Wortschatz

Was hat es mit dem Namen Meier etwa in Vereinsmeierei auf sich?

[F] Was hat es mit den Ausdrücken Vereinsmeier und Vereinsmeierei auf sich? Lässt sich nachvollziehen, wieso gerade der Name Meier für eine solche Bildung verwendet wurde?

[A] Der Ausdruck Vereinsmeier bezeichnet jemanden, der dem Vereinsleben eine übertriebene Wertschätzung beimisst. Daraus haben sich auch das Substantiv Vereinsmeierei für das übermäßige Agieren im Vereinswesen und das Adjektiv vereinsmeierisch gebildet.

[weiterlesen]

Wie verwendet man scheinbar und anscheinend richtig?

[F] Mir fällt immer wieder auf, dass scheinbar gerne statt anscheinend verwendet wird. Umgekehrt habe ich das nicht feststellen können. Hat sich die Verwendung der beiden Adverbien verschoben?

[A] Diese Frage wird uns recht häufig gestellt. Bei scheinbar handelt es sich tatsächlich um ein Adjektiv, nicht um ein Adverb. Aber Sie haben recht: Es wird oft als Synonym des Adverbs anscheinend genutzt.

[weiterlesen]

Sind Kunde und Verbraucher gleichbedeutend?

[F] In den Medien wird das Wort Kunde häufig durch das Wort Verbraucher ersetzt, z. B.: »… wenn der Verbraucher heute zum Bankautomaten geht …«, »… betritt der Verbraucher heute ein Autohaus …«. Sind die beiden Bezeichnungen denn wirklich gleichzusetzen?

[A] Es stimmt, der Ausdruck Verbraucher wird besonders in den Medien häufig als Synonym für das Wort Kunde genutzt.

[weiterlesen]

Zwanzig, vierzig, fünfzig – aber: dreißig

[F] Es heißt zwanzig, vierzig, fünfzig usw., aber nicht dreizig, sondern dreißig. Ist das nicht reichlich inkonsequent? Was ist der Grund dafür?

[A] Die Frage ist schnell beantwortet. Die Ursache für diese »Inkonsequenz« bei den Zehnerzahlen liegt weit zurück in der deutschen Sprachgeschichte, denn sie ist mit der sogenannten hochdeutschen oder zweiten Lautverschiebung im frühen Mittelalter zu erklären.

[weiterlesen]

Seit wann sprechen wir vom Nichtraucher?

[F] Seit wann ist eigentlich das Wort Nichtraucher im Deutschen geläufig? Im »Grimm« habe ich wohl Raucher gefunden, nicht aber Nichtraucher. Gab es den Ausdruck schon vor dem Jahr 1900?

[A] In der Sprachdokumentation der GfdS (in unserem Hausjargon »Ewigkeitskartei« genannt) gibt es einige Belege zu Nichtraucher erst seit den 70er Jahren, und eher interessant im Hinblick auf die gegenwärtige Debatte ist Nichtraucherschutz – ab 1971 belegt (so aus der Presse: »Ärzte fordern Nichtraucherschutz«), dann verstärkt wieder ab etwa 1990; für die DDR ist Nichtraucherzone (auf Bahnhöfen einzurichten) laut FAZ 1975 belegt.

[weiterlesen]

Worin besteht der Unterschied zwischen Meer und See?

[F] Wir fahren im Urlaub ans Meer, nämlich an die Nordsee. Doch nun sind wir verwirrt: Ist die Nordsee nun ein See oder ein Meer??

[A] Ja, die scheinbar willkürliche Verwendung von See und Meer kann verwirren. Wir versuchen ein wenig Klarheit zu schaffen: Ein Meer bezeichnet heute bekanntermaßen eine »sich weithin ausdehnende, das Festland umgebende Wassermasse, die einen großen Teil der Erdoberfläche bedeckt«.

[weiterlesen]

Genus von Rückgrat

[F] Immer wieder stolpere ich über den Begriff das Rückgrat. Wieso steht das Wort im Neutrum und nicht im Maskulinum so wie auch der Grat? Müsste es nicht eigentlich auch der Rückgrat heißen? Oder geht das Rückgrat auf ein ganz anderes Wort zurück?

[A] Die Frage nach dem korrekten Artikel zu Rückgrat scheint berechtigt, gilt doch in der deutschen Sprache das »Kopfrechtsprinzip«, bei dem sich das Genus nach dem Basiswort richtet.

[weiterlesen]