17.09.2026
15:00 Uhr
Universität Vilnius, Philologische Fakultät, Universiteto Str. 5, Studienraum Germanistik
Lesung und Gespräch
Zum Vortrag:
Literatur macht das Fremde als etwas Eigenes erfahrbar, das Eigene als etwas Fremdes. Birgt diese grundlegende Irritation einen Kunst-ethischen Anspruch, der in seiner Humanität radikal und universalistisch sein sollte? Ist der literarische Entwurf des Möglichen widerständig gegenüber der zwingenden Not des Wirklichen? Und ist das Wirkliche gegenwärtig wirklich aus den Fugen? Gerade in der ironischen Selbstüberwindung wird Literatur zum utopischen Ort universeller Menschlichkeit. Wie aber verwirklicht sie das konkret? Wir brauchen eine aktualisierte Vorstellung davon, was Kunst gegenwärtig sein soll. Der Kunstbegriff müsse vor denen geschützt werden, die ihn für Interessen missbrauchen, die dem Wesen der Kunst als kritischem Medium gerade widersprechen. Nur dann würde ihr demokratisierendes Potential wieder erkennbarer, ihr Image und ihre gesellschaftliche Bedeutung wachsen.
Zum Vortragenden:
Benjamin Baumann fragt in Lesungen politischer Lyrik und im Austausch mit dem Publikum nach den Regeln der Kunst und ihrem Verhältnis zur Macht, nach der Möglichkeit, radikal zu schreiben, ohne Komplexität aufzugeben und letztlich nach dem eigenen literarischen Standpunkt und einem Leben im Widerstand – wogegen eigentlich?
Es werden Thesen zur Kunst und deutschsprachige Lyrik gelesen und der Austausch mit dem Publikum gesucht
Zweigvorsitzender:
Dr. Daumantas Katinas
Institut für Sprachen und Kulturen im Ostseeraum, Philologische Fakultät, Universität Vilnius
Universiteto Str. 5, 01513 Vilnius, Litauen
Tel. 00370 68523222
E-Mail: daumantas.katinas@gmail.com