25 Jahre Deutsche Einheit – Mediale Diskursmauern zwischen Ost und West

PD Dr. Kersten Sven Roth, Düsseldorf
Datum
17.06.2015
18:00 Uhr
Eine Veranstaltung von:

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Zweigvorsitzender: Dr. Christian Kreuz, E-Mail: kreuz@uni-trier.de

Während die staatsrechtliche Vereinigung der ehemaligen DDR mit der (ebenfalls ehemaligen) Bundesrepublik Deutschland zur heutigen Bundesrepublik Deutschland nun bald schon zweieinhalb Jahrzehnte zurückliegt, ist das, was Anfang der 1990er Jahre häufig als die „Mauer in den Köpfen“ bezeichnet wurde, noch keineswegs ganz beseitigt. Noch immer wird zwischen „dem Osten“ und „dem Westen“ im öffentlichen Diskurs sehr deutlich und in eben dieser holzschnittartigen Zweiteilung unterschieden. Es lohnt sich von daher, diese Diskurse auch sprachwissenschaftlich zu untersuchen. Der Vortrag wird dabei vor allen Dingen mit dem Fokus auf Pressetexten, aber auch mit Seitenblicken auf alltägliches Sprechen die Frage nach der Semantik des Konzepts „ostdeutsch“ und „Ostdeutschland“ stellen. Was war und ist eigentlich gemeint, wenn vom „Osten“ die Rede ist, welche Argumentationsmuster verbinden sich damit, welche Bilder und welche Stereotype? Dabei wird deutlich werden, dass wir es beim gesamtdeutschen Diskurs über den Osten vor allen Dingen mit einem Abweichungsdiskurs zu tun haben, bei „der Westen“ als die „Normal null“ dient, „der Osten“ dagegen als „das Andere“ erscheint. Da es sich dabei tatsächlich in der Regel um rein sprachlich hergestellte „Wirklichkeiten“ und nicht um objektive handelt, kann das, was der Vortrag an Beispielen illustriert, im wahrsten Sinne des Wortes als „Diskursmauern“ verstanden werden.