Grammatik

Beugung und Kommasetzung bei mehreren Adjektiven

[F] Eine Frau mit langem[,] blondem/blonden Haar – Wie werden mehrere Adjektive vor einem Substantiv gebeugt und wann wird ein Komma gesetzt?

[A] Diese Frage erreicht uns recht häufig und scheint Verunsicherung auszulösen. Schauen wir uns zunächst die Beugung (Flexion) zweier nebeneinanderstehender Adjektive vor einem Substantiv an.

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Genus von »Front National« und Genuszuweisung bei Fremdwörtern

[F] Im Zuge der Berichterstattung zur Wahl in Frankreich wird immer wieder von der Partei »Front National« im Femininum gesprochen: die »Front National«, aber es sollte, dem französischen männlichen Genus le entsprechend, der heißen. Was ist nun richtig? Und nach welchem Prinzip wird Fremdwörtern im Deutschen ihr Genus zugewiesen?

[A] Bei dem genannten Beispiel die »Front National« überlagern sich zwei Dinge.

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Distributiver Singular: Subjekt im Plural, Bezugswort im Singular

[F] Im Kollegenkreis haben wir über einen Satz diskutiert, der uns instinktiv zwar korrekt erscheint, aber warum dies so ist, können wir uns nicht erklären. Es handelt sich um einen Satz von der Art In der Kälte bekamen viele Wartende eine rote Nase. Oder ist es nur korrekt zu sagen In der Kälte bekamen viele Wartende rote Nasen?

[A] Sätze dieser Art kommen nicht selten vor und oft wurden wir schon gefragt, weshalb denn in solchen Kontexten trotz des Subjekts im Plural (viele Wartende) trotzdem das sich darauf beziehende Objekt im Singular stehen kann, wenn doch, da jeder der Wartenden eine Nase hat, entsprechend viele dieser Nasen rot werden.

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Parallelflexion und Wechselflexion bei Adjektiven

[F] Wir sind uns unsicher: Muss es heißen: mit großem, erwähnenswertem Elan oder: großem, erwähnenswerten Elan?

[A] Diese Frage verweist auf ein Phänomen, das als Paralleflexion (mit großem, erwähnenswertem Elan) bzw. als Wechselflexion (mit großem, erwähnenswerten Elan) bekannt ist.

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Kann jedermann durch Mensch ersetzt werden?

[F] Mir liegt ein Text vor, den ich geschlechtergerecht formulieren möchte. Ein Satz darin lautet: »Jedermann kann sich bei seinem Anliegen auf diese Entscheidung berufen.« Ich störe mich an »jedermann« und möchte den Satz deshalb wie folgt formulieren: »Jeder Mensch kann sich bei ihrem oder seinem Anliegen auf diese Entscheidung berufen.« Ist das so korrekt?

[A] Das Wort jedermann durch »jeder Mensch« zu ersetzen, ist aus sprachlicher Sicht zunächst einmal unproblematisch.

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»Du bist mir ja einer« – Ethischer Dativ

In unserem Filmstudio kam bei einer Synchronisation die Frage auf, ob das mir im Satz »Ich bin mir nicht zu stolz, den Müll runterzutragen« stehen muss oder nicht. Was ist richtig?

[A] Prinzipiell geht hier beides. Um das Vorkommen von mir genauer zu erklären, sollten grammatische und stilistisch-kommunikative Aspekte einbezogen werden. In einschlägigen Fachbüchern werden diese Formen als »ethischer Dativ/Dativus ethicus« oder »Dativ der emotionalen Anteilnahme« beschrieben.

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Genus von Rückgrat

[F] Immer wieder stolpere ich über den Begriff das Rückgrat. Wieso steht das Wort im Neutrum und nicht im Maskulinum so wie auch der Grat? Müsste es nicht eigentlich auch der Rückgrat heißen? Oder geht das Rückgrat auf ein ganz anderes Wort zurück?

[A] Die Frage nach dem korrekten Artikel zu Rückgrat scheint berechtigt, gilt doch in der deutschen Sprache das »Kopfrechtsprinzip«, bei dem sich das Genus nach dem Basiswort richtet.

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Wie wird ein Verb mit dem Präfix miss- konjugiert?

[F] In unserer Schule kamen zwei Varianten bei der Konjugation des Verbs missverstehen auf. Heißt es »Missverstehen Sie mich nicht« oder »Verstehen Sie mich nicht miss«? Wie kommt es, dass Verben mit dem Präfix miss- unterschiedlich verwendet werden?

[A] Die grammatikalisch korrekte Variante ist »Missverstehen Sie mich nicht«. Das Präfix miss- wird im aktuellen deutschen Sprachgebrauch nicht mehr als selbstständiges Wort gebraucht und steht daher in der Regel unbetont vor Verben, Adjektiven oder Substantiven.

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Ist trotzdessen grammatikalisch korrekt?

[F] Das Wörtchen trotzdem ist ja sattsam bekannt. Kann man aber die Variante trotzdessen verwenden? Immerhin wird auch die Präposition trotz zumeist mit dem Genitiv verbunden: trotz des Regens.

[A] Bei der kürzeren Wortform trotz, die als Präposition auftritt, hat sich seit langem der Dativ durchgesetzt, obwohl hier vielfach auch der Genitiv vorkommt, doch trotzdem ist sicherlich die zu bevorzugende Version und allgemein üblich; trotzdessen kann nur als seltene Nebenform und randständige Variante bewertet werden.

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