Herkunft

Herkunft und Bedeutung der Redewendung sein Licht unter den Scheffel stellen

[F] Ein Freund meinte neulich zu mir, ich würde mein Licht unter den Scheffel stellen. Mit der Formulierung konnte ich gar nichts anfangen und habe ich mich auch gefragt, was denn ein Scheffel ist?

[A] Die Redewendung wird oft geäußert, um eine Person zu beschreiben, die sich ›unter Wert verkauft‹. Ihr Ursprung geht schriftsprachlich auf eine Passage im Matthäus-Evangelium zurück. Das Wort Scheffel bezeichnet ein sogenanntes Hohlmaß, also ein Messgefäß aus Holz oder Metall, das früher vor allem als Behälter für Getreide verwendet wurde.

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Warum ist Armleuchter ein Schimpfwort?

[F] Das Wort Armleuchter höre ich fast nur als Beleidigung, aber eigentlich ist doch nur ein Leuchter gemeint. Warum nutzt man den Ausdruck als Schimpfwort?

[A] Als Beleidigung geht Armleuchter auf den Ausdruck Armloch zurück, der einen pejorativen Inhalt verhüllen sollte. Während ein Beleg aus dem Jahr 1859 noch die Semantik ›Öffnung für den Arm in Kleidungsstücken‹ trägt, kann schon für das Jahr 1879 ein beleidigender Gebrauch nachgewiesen werden. Dieser entstand, da man mit dem Ausdruck das Schimpfwort Arschloch verhüllen wollte.

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Woher kommt das Wort anzüglich?

[F] Ein Kollege behauptete, dass das Adjektiv anzüglich ursprünglich von der ungewollten Berührung des Anzugs oder anderer Anziehsachen stammt. Stimmt das?

[A] Hier sind Sie einer klassischen Volksetymologie aufgesessen, die auf bekannte Wortformen oder den Klang zurückgehen und nicht immer der tatsächlichen Herkunft entsprechen.

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Papstwahl: Die wichtigsten Begriffe

Der Tod Papst Franziskus’ am Ostermontag markiert in der katholischen Kirche den Beginn der sogenannten Sedisvakanz. Diese wird andauern, bis nach dem Konklave weißer Rauch aus der Sixtinische Kapelle aufsteigt und es wieder heißt: »Habemus papam.« Wir klären die wichtigsten Begriffe rund um die Papstwahl.

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Woher kommt das Wort Ostern?

[F] Anlässlich der bevorstehenden Feiertage habe ich über das Wort Ostern nachgedacht. Ich habe gelesen, dass es auf Ostara, den Namen einer germanischen Göttin des Frühlings und der Morgenröte, zurückgehen soll. Stimmt das, oder gibt es auch eine andere Erklärung?

[A] Die Herkunft des Wortes Ostern, englisch Easter, ist noch immer umstritten; in den Wörterbüchern und etymologischen Lexika findet man ungesicherte und nur vermutungsweise geäußerte Angaben.

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Von Reedern und Piraten

Ob Flotte oder Schattenflotte — Eigner bzw. Betreiber von Schiffen werden als Reeder bezeichnet (und mit Doppel-e geschrieben), Schifffahrtsunternehmen entsprechend als Reedereien. Der im Süden Deutschlands wenig gebrauchte Ausdruck stammt aus dem Niederdeutschen, ist meeresbedingt vor allem an der Küste geläufig und geht zurück auf mittelniederdeutsch rede, reide ›(Anker-)Platz‹.

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Warum sagt man beim Anstoßen prost?

[F] Zum Jahreswechsel stoßen viele mit dem Ausruf »Prost Neujahr!« an. Was heißt das eigentlich – prost? Und warum wird das o lang gesprochen? Nach hiesigen Ausspracheregeln müsste es doch eigentlich kurz ausgesprochen werden.

[A] Schon seit dem frühen 18. Jahrhundert ist die Wunschformel »Prosit!« bzw. kurz »Prost!« beim Anstoßen weit verbreitet. Das Wort selbst stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ›es möge nützen, es möge zuträglich sein‹.

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Von Nikolaus, Weckmann und Stutenkerl

Am 6. Dezember ist Nikolaus und damit auch wieder die Zeit der Weckmänner. Oder darf es für Sie doch ein Stutenkerl sein? Wie nennen Sie ihn, den gebackenen kleinen Mann mit den Rosinenaugen und der Pfeife in der Hand? Hefemännchen, Klausemann oder sogar Dambedei? Wir schauen uns die regionalen Bezeichnungen für dieses Gebäck einmal genauer an und beginnen mit einem kurzen Blick auf den allgemeinen Hintergrund dieses Brauchs.

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Ob Talahon oder Kanake: Wie Selbstbezeichnungen von jugendlichen Migranten zu rassistischen Stereotypen werden

Sie stehen mit kurz rasierten Kopfseiten und Cap breitschultrig am Bahnhof, tragen das Imitat einer Luxus-Bauchtasche und gefälschte Marken-Sneaker: die »Talahons«. Der Begriff hat eine steile Karriere hinter sich und schaffte es nach Aura und vor Schere auf den zweiten Platz der Jugendwörter des Jahres 2024 des Langenscheidt Verlags – was durchaus umstritten ist, weil er zwischen Selbstbezeichnung und rassistischen Stereotypen diffundiert. Dabei ist die Entwicklung des Wortes Talahon aus sprachwissenschaftlicher Sicht kein Einzelfall.

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