Verwendung von zur/zum vs. als
[F] Ich habe eine kurze Anfrage: Bewirbt sich eine Schülerin um eine »Ausbildungsstelle zur Industriekauffrau« oder um eine »Ausbildungsstelle als Industriekauffrau«? Ich meine, es sollte richtig heißen: »Ausbildungsstelle zur Industriekauffrau«; die Musterbewerbungen der BA dagegen verwenden die »als«-Version.
[A] Wir denken, dass in diesem Fall – in der Konstruktion mit Ausbildungsstelle – die als-Variante vorzuziehen ist. So wird die Konjunktion als zur Einleitung der näheren Bestimmung eines Bezugswortes verwendet (vgl. etwa »Schmidt als Vorgesetzter«, »meine Aufgabe als Lehrer«; s. Duden – Das Universalwörterbuch, 9. Auflage, Berlin 2019). Anders verhält sich hingegen in einer entsprechenden Konstruktion mit Ausbildung (nicht: Ausbildungsstelle); hier wäre zur oder als denkbar. Dies wird zum einen durch das Duden-Universalwörterbuch gestützt, wo Sie unter dem Stichwort ausbilden das folgende Beispiel finden: »sich als Pianist, zum Pianisten ausbilden« (ebd.). Zum anderen zeigt auch eine Recherche im Internet (mithilfe der Suchmaschine Google), dass beide Varianten recht gebräuchlich sind. Trotzdem würden wir hier im Zweifelsfall eher zu der Variante mit »zur« raten: Durch sie kann genauer zum Ausdruck gebracht werden, dass eine Person, die sich in der Ausbildung befindet, aktuell noch nicht als vollgültige Industriekauffrau gelten kann, da sie ja – genau genommen – erst zu einer solchen gemacht wird. Dieser zukünftige Aspekt kann durch die Variante mit »als« nicht ausgedrückt werden. Und so finden wir sowohl im Duden (ebd.) als auch Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (https://www.dwds.de/) unter dem Eintrag Ausbildung ausschießlich entsprechende Beispiele mit zur/zum, zum Beispiel: »die Ausbildung zur Bankkauffrau«, »die Ausbildung zum Koch«.
Aktualisiert März 2025