Ausgabe: Der Sprachdienst 2/2019

Farbreihe der Redewendungen: Grün

Es ist Frühling – die Natur lebt auf, es sprießt und wächst in den Feldern, Wäldern und Gärten. Das althochdeutsche Wort gruoni (mittelhochdeutsch grüene) trug diese Bedeutung: ›wachsend, sprießend‹. Daraus entwickelte sich schließlich unsere Farbbezeichnung Grün. Mit dieser Farbe wollen wir unsere bunten Redewendungen weiterführen.

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Einen grünen Daumen haben

Diese Wendung mit der Bedeutung ›beim Ziehen und Pflegen von Pflanzen großes Geschick und Erfolg haben‹ existiert etwa seit 1955. Dabei handelt es sich um eine Lehnübersetzung der englischen und angloamerikanischen Redewendung »to have a green thumb«. Man findet zudem auch oft die Wendung »to have green fingers« – es ist also nicht nur vom grünen Daumen die Rede, sondern auch von grünen Fingern.

Es gibt die Theorie, dass diese beiden englischen Redewendungen von den grünlich verfärbten Fingern kommen, die man beim zeitaufwendigen Gärtnern vom Kontakt mit den Pflanzen bekommt. Allerdings finden sich zu dieser Redewendung noch viele weitere mögliche Erklärungen.

Jemandem grünes Licht geben

Ebenso lang wie »einen grünen Daumen haben« ist auch die Redewendung »jemandem grünes Licht geben« belegt. Diese Wendung bedeutet, dass jemandem die volle Handlungsfreiheit eingeräumt wird. Übertragen ist sie von der Verkehrsampel, bei der das grüne Licht das Überqueren der Straße erlaubt. Wird einem also grünes Licht gegeben, darf man sein Vorhaben durchführen.

Jemandem nicht grün sein

Wenn man jemandem nicht wohlgesinnt ist, jemanden nicht leiden kann, dann ist man ihm im Volksmund nicht grün. Hier kommt die ursprüngliche Bedeutung von grün ›wachsend, sprießend‹ zum Tragen, die sich mit der Vorstellung des Gedeihlichen, Angenehmen verbindet.


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