Grammatik

Kasus nach sich sehen als

[F] In einem Leitartikel der Süddeutschen Zeitung (SZ) heißt es: »Der Ministerpräsident sieht sich gern als gelassener, abgeklärter Staatenlenker.« Ist das grammatikalisch korrekt? Ich meine, es müsste als gelassenen, abgeklärten Staatenlenker heißen.

[A] In dieser Frage der grammatischen Kongruenz, also der grammatisch-formalen Abstimmung der verschiedenen Satzglieder im Kasus, haben sowohl der Leitartikler der SZ als auch Sie Recht.

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Ausbildung(sstelle) zur/zum vs. als

[F] Bewirbt sich eine Schülerin um eine »Ausbildungsstelle zur Industriekauffrau« oder um eine »Ausbildungsstelle als Industriekauffrau«?

[A] Wir denken, dass in diesem Fall – in der Konstruktion mit Ausbildungsstelle – die als-Variante vorzuziehen ist. So wird die Konjunktion als verwendet, um ein Bezugswort näher zu bestimmen.
Anders verhält sich hingegen in einer entsprechenden Konstruktion mit Ausbildung; hier wäre zur ODER als denkbar.

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Unterschied zwischen möchten und mögen

[F] In einem Gespräch verwendete kürzlich jemand ich möchtete als Vergangenheitsform von ich möchte. Ich habe sofort eingewandt, dass die richtige Vergangenheitsform von möchten ich mochte heißt. Aber ist ich mochte nicht eine Vergangenheitsform von mögen? Gibt es überhaupt ein Verb möchten?

[A] Tatsächlich gibt es keine Grundform, also keinen Infinitiv möchten – und damit auch keine Vergangenheitsform möchtete. Hier liegen vielmehr die konjugierten Formen des Konjunktivs II des Verbs mögen vor.

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Getrennt- oder Zusammenschreibung bei gesteigerten Adjektiven

[F] Das Verb leichtfallen schreibt man hier regulär zusammen. Aber wie ist es in gesteigerter Form, bei »Diese Aufgabe sollte dir noch leichterfallen/leichter fallen als die gestrige«?

[A] In der Tat schreibt man das Verb leichtfallen in seiner Grundform zusammen, also z. B. im Futur Es wird dir leichtfallen oder wenn in einem Satz etwa ein Modalverb konjugiert wird und leichtfallen im Infinitiv steht.

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Perfekt mit haben oder sein

[F] Neulich habe ich mit einer Freundin über das Perfekt von reiten diskutiert. Ich bin der Meinung, es heißt ich habe geritten, sie ist der Meinung, ich bin geritten sei richtig. Unser Freundeskreis ist sich ebenfalls nicht einig. Wir fragen uns, wann Verben im Perfekt mit haben und wann mit sein gebildet werden. Gibt es feste Regeln?

[A] Das ist eine sehr gute Frage, die sich tatsächlich nicht selten stellt. Schauen wir uns das einmal genauer an.

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Beugung von Firmennamen

[F] Im Rahmen unserer Tätigkeit zeigen sich immer wieder Unsicherheiten im Hinblick auf die korrekte Bezeichnung und Beugung von Firmen- und Vereinsnamen. Daher unsere Fragen: Wonach richtet sich das Geschlecht eines Firmen- oder Vereinsnamens, in dem die Rechtsform enthalten ist (GmbH, e. V. etc.), und wird in solchen Fällen nach dem ersten Namensbestandteil oder nach der Rechtsform gebeugt? Und wie wird bei Abkürzungen verfahren?

[A] Wir meinen – und stehen hier im Einklang mit der Dudenredaktion -, dass man Firmenbezeichnungen und -namen durchaus beugen sollte, so wie andere Substantive auch. Zusätze wie e. V., GmbH oder AG spielen im Grundsatz keine Rolle, da sie ja wegbleiben können und, zumal in der mündlichen Rede, zumeist wegbleiben.

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Sinnvolle Steigerung von Adjektiven

[F] Warum werden einige Adjektive gesteigert, obwohl es manchmal gar keinen Sinn ergibt? Wie kann z. B. etwas, das voll, ist, voller sein als etwas anderes, das ebenfalls voll ist?

[A] Auch wenn es eine Eigenschaft von Adjektiven ist, steigerbar zu sein – so sind fast alle Adjektive rein grammatikalisch steigerungsfähig –, ist nicht jede Steigerungsform (in der Sprachwissenschaft Vergleichsform genannt) auch inhaltlich sinnvoll. Dennoch haben auch diese semantisch fragwürdigen Steigerungen in einigen Fällen durchaus eine Berechtigung.

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Kasus nach wegen

[F] Neulich bin auf die Formulierung »Kündigung wegen Sachmängel« gestoßen. Hier liegt zwar der Genitiv vor, wie er ja nach wegen stehen sollte, aber es klingt irgendwie nicht richtig. Könnte es hier heißen: »Kündigung wegen Sachmängeln«?

[A] Die Präposition wegen wird im geschriebenen Standarddeutsch in der Tat mit dem Genitiv verwendet. Dennoch gibt es Fälle, in denen auch der Dativ nicht oder nicht mehr als falsch gilt. Sehen wir uns das einmal genauer an.

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Kann jedermann durch Mensch ersetzt werden?

[F] Mir liegt ein Text vor, den ich geschlechterbewusst formulieren möchte. Ein Satz darin lautet: »Jedermann kann sich bei seinem Anliegen auf diese Entscheidung berufen.« Ich möchte den Satz nun wie folgt formulieren: »Jeder Mensch kann sich bei ihrem oder seinem Anliegen auf diese Entscheidung berufen.« Ist das so korrekt?

[A] Das Wort jedermann durch »jeder Mensch« zu ersetzen, ist aus sprachlicher Sicht zunächst einmal unproblematisch. Aber bei der Wahl der Paarform des Possessivpronomens ist Ihnen ein Fehler unterlaufen.

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Kasus und Komma nach als und wie

[F] Ich stolpere immer wieder über das kleine Wörtchen als. Welcher Kasus steht danach – und setze ich davor ein Komma oder nicht?

[A] Mit diesen Fragen sind Sie nicht allein, denn es ist immer auch abhängig vom Kontext, welcher Kasus nach den Vergleichswörtern als und wie gewählt wird und ob davor ein Komma gesetz t wird, was zu Verwirrung führen kann. Aber der Reihe nach …

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