Dialekte

Kann ein c als Dehnungszeichen fungieren?

[F] Kann ein c tatsächlich als Dehnungszeichen fungieren und den vorhergehenden Vokal artikulatorisch in die Länge ziehen? Der Name Gackenholz soll beispielsweise wegen des Dehnungs-c mit langem [a:] gesprochen werden.

[A] Zunächst sollten wir klären, was ein Dehnungszeichen ist – nämlich ein zusätzliches Zeichen, das die Länge des Vokals markiert. Neben der Verdoppelung des Vokals (z. B. Aal) sind h (z. B. hohl) sowie e (z. B. schief) als Dehnungszeichen gebräuchlich.

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Woher kommt die Redewendung Holzauge, sei wachsam?

[F] Woher stammt die Redewendung Holzauge, sei wachsam!? Die Erklärung, dass in Festungsanlagen Mauerdurchbrüche im Wehrgang mit einer Holzkugel verschlossen wurden, die durchbohrt waren, sodass man nach außen sehen konnte, das Holzauge also wachsam war, leuchtet an sich ein. Doch ist sie haltbar?

[A] Ich teile Ihre Skepsis. Die Wörterbücher und Lexika, die die fraglichen Jahrhunderte einbeziehen, kennen die Redewendung Holzauge, sei wachsam! nicht, ebenfalls die großen traditionellen Sprichwörtersammlungen sowie Lutz Röhrich, der ja Sprichwörter und Redensarten auch bis ins Mittelalter zurückverfolgt.

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Was ist eine Banatzel?

[F] Woher kommt der Ausdruck Ich hag der uff die Banatzel und was kann man unter einer Banatzel verstehen?

[A] Der Ausdruck Ich hag der uff die Banatzel kommt aus dem südhessischen Sprachraum und wird dort bedeutungsgleich mit Ich hag der uff die Banane verwendet (vgl. Rudolf Mulch, »Südhessisches Wörterbuch«, Marburg 1968, Bd. 1).

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Was bedeutet der Name Butz?

[F] Eine Freundin von mir nennt ihre Katze Butz. Können Sie mir erklären, was dieser Name bedeutet und woher er kommt?

[A] Das Wort Butz hat eine ganze Reihe unterschiedlicher Bedeutungen. Zunächst einmal ist Butz laut »Grimm’schem Wörterbuch« (Leipzig 1854‒1961) die Kurzform des männlichen Vornamens Burkhart.

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Woher stammt die Redewendung frech wie Oskar?

[F] Wie erklärt sich eigentlich die Redewendung frech wie Oskar? Im Internet bin ich auf mehrere unterschiedliche Erklärungen gestoßen.

[A] Lutz Röhrich nennt in seinem schönen Nachschlagewerk Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten (Freiburg 1991) diese Wendung und bemerkt, dass deren »Geschichte noch nicht geklärt« sei. Er nimmt an, dass frech wie Oskar »aus der Umgangssprache Berlins [stammt] und […] sich von dort aus weiter ausgebreitet« hat.

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Gibt es einen Zusammenhang zwischen Faschingskamellen und ollen Kamellen?

[F] Gibt es einen Zusammenhang zwischen den im Fasching/Karneval geworfenen »rheinischen« Kamellen und den sprichwörtlichen alten bzw. ollen Kamellen?

[A] Der einzige Zusammenhang zwischen den »rheinischen« Kamellen und den sprichwörtlichen ollen Kamellen ist ihre Homonymie im Plural: die Kamellen. Schon im Singular merkt man: Vielleicht gehören sie doch nicht zusammen. Aber wo haben die beiden Wörter ihren Ursprung und was bedeuten sie letztendlich?

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Der Kartoffelpuffer und seine mundartlichen Bezeichnungen

[F] Warum heißt es eigentlich Kartoffelpuffer? Welche anderen Begriffe werden dafür in Deutschland verwendet?

[A] Ob süß oder deftig, mit Apfelmus, Schwarzbrot oder Sauerkraut, in allen Teilen Deutschlands werden Kartoffelpuffer gern gegessen. So vielfältig wie die Zubereitungsweisen sind auch die Bezeichnungen für die leckere Spezialität. Die Herleitung des Begriffs Kartoffelpuffer scheint dagegen relativ eindeutig:

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Woher kommt das Wort Kokolores?

b>[F] Woher kommt das Wort Kokolores für ›Unsinn‹? Gerade im Zusammenhang mit Fasching drängt es sich uns geradezu auf. Hat es damit etwas zu tun?

Frühere Erklärungsversuche unsererseits bezogen sich lediglich auf die Anmerkungen in Heinz Küppers Lexika zur Umgangssprache, der »per omnia saeculo saeculorum« (»von Ewigkeit zu Ewigkeit«) als Ausgangspunkt sieht und also eine volkstümliche Verballhornung der christlichen Formel annimmt. Küpper zieht zudem gaukeln, Gaukler heran.

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