Il ministro oder la ministra: Über eine gendergerechte Sprache in Italien

Von Teresa Barberio

Gekürzte Fassung

Bei dem vorliegenden Text handelt es sich um eine Kurzfassung bzw. Zusammenfassung des gleichnamigen Beitrags im Sprachdienst 1–2/2020, einem Themenheft zur Problematik der geschlechtergerechten Sprache. Hier geht es zum Inhaltsverzeichnis.

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Wird auf Italienisch gegendert und inwieweit steht die gendergerechte Sprache in Italien zur Debatte?

In Italien hat die Debatte um gendergerechte Sprache erst in den 1980er Jahren begonnen. In dieser Zeit wurden sprachwissenschaftliche Studien beispielsweise zu geschlechtsunterschiedlichem Sprachverhalten in Gesprächssituationen durchgeführt, die ermöglicht haben, eine gewisse Sensibilität gegenüber einer sprachlich gendergerechten Herangehensweise zu erreichen.

Weitere sprachpolitische Maßnahmen wurden in den letzten Jahren auch von der Accademia della Crusca[1] durchgeführt, mit besonderer Aufmerksamkeit auf die Verwendung von gendergerechten Berufsbezeichnungen.[2] Weitere Projekte für die Verwendung einer gendergerechten Sprache wurden auch in einzelnen Städten Italiens fortgeführt.

Ob sich ein sprachpolitisches Interesse auch im alltäglichen Sprachgebrauch widerspiegelt, lässt sich allerdings (nur) widersprüchlich erkennen. Der aktuelle Diskurs in Italien rund um eine gendergerechte Sprache spiegelt ein sich langsam etablierendes, kritisches Bewusstsein gegenüber Prozessen sprachlicher Inklusion wider. Das Erreichen dieses sprachlichen Bewusstseins würde im Idealfall zu langfristigen, gesellschaftlichen Veränderungen in Richtung der Gleichberechtigung führen.


[1] Die Accademia della Crusca gilt als die älteste Sprachgesellschaft, ihre Aufgabe ist das Studium und das Bewahren der italienischen Sprache. Für weitere Informationen wird auf die offizielle Website der Accademia verwiesen: http://www.accademiadellacrusca.it [Letzter Zugriff: 28.09.2019].

[2] Für eine weitere Diskussion s. http://www.accademiadellacrusca.it/it/tema-del-mese/infermiera-s-ingegnera [Letzter Zugriff: 28.09.2019].