Muttersprache 2/2005

Hoffmann, Michael
Textmustervarianz – am Beispiel von journalistischen Porträts

Thema des Beitrags ist die Textmustervarianz der Pressetextsorte »Porträt«. Gestützt auf die Beobachtung, dass die journalistische Standardaufgabe, einen Menschen zu porträtieren, auf sehr verschiedene Weise realisiert werden kann, wird der Fokus auf Erscheinungsformen von Textkommunikation gerichtet, die sich als Spielarten des Porträtierens interpretieren lassen. Für den differenzierenden Blick auf die Textsorte »Porträt« werden drei disziplinär verschiedene Zugänge gesucht: (1) Ein übergreifender textlinguistischer Zugang (Textmustervarianz) bildet den Rahmen für die Berücksichtigung von (2) varietätenlinguistischen (Ausprägungen von Pressesprache) und (3) medienwissenschaftlichen Differenzierungen (Journalismuskonzepte).

The aim of this article is to investigate the variability in following a textual pattern concerning the text type »portrait« in the press. Grounded on the assumption that the journalistic standard task to portray a person can be realized very differently, the varieties of portraying are brought into focus. In order to describe them three different approaches are selected: (1) a comprehensive text-linguistic approach (variability of textual patterns) makes a frame for analyses based on distinctions by (2) variety linguistics (kinds of language in the press) and (3) media sciences (plans for journalism).

Brommer, Sarah
Wenn der Ritter gut mit dem Mägdlein schön im Grase tief … Postnominale Adjektive in der Lyrik des Neuhochdeutschen

Postnominale Adjektive sind als gängiger Bestandteil des modernen Sprachgebrauchs bereits in die Forschungsdiskussion eingegangen. Ihr Vorkommen in historischen Textquellen wurde hingegen nur am Rande behandelt und als altertümlich abgetan – eine Lücke, die mit dieser korpusgestützten Untersuchung von postnominalen Adjektiven in der Lyrik des Neuhochdeutschen von 1700 bis 1930 geschlossen werden soll. Unter syntaktischen, pragmatisch-semantischen und chronologischen Aspekten werden die zwanzig im Korpus häufigsten Adjektive untersucht. Der Beitrag präsentiert eine umfassende syntaktische Kategorisierung der Substantiv-Adjektiv-
Verbindungen und stellt die Gründe für die Nachstellung heraus (Reim, Metrik sowie die mit der markierten Position geschaffene inhaltliche Distanz des Adjektivs zum nominalen Bezugswort). Die abschließende diachrone Betrachtung mit Bezügen zum Mittelhochdeutschen und zur Antike dokumentiert die Vorliebe der Romantiker für die Nachstellung des Adjektivs.

Postpositive adjectives are a current element of modern language usage and as such have already entered the research discussion. However, their appearance in historical sources is only dealt with in passing und brushed aside as antiquated – a gap which is to be filled by this corpus-based investigation into postpositive adjectives in poetry written in New High German between 1700 and 1930. The twenty most frequently occuring adjectives in the corpus will be examined for syntactic, pragmatic-semantic, and chronological aspects. In this paper, a throrough syntactic categorisation of noun-adjective relations is made and the reasons for postpositioning are emphasised (rhyme, metrics, and the textual distance of the adjective to the nominal antecedent, which is determined by the accentuated position). Finally, a diachronic consideration with reference to Middle High German and the Ancient World demonstrates the preference of the Romantics for postpositive adjectives.

Elsen, Hilke
Das Kunstwort

In diesem Artikel werden die Begriffe Wortschöpfung und Kunstwort untersucht. Die vergleichende Gegenüberstellung verschiedener Wortbildungsmöglichkeiten ergibt eine neue Definition. Anschließend wird die Rolle des Lautbildes diskutiert. Nicht nur Produktnamen, sondern auch Kunstwörter aus Kinderbüchern, Fantasy- und Science-Fiction-Romanen scheinen mit ihrer Lautgestalt ein gewisses semantisches Potential zu verknüpfen. Die Frage bleibt, inwiefern es sich dabei um Assoziationen oder bereits um vage Bedeutungen handelt.

In this article, the termsword creation and word manufacturing are investigated. After a comparison with various word formation techniques, a new definition is offered. Next, the special role of the sound shape is discussed. Trade names as well as various examples from children’s books, science fiction and fantasy novels show that syllable structure and certain sounds and sound combinations express semantic content. The question remains to what extent phonological structure merely evokes certain associations or transports vague meanings.

Oschlies, Wolf
Štimung ohne cugcvang oder cajtnot. Betrachtungen zu Germanismen in Osteuropa 2004/2005

Deutsch ist (sagte angeblich Lenin) »die allgemeine Slawensprache«. Das traf zwar nie zu, allerdings findet sich in allen slawischen (osteuropäischen) Sprachen eine Fülle von deutschen Wörtern, die dort seit über tausend Jahren bestehen und sich von Tag zu Tag vermehren und erneuern. Die nachfolgende Darstellung versucht, die Entwicklung deutscher Lehnwörter in Osteuropa in allen Lebensbereichen für die Jahre 2004/05 zu dokumentieren, wobei sie sich auf den partiellen sprachlichen Einfluss aktueller Jahrestage (Ende des Zweiten Weltkriegs) konzentriert, daneben aber auch auf generell »kabarettistische« Formen der Verwendung deutscher Wörter und Ausdrücke eingeht.

German is (as Lenin allegedly said) »the common slavic laguage«. This has never been true, but on the other hand we are confronted with a multitude of german words in all Slavic (easteuropean) languages, existing there since more than thousand years and extending and renewing itself from day to day. The following study tries to survey the development of german loanwords in East Europe in all spheres of life in the years 2004/05, stressing the partial linguistic influence of actual anniversaries (end of World War II) and of the generally »cabaretistic« forms in the utilization of german words and phrases.

Hindelang, Götz
Lexikologische Probleme im Sektendiskurs

Im vorliegenden Aufsatz werden die sprachlichen Mittel untersucht, die während der Zeit der Arbeit der Enquete-Kommission »Sogenannte Sekten und Psychogruppen« zwischen 1996 und 1998 zur Bezeichnung neuer religiöser und weltanschaulicher Bewegungen gebraucht wurden. Das Problem beim Referieren auf die zur Debatte stehenden Gemeinschaften besteht darin, dass es kein einzelnes Lexem gibt, das den ganzen Phänomenbereich abzudecken vermag. Gegenstand der vorliegenden Arbeit sind die verschiedenen Formen und Gebrauchsweisen von Nominalphrasen, mit denen man sich auf diese Gruppen bezogen hat. In einem ersten Schritt werden die strukturellen Eigenschaften dieser Referenzmittel beschrieben. Im zweiten Teil des Aufsatzes steht die Frage im Mittelpunkt, welche Teilnehmer am Diskurs welche Bezeichnungen bevorzugt haben. Es werden drei Positionen unterschieden: die Sektenkritiker, die Enquete-Kommission und die »Grünen«. Während bei den Sektenkritikern Ausdrücke wie Sekte, Psychogruppe, destruktiver Kultetc. besonders häufig auftreten, schlägt die Enquete-Kommission den Ausdruck neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen vor. Die »Grünen« bevorzugen den Ausdruck neue religiöse und weltanschauliche Bewegungen.

This paper presents a study of the vocabulary used in the discussion on new religious movements and cults in Germany between 1996 and 1998. The main linguistic problem of this debate was how to refer to these groups. There is no single word that would cover the whole range of phenomena under discussion. The paper examines the different strategies used by different participants to solve this problem. The first part of the paper gives a structural analysis of the noun phrases that are used to refer to these religious movements. In the second part the question is asked: Which participants in the debate use which kinds of noun phrases? Three main positions are distinguished. Participants who are generally critical of cults and new religious movements prefer expressions like Sekte, Kult, Psychogruppe etc. The members of the »Enquiry Commissions of the German Parliament« into »so-called sects and psycho-cults« propose the phrase neue religiöse und ideologische Gemeinschaften und Psychogruppen. The third group of participants consists of members of the German political party »Bündnis 90/Die Grünen«. The representatives of this party use the expression neue religiöse und weltanschauliche Bewegungen.

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