Sprache und KI – Chancen, Grenzen, Herausforderungen, Probleme

Foto: Brian Penny (Pixabay)

Dass Künstliche Intelligenz (KI) eine zentrale Rolle in unserer Gesellschaft eingenommen hat, lässt sich nicht mehr bestreiten. Die Technik prägt zunehmend den Umgang mit Sprache – ihre Analyse, Verarbeitung und Produktion – und wirkt sich auf vielfältige gesellschaftliche, wissenschaftliche und institutionelle Kontexte aus. Insbesondere in Bereichen wie barrierearme Kommunikation und Übersetzung, Wirtschaft und Verwaltung, Literatur und Bildung verändern KI-basierte Verfahren bestehende Arbeits- bzw. Lernprozesse und eröffnen neue Möglichkeiten für Effizienzsteigerung und Skalierbarkeit.

Gleichzeitig ist der Einsatz dieser Technologien an spezifische Voraussetzungen gebunden. Fragen der Qualitätssicherung, der Verlässlichkeit automatisierter Ergebnisse sowie der Transparenz und Verantwortlichkeit gewinnen an Bedeutung. Auch die Einhaltung sprachlicher Normen und die angemessene Einbettung in bestehende Kommunikationspraktiken stellen zentrale Herausforderungen dar. Deutlich wird dabei, dass Künstliche Intelligenz nicht isoliert als technologische Entwicklung betrachtet werden kann, sondern in ihren sprachlichen und gesellschaftlichen Zusammenhängen analysiert werden muss.

Die Chancen, Grenzen, Herausforderungen und Probleme der oben genannten Bereiche zu beleuchten, war Ziel des GfdS-Projekts »Sprache und KI«. Daraus erwachsen sind fünf Beiträge aus Wissenschaft und Praxis und zwei detailreiche Interviews:

  • Prof. Dr. Noah Bubenhofer zur Geschichte der künstlichen Intelligenz aus linguistischer Perspektive
  • Prof. Dr. Chris Maaß zur künstlichen Intelligenz im Rahmen von Einfacher und Leichter Sprache
  • Dr. Franziska Heidrich-Wilhelms zur künstlichen Intelligenz in der Übersetzungswissenschaft
  • Dr. Ursula Ortmann-Droste zum Einsatz von künstlicher Intelligenz bei der Protokollierung von Sitzungen durch den Stenografischen Dienst des Deutschen Bundestages
  • Prof. Dr. Gerhard Lauer zu den Veränderungen auf dem belletristischen Buchmarkt durch künstliche Intelligenz
  • Interview mit Prof. Dr. Armin Grunwald zur Entwicklung von künstlicher Intelligenz und ihren Folgen
  • Interview mit Prof. Dr. Ute Schmid zum Einsatz von künstlicher Intelligenz in der Bildung in Schule und Hochschule

Die Beiträge zeichnen sich durch Expertise und Verständlichkeit aus und verstehen sich zugleich als Impuls, die Auseinandersetzung mit Sprache und KI weiterzuführen sowie die damit verbundenen Fragen auch künftig interdisziplinär und kritisch zu begleiten.

Erschienen sind die Beiträge als Sonderheft sowie als Themenheft unserer Zeitschrift Der Sprachdienst (Heft 2–3/2026). Die Interviews sind in unserem Podcast als Wortcast-Folgen 34 und 35 zu hören; das Interview mit Prof. Dr. Armin Grunwald vom renommierten Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist auch im Themenheft abgedruckt worden.