Gemeinsame Veranstaltung mit der Stadtbibliothek Magdeburg
Zum Vortrag:
„Alles ist Erfindung“, so Kersten Sven Roth, das gelte zumindest für die abstrakten Kategorien „Ost“ und „West“. Mehr als 35 Jahre nach der Wiedervereinigung bestimmt das Schlagwort „Spaltung“ weiterhin die gesellschaftliche Diskussion. In einer Lesung zu seiner Publikation „Ostdeutsch? Westdeutsch? Missverständnis!“ ermöglicht Roth Einblicke in präzise Analysen des Ost-West-Diskurses von der Nachwendezeit bis heute und regt zu einer anderen, zukunftsweisenden Debatte an. Entscheidend ist dabei weniger, was gesagt wird, sondern wie: Wer spricht wie über wen? Welche Folgen hat es, wenn ostdeutsche Stimmen in Kultur, Medien
und Politik kaum präsent sind? Und was bedeutet es, wenn sich Teile der Bevölkerung nicht gehört fühlen? Anhand von politischen Reden, Formaten im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sowie Fußballberichterstattungen eruiert Roth, wie sprachliche Muster und Denkfiguren das Konzept des „Ostens“ prägen. Und vor allem appelliert er an uns alle: Wir brauchen eine „Diskursvereinigung“, eine echte gesamtdeutsche Debatte, die nicht spaltet, sondern vereint und deren Notwendigkeit, wie Roth aufzeigt, heutzutage relevanter denn je ist.
Zum Referenten:
Kersten Sven Roth ist Professor für Germanistische Linguistik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seit mehr als zwanzig Jahren forscht er unter anderem zum Diskurs über Ost- und Westdeutschland.
An diesem Tag wird nach einer Vortragspause die Tätigkeit des traditionellen Zweiges wieder aufgenommen.
Im Anschluss an den Vortrag sollten sich die Mitglieder der GfdS und Interessierte versammeln, um über die Zukunft der Zweigarbeit zu sprechen und die oder den Vorsitzenden zu wählen.
Designierte Zweigvorsitzende/Kontaktperson:
Dr. Alicia Gauter
E-Mail: alicia.gauter@ovgu.de