September 2022

Im Fokus: Kooperationen der GfdS

CC-Lizenz

Um den Austausch über Sprache zu fördern und Einfluss in wichtigen Gremien zu nehmen, arbeitet die GfdS mit verschiedenen Einrichtungen aus Wissenschaft, Staat und Gesellschaft zusammen. So stehen wir beispielsweise in einem regen fachlichen Austausch mit der Dudenredaktion und dem Portal Namenfoschung.net, wir haben einen Vertreter im Rechtschreibrat und wir arbeiten in zwei Gremien des DIN mit.

In unserem Fokusmonat September informieren wir über aktuelle Kooperationen.

Portal Namenfoschung.net

Mit der Mainzer Namenforschung des Portals Namenforschung.net tauschen wir uns regelmäßig über Vornamen und Familiennamen aus. Außerdem beteiligen wir uns an Projekten des Portals. Zurzeit laufen unter dem Portal Namenforschung.net zum Beispiel die folgenden Projekte:

  • das »Digitale Familiennamenwörterbuch Deutschlands (DFD)«
  • der »Deutsche Familiennamenatlas (DFA)«
  • »Onymische Grenzmarkierungen: Die Selbstbenennung von Transgendern (TransOnym)«

Insbesondere zu dem letztgenannten Projekt hat Miriam Lind (geb. Schmidt-Jüngst) einen Online-Vortrag bei der GfdS gehalten.

Über die beiden Projekte zu Familiennamen und über Familiennamen im Allgemeinen haben wir mit Dr. Rita Heuser von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz in zweien unserer Wortcast-Folgen gesprochen.

Ebenfalls über Familiennamen, genauer über das Thema »Ehenamen – Familiennamen bei der Heirat«, haben wir uns kürzlich mit Anne Rosar von der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz in einer Wortcast-Folge unterhalten.

Näheres über die Arbeit des Portals Namenforschung.net erfahren Sie hier:

Deutsche Gesellschaft für Namenforschung (GfN)

Auch mit der Leipziger Namenforschung, mit der Deutschen Gesellschaft für Namenforschung (GfN), stehen wir regelmäßig in Kontakt. Über mehrere Jahrzehnte haben wir besonders im Bereich der Vornamenberatung kooperiert und uns immer wieder über strittige Anfragen ausgetauscht. Seit zu Beginn dieses Jahres die Leipziger Vornamenberatung geschlossen wurde, haben wir diese Aufgabe vollständig übernommen.

Rat für deutsche Rechtschreibung

Die GfdS ist Mitglied im Rat für deutsche Rechtschreibung. Der Rechtschreibrat wurde 2004 eingesetzt, um die kontroversen Diskussionen nach der Rechtschreibreform von 1996 zu einem Ende zu bringen und eine Regelung mit einer breiten Akzeptanz zu erarbeiten. Seitdem ist er dafür zuständig, die Einheitlichkeit im deutschen Sprachraum zu bewahren und die Rechtschreibung und auf der Grundlage des amtlichen Regelwerks wo nötig weiterzuentwickeln. Nähere Informationen gibt es auf den Internetseiten des Rechtschreibrats.

Deutscher Sprachrat

Die GfdS ist neben dem Institut für Deutsche Sprache (IDS), dem Goethe-Institut und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) Mitglied im Deutschen Sprachrat. Der Deutsche Sprachrat will das Sprachbewusstsein sensibilisieren und dadurch die Sprachkultur im Inland sowie die Stellung der deutschen Sprache im Ausland fördern. Mehr zur Arbeit des Deutschen Sprachrats erfahren Sie auf dessen Internetseiten.

Duden

Mit dem Duden, insbesondere mit der Dudenredaktion, stehen wir in einem regen fachlichen Austausch. Regelmäßig sprechen wir über sprachliche Zweifelsfälle, die in der Sprachberatung auftreten. Darüber hinaus kooperieren wir bei verschiedenen Buchprojekten miteinander. So sind etwa die ersten 11 Bände aus der Reihe »Thema Deutsch« gemeinsam von der Dudenredaktion und der Gesellschaft für deutsche Sprache herausgegeben worden.

Deutsches Institut für Normung (DIN)

Die GfdS ist in zwei Gremien des Deutschen Instituts für Normung (DIN) vertreten und arbeitet dort an der Erstellung von Regeln bzw. Empfehlungen für die Leichte Sprache und die Einfache Sprache mit. Sobald die Regelwerke erschienen sind, informieren wir Sie darüber auf unseren Internetseiten.

Ständiger Ausschuss für geographische Namen (StAGN)

Die GfdS ist Mitglied im Ständigen Ausschuss für geographische Namen (StAGN). Der Ausschuss hat insbesondere die Aufgabe, im deutschen Sprachgebiet auf die Vereinheitlichung des öffentlichen Gebrauchs geographischer Namen hinzuwirken und Grundsätze und Empfehlungen für die Schreibweise geographischer Namen zu erarbeiten. Die GfdS ist im Ausschuss zusammen mit dem Duden für Toponymie und die sprachliche Beratung bei Fragen zur Schreibweise von Ortsnamen zuständig.

Hans-Oelschläger-Stiftung

Schon seit 2014 arbeitet die GfdS mit der Hans-Oelschläger-Stiftung zusammen und verleiht regelmäßig den Medienpreis für Sprachkultur der Hans-Oelschläger-Stiftung und der Gesellschaft für deutsche Sprache. Er richtet sich an Medienschaffende, die kritisch mit der deutschen Sprache umgehen. Der Preis wird mit 10.000 Euro dotiert.

Wiesbadener Kurier

Im Rahmen der Aktion »Deutschland schreibt« werden regelmäßig auch Diktatwettbewerbe in Wiesbadener Schulen durchgeführt. Organisiert wird das Ganze vom Wiesbadener Kurier. In der Jury: die GfdS, die diese Aktion gern unterstützt!

Stadt Wiesbaden

Mit der hessischen Landeshaupt besteht schon viele Jahre eine vielschichtige Zusammenarbeit. Das Kulturamt unterstützt die GfdS-Abende, und zu besonderen Anlässen (CSD, Bundesweiter Vorlesetag, Lange Nacht der Literatur) führen wir gemeinsame Veranstaltungen durch. Seit 2010 versuchen wir u. a. durch das Klartext-Projekt eine bürgerfreundliche Verwaltungssprache zu etablieren.

Stadt Hattingen

Das Wort nett hat in den letzten Jahren unverschuldet einen Imageschaden erlitten, dem die Stadt Hattingen entgegenwirken will. Daher ging die GfdS nun erstmals eine Wort-Partnerschaft ein. Die Stadt Hattingen hat dazu eine Kampagne zur Ehrenrettung des Wortes nett ins Leben gerufen, bei der die GfdS sprachliche Assistenz leistete, indem sie die Wortbedeutung und -geschichte umfassend aufgearbeitet hat.

Unwort des Jahres

Neben dem Wort des Jahres wird alljährlich auch das Unwort des Jahres vergeben. Dieses wurde von dem Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser initiiert und erstmals 1991 bei der GfdS gewählt. Wegen unterschiedlicher Vorgehensweisen und Ziele machte sich die Jury jedoch selbstständig und wählt seit 1994 unabhängig das Unwort des Jahres. Mit der Jury, die überwiegend aus Sprachwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern besteht, stehen wir aber nach wie vor in Kontakt, Mitglieder der Jury haben Vorträge bei der GfdS gehalten und Artikel in unseren Zeitschriften veröffentlicht. Mit der ehemaligen Jury-Sprecherin Nina Janich haben wir beispielsweise ein Interview geführt, das im Sprachdienst erschienen ist.

Weitere Fokusthemen

Februar: Die Sprachberatung der GfdS
März: Geht die deutsche Sprache den Bach runter?
April: Wie entwickelt sich unser Wortschatz?
Mai: Namen
Juni: Leichte Sprache und Einfache Sprache
Juli: Verständliche Rechts- und Verwaltungssprache
August: Angebote für Sprachinteressierte
Oktober: Sprachberatung in Zahlen