Verwendung des Ersparungsbindestrichs

[F] Ist es eigentlich zulässig, bei Wortverbindungen mit Konjunktionen Wortbestandteile am Anfang und am Ende sozusagen über Kreuz durch Bindestriche auszulassen, Beispiel: Auslandstage- und -übernachtungsgeld, wobei einmal die Endsilbe -geld ersetzt und ein andermal die Silbe Auslands- ersetzt wird? Oder muss es lauten Auslandstage- und Auslandsübernachtungsgeld?

[A] Ja, es ist durchaus erlaubt – und vielfach üblich –, zweimal den sog. Ersparungsbindestrich zu setzen, nach dem einfachen Grundmuster: Warenan- und -verkauf. Das heißt, die orthographischen Regeln erlauben diese Schreibpraxis; das aktuelle amtliche Regelwerk gibt in § 98, Punkt 3, als Beispiele an: Textilgroß- und -einzelhandel, Eisenbahnunter- und -überführungen. Im früheren Rechtschreib-Duden ist mit der 9. Auflage, 1915, dem sog. Buchdruckerduden, diese Schreibpraxis geregelt worden. In den Vorbemerkungen hieß es (S. XX; man bemerke nebenbei das zeittypische Beispiel): »Zu beachten ist auch die Setzung von Bindestrichen in Militärwitwen- und -waisengeld …«

Es wird in solchen Fällen ein Bestimmungswort (z. B. Auslands-, Textil-, Militär-) sowie ein Grundwort (z. B. -geld, -handel) erspart; es kommt also zur Auslassung von zwei Wortbestandteilen, wobei eine Komprimierung eintritt, die mitunter aus stilistischen Gründen als störend empfunden wird.

An dem genannten amtlichen Beispiel Eisenbahnunter- und -überführungen lässt sich eine gewisse Härte auch gut erkennen, denn im zweiten Fall wird ja nur -führungen erspart, ein nicht geläufiges Wort – gemeint sind ja -unterführung und -überführung. Rein orthographisch freilich gibt es da nichts einzuwenden. Die ausführlichere Version wäre m. E. insofern vorzuziehen: Eisenbahnunterführungen und -überführungen – so wie Sie es auch mit Auslandstage- und Auslandsübernachtungsgeld vorschlagen.