27. Oktober 2026

31. Oktober: Halloween

Kürbislaternen vor den Haustüren, gruselige Dekorationen und fantasievolle Kostüme gehören für viele Menschen fest zu »Halloween«. Das Fest wird oft als amerikanischer Import angesehen. Doch dieser Eindruck täuscht: Die Geschichte von Halloween beginnt viel früher – und in Europa.

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Schauen wir uns zunächst an, was es mit dem Wort Halloween überhaupt auf sich hat: Halloween wird bekanntlich in der Nacht des 31. Oktobers gefeiert, genauer: am Vorabend von Allerheiligen, dem christlichen Hochfest zum Gedenken an alle Heiligen. Und eben darauf verweist auch der Name: Halloween geht zurück auf die englischen Wörter hallow, einer veralteten Bezeichnung für ›Heiliger‹ (altenglisch hālga, zu hālig ›heilig‹) und eve (altenglisch æfen), was so viel wie ›Abend, Vorabend‹ bedeutet. Aus der ursprünglichen Bezeichnung All Hallow Even entwickelte sich später die Kurzform Halloween.

Von Kelten und Heiligen

Die Herkunft des Halloween-Brauches ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Seine Wurzeln liegen wahrscheinlich sowohl in christlichen als auch in älteren keltischen Traditionen. Lange wurde vor allem ein direkter Bezug zu den Kelten vermutet. Sie feierten das Ende des Sommers und den Beginn der dunklen Jahreszeit, wenn das Vieh von den Weiden in die Ställe getrieben wurde. Dies galt als eine besondere Übergangzeit, in der die Welt zwischen den Lebenden und Toten durchlässig sein kann. Zur Abschreckung böser Geister verkleideten sich die Menschen mit furchterregenden Kostümen und entzündeten große Feuer. Diese Vorstellungen und Bräuche werden häufig mit dem mehr als 2000 Jahre altem keltischen Fest »Samhain« in Verbindung gebracht, das das Ende der Erntezeit und den Beginn des Winters markierte. Heute wird der Einfluss von Samhain auf Halloween allerdings vorsichtiger bewertet. Zwar können ältere keltische Bräuche zur Entwicklung des heutigen Festes beigetragen haben, seine Entstehung lässt sich jedoch nicht allein auf Samhain zurückführen.

Deutlich besser dokumentiert sind die christlichen Wurzeln des Festes. Bereits im frühen Mittelalter wurde Allerheiligen am 1. November in weiten Teilen Europas gefeiert. Nicht nur das Allerheiligenfest selbst, sondern auch sein Name blicken übrigens auf eine lange Tradition zurück, denn die heutige Bezeichnung entwickelte sich erst allmählich. Im 13. Jahrhundert sind zunächst die Formen aller heiligen tag (abend) oder tag aller heiligen belegt. Im 15. Jahrhundert setzte sich dann der bis heute geläufige Begriff Allerheiligen durch – in Anlehnung an den in der Kirchensprache verwendeten mittellateinischen Namen festum omnium sanctorum (›Fest aller Heiligen‹). Der Vorabend zu Allerheiligen, »All Hallows Eve«, entwickelte sich vor allem in Irland und Schottland zu einem wichtigen Festtag. Dort kamen Familien und Nachbarn zusammen, es wurde gemeinsam gegessen und gefeiert. Vermutlich vermischten sich dort christliche und ältere regionale Traditionen im Laufe der Jahrhunderte.

Der Weg nach Amerika

Erst im 19. Jahrhundert brachten irische Auswanderer Halloweenin die USA. Dort entwickelte es sich zu dem Fest, das heute weltweit bekannt ist – mit Kürbislaternen, Süßigkeiten und dem beliebten Aufruf »Süßes oder Saures«. In den USA und in Kanada gehört Halloween inzwischen sogar zu den größten und beliebtesten Festtagen des Jahres. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangte Halloween quasi als »Reimport« nach Europa zurück. Vor allem die in Deutschland stationierten US-Soldaten machten den Brauch wieder bekannter. Als gruselige Partynacht etablierte sich Halloween hierzulande allerdings erst in den 1990er-Jahren. Dazu trugen die amerikanische Popkultur und vermutlich auch der Zweite Golfkrieg bei: Nachdem 1991 wegen des Krieges zahlreiche Karnevalsveranstaltungen abgesagt wurden, versuchten die Süßigkeiten- und Kostümhersteller mit entsprechenden PR-Kampagnen, Halloween als Fest bekannt zu machen. Der Plan ging auf. Aus der Marketingidee wurde ein neuer Brauch, an dem Handel und Hersteller bis heute gut verdienen.

Warum leuchten die Kürbisse?

Auch die typischen geschnitzten Kürbisse haben übrigens europäische Wurzeln: Ursprünglich höhlten die Menschen in Irland Rüben aus und schnitzten gruselige Gesichter hinein, um böse Geister zu vertreiben. Dieser Brauch geht auf die irische Legende eines Hufschmieds namens Jack zurück. Der Überlieferung nach hatte er den Teufel überlistet und wurde deshalb dazu verdammt, ruhelos zwischen Himmel und Erde umherzuirren. Um sich im Dunkeln zurechtzufinden, trug er eine ausgehöhlte Rübe mit einem darin glimmenden Stück Kohle. Als die Iren nach Amerika auswanderten, ersetzten sie die Rüben durch Kürbisse, die dort reichlich vorhanden und deutlich leichter zu bearbeiten waren. So entstanden die bis heute typischen »Jack O’Lanterns«, die inzwischen als Symbol für Halloween gelten.

Halloween in aller Munde

Wie präsent Halloween inzwischen ist, zeigt auch ein Blick auf die Wortfrequenz: Dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS) ist zu entnehmen, dass Halloween im gegenwärtigen Wortschatz relativ häufig vorkommt und zudem häufiger als das Wort Allerheiligen. Auch regional gibt es Unterschiede: Während Halloween bundesweit gleichmäßig stark vertreten ist, verzeichnet Allerheiligen einen verstärkten Gebrauch im Süden. Das passt zum unterschiedlichen Charakter der Feste:  Allerheiligen ist vor allem im katholischen Süden verwurzelt, Halloween hingegen als weltliches Fest deutschlandweit in aller Munde.

Quellen

Duden – Deutsches Universalwörterbuch, 9. Aufl., Berlin 2019.
https://www.br.de/nachrichten/wissen/wann-wird-halloween-gefeiert-warum-welche-bedeutung-hat-das-fest,tk8pkml
https://www.britannica.com/topic/halloween
https://www.dwds.de/wb/halloween
https://www.dwds.de/wb/Allerheiligen
https://planet-wissen.de/kultur/fabelwesen/geister_und_grusel/pwiehalloween100.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Halloween
https://www.zdfheute.de/wissen/halloween-bedeutung-ursprung-was-steckt-hinter-dem-brauch-100.html