Muttersprache 2/2011

Krevs Birk, Uršula
Zweisprachige Toponymika als Inhalt der interkulturellen Sprachwissenschaft: Beispiel Sprachenpaar Deutsch–Slowenisch

Der Beitrag beschäftigt sich mit den zweisprachigen Toponymika des Sprachenpaares Deutsch– Slowenisch. Es handelt sich um zwei Sprachen, die nach wie vor Kontaktsprachen sind. Anhand der toponomastischen Äquivalenz, Endonymie und Exonymie, wird gezeigt, dass in diesem Bereich intensive interlinguale Prozesse entstehen, die mit den historischen, politischen, ökonomischen und kulturellen Entwicklungen in Mitteleuropa zusammenhängen. Im Beitrag werden soziolinguistische Fragen gestellt: Mittels der direkten und indirekten Befragung einer Gruppe von Gewährspersonen wird gezeigt, dass die zweisprachige Toponymie ein unabdingbarer Bestandteil der interkulturellen Kompetenz ist, dass sie aus linguistischer Perspektive die Interkulturalität reflektiert und dass dies systematische Reflexion erfordert.

This paper deals with bilingual toponyms in the German and the Slovene language. The languages in question are still considered being in contact. According to toponymic equivalence, endonymy and exonomy, it will be pointed out, that there are intensive interlingual processes going on, in the field, which is closely connected with historical, political, economical and cultural developments in the central European area. In the paper, sociolinguistic questions will be discussed: Through a direct and indirect inquiry of a group of informants it will be shown, that bilingual toponyms represent an essential element of intercultural competence, and, from a linguistic perspective, reflect interculturality, and therefore should be systematically classified and described.

Czachur, Waldemar
Einige Überlegungen zur Kategorie des diskursiven Weltbildes

In diesem Aufsatz stellt der Autor das Konzept des diskursiven Weltbildes vor. Das diskursive Weltbild ermöglicht es, die dynamische Bedeutungskonzeption in spezifischen Diskursen zu beschreiben. Der Autor geht davon aus, dass die Kategorie des diskursiven Weltbildes es vermag, die Methoden der Diskursanalyse und der kognitiven Ethnolinguistik zu vereinen.

In this paper the author presents the conception of the discursive world view. The discursive world view makes it possible to describe the dynamic profiling of meanings in specific discourses. The author assumes that the category of discursive world view integrates the method of analysis of discourse analysis and cognitive ethnolinguistics.

Li, Yuan
Wörter des Jahres als Spiegelbild des Wandels der Sprache und der Gesellschaft – eine linguistische und soziokulturelle Analyse der chinesischen Trendwörter

Die Auswahl der Wörter des Jahres hat in Deutschland eine lange Tradition. Demgegenüber begann man in China erst vor ein paar Jahren nach den Wörtern des Jahres zu suchen. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit den Fragen, wie und nach welchen Prinzipien in China die Wörter des Jahres ausgewählt werden, was für einen Sprachwandel die Wörter erfahren und welche soziokulturellen Faktoren der Gesellschaft sich in den Wörtern niederschlagen. Aus der linguistischen und soziokulturellen Analyse der chinesischen Trendwörter lässt sich die Schlussfolgerung ziehen, dass die Wörter des Jahres als Spiegelbild des Wandels der Sprache und der Gesellschaft gelten können.

Electing the words of the year has a long tradition in Germany. In contrast to that, it has been established just recently in China. This paper analyzes the criteria and selection process of these words. Furthermore, it investigates closely the change these words have experienced during the past years as well as the sociocultural aspects of the society derived from them. This linguistic and sociocultural analysis of Chinese trend words lead to the conclusion that the words of the year can be seen as a mirror reflecting the change of a language and its society.

Szurawitzki, Michael
Zur E-Mail-Kommunikation in Helene Hegemanns Roman Axolotl Roadkill

In diesem Artikel wird die E-Mail-Kommunikation in Helene Hegemanns Roman Axolotl Roadkill (erschienen im Jahr 2009) untersucht. Der Schwerpunkt der Analyse liegt darauf zu analysieren, ob die linguistischen Kriterien, die für die übliche screen-to-screen-E-Mail-Kommunikation genutzt werden, auf die Verwendung von E-Mail-Kommunikation im Roman übertragbar sind oder ob sich Unterschiede aufzeigen lassen, die darauf zurückzuführen sind, dass es sich um E-Mails innerhalb eines gedruckten Textes handelt. Durch die Analyse des formalen Aufbaus der E-Mail Kommunikation und der linguistischen Kriterien des Maildiskurses in Axolotl Roadkill wird diese Frage zu beantworten versucht.

This paper examines the e-mail communication included in Helene Hegemann’s 2009 novel Axolotl Roadkill. The focus within the analysis is to identify whether the linguistic means used within the e-mail communication largely correspond to the means in screen-to-screen-e-mail communication, or whether we can spot differences, since we deal with e-mail communication laid down in a printed book. It is being tried to answer this question by analyzing the formal buildup of the e-mail communication, and by analyzing the linguistic means within the e-mail discourse in Axolotl Roadkill.

Uzuntaş, Aysel
Feste Substantiv-Verb-Verbindungen im Deutschen und im Türkischen am Beispiel des Verbs açmak und seiner diversen Entsprechungen

In diesem Aufsatz geht es um feste Substantiv-Verb-Verbindungen (Phraseologismen) im Deutschen und im Türkischen. Es wird aus sprachvergleichender Sicht versucht darzustellen, wie unterschiedlich die Verbindungen im Deutschen und im Türkischen sein können. Dies ist nicht zuletzt für den Fremdsprachenunterricht von besonderer Relevanz, denn die kompatiblen Verben zu bestimmten Substantiven können im Deutschen von denen im Türkischen stark abweichen. Den Ausgangspunkt der Analyse bildet in diversen Substantivverbindungen das Verb açmak im Türkischen, da die Entsprechungen im Deutschen je nach der Substantivverbindung differieren und vielschichtig sind. So ist neben der wörtlichen Bedeutung des Verbs auch die phraseologische Bedeutung zu beachten. Die festen Substantiv-Verb-Verbindungen sind als Kollokationen, Funktionsverbgefüge und Idiome voneinander zu trennen. Im Kontext von Muttersprache und Fremdsprache stehen vor allem die Entsprechungen einzelner Wörter bzw. Wortverbindungen in den beiden untersuchten Sprachen im Vordergrund, wobei im vorliegenden Aufsatz eine Klassifizierung nach dem Verb açmak in Verbindung mit Substantiven im Türkischen und seinen Entsprechungen im Deutschen in idiomatischer und nicht idiomatischer Bedeutung durchgeführt wird.

This article discusses substantive-verb-collocations (phraseologisms) in German and Turkish. It will be shown from a comparative perspective how the collocations differ in both languages. This is particularly important for foreign language teaching, because the verbs which are compatible with certain substantives in German can vary widely from those in Turkish. The starting point of the analysis is the verb açmak in Turkish in various collocations, because its correspondents in German depend on the substantive compounds and therefore often differ. Thus, besides the literal meaning of the verb the phraseological significance is observed. The solid substantive verb-collocations are to be distinguished as collocations, light verb constructions (Funktionsverbgefüge) and idioms. In the context of mother tongue and foreign language, especially the correspondence of individual words or phrases in both languages are in the foreground. In this paper a classification is made by analysing the verb açmak in connection with substantives in Turkish and its correspondents in German in idiomatic and non-idiomatic meanings.

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