgestellt, dass es auch hier zwei unterschiedliche Klassen der Personalpronomina gibt, nämlich starke und defiziente. Allerdings gehen Arbeiten wie die von Cardinaletti/Giusti (1996) oder Starke (1995) weiterhin davon aus, dass die defizienten deutschen Pronomina keine morphologischen Eigenheiten besitzen. Legt man der Analyse jedoch anstelle orthographisch korrekter Texte phonetische Transkriptionen des gesprochenen Deutschen zugrunde, so lassen sich mühelos auch morphologische Unterschiede zwischen starken und defizienten Personalpronomina nachweisen. Die defizienten Pronomina sind zudem auch im Deutschen häufig klitisiert. Schließlich kennt auch das Schriftdeutsche seit Luthers Bibelübersetzung Formen defizienter, oftmals klitischer Pronomina.

Whereas grammatical systematics of all romanic languages distinguish between two different classes of personal pronouns, traditional German grammar does not offer a classification like that. Therefore, the 3rd person singular neutrum es is ususally regarded as an exception. During the 1980s and 90s, comparative linguistic studies on european languages have, however, ascertained (by analyzing semantic and syntactical structures) that the German pronouns, too, can be assigned to two different classes. But still, studies like those by Cardinaletti/Giusti (1996) or Starke (1995) deny that deficient German pronouns have special morphological characteristics. By analyzing phonetical transcriptions of spoken current German (instead of normal written texts) it can be shown, that there are, indeed, morphological differences between strong and deficient pronouns. Besides, German deficient pronouns are often cliticized. Since the days of Martin Luther’s bible translations, deficient pronouns occasionally do appear even in written German.

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