Redewendungen

Bedeutung von einen an der Waffel haben

[F] Wir stehen vor einem Rätsel: Wie steht die Bedeutung der Redewendung einen an der Waffel haben, nämlich ›nicht ganz richtig im Kopf sein, nicht richtig ticken‹, mit dem Gebäck in Zusammenhang?

[A] Bei dieser Redewendung liegt es in der Tat nahe, mit der hier genannten Waffel das süße, flache Gebäck zu assoziieren, denn solche Waffeln sind heutzutage allseits bekannt. Dabei liegt des Rätsels Lösung schon in der Bedeutung der Redensart, die eben auf einen »Schaden« im Kopf anspielt.

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Woher kommt der Ausdruck Schmiergeld?

[F] Mich würde die Herkunft des Ausdrucks Schmiergeld interessieren. In den mir zugänglichen Wörterbüchern finde ich nur das Wort verzeichnet, allenfalls mit der puren Definition ›Bestechungsgeld‹. Steht Schmiergeld in Verbindung mit dem Sprichwort Wer gut schmiert, der gut fährt?

[A] Der Ausdruck Schmiergeld ist schon seit langem belegt und lässt sich gut deuten – allerdings ist er vermutlich nicht auf Schmiere und Wagen, die Wagenschmiere also, zurückzuführen.

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Herkunft von Wer schön sein will, muss leiden

[F] Können Sie Näheres zu dem doch recht bekannten Sprichwort Wer schön sein will, muss leiden, das meine Nachschlagewerke leider nicht kennen, sagen? Ich habe mich schon verschiedentlich erkundigt, doch vergebens.

[A] Viel konnten wir auch nicht ermitteln. Horst und Anneliese Beyer führen Wer schön sein will, muss leiden in ihrem Sprichwörterlexikon (1985) unkommentiert und nüchtern auf. Auffinden konnten wir zwei Belege: Als »Motto« taucht dieses Sprichwort bei Karl Smolka auf (Gutes Benehmen von A–Z, Berlin 1957), und in Spemanns goldenem Buch der Sitte.

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Was ist die Weiße Woche?

[F] Was bedeutet Weiße Woche in folgendem Zitat aus einem Roman von Hans Fallada, der in den 1940er Jahren spielt?

»Damals schenkte er mir das Armband. Es hat sehr viel gekostet; alles Geld, das er in einer Weißen Woche verdient hatte, gab er dafür.«

[A] Ohne größeren Kontext ist es schwierig herauszufinden, auf was sich die Weiße Woche in Falladas Roman bezieht. Zudem findet sich nur wenig Material zur Weißen Woche, dennoch konnten wir zwei verschiedene Verwendungskontexte des Ausdrucks erschließen.

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Herkunft von stiften gehen

[F] Bei einem »Stiftermahl« für eine gemeinnützige Einrichtung kam die Frage auf, wie die Wendung stiften gehen im Sinne von ›abhauen, sich verdrücken‹ entstanden sein mag. In den Lexika, die mir vorliegen, auch bei Lutz Röhrich, findet sich der Ausdruck wohl erwähnt, aber ohne Erklärung. Könnte nicht das Wort Stift in der Bedeutung ›etwas Geringes, Kleinigkeit‹ – man vergleiche Stift als ›Lehrling‹ – der Ausgangspunkt sein? Wer sich schnell aus dem Staub macht, »sich dünne macht«, wirkt nur noch wie ein Strich in der Landschaft?

[A] Der Ausdruck stiften gehen, der seit Anfang des 20. Jahrhunderts geläufig ist und in vielen Wörterbü­chern, auch Dialektwörterbüchern, ver­zeich­net wird, ist trotz verschiedener Deu­tungsversuche noch nicht plausibel und sicher erklärt.

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Bedeutung von Spitze auf Knopf

[F] Mir geht es um die Erklärung der Wendung etwas steht Spitze auf Knopf. Sie ist doch recht bekannt, doch eine plausible Deutung finde ich nirgends; nur im »Großen Wörterbuch der deutschen Sprache« wird knapp darauf hingewiesen, dass die Spitze eines Degens oder Schwertes bzw. der Knauf eine Rolle spiele.

[A] Die Redensart etwas steht Spitze auf Knopf ist tatsächlich in manchen Wörterbüchern und Sprichwörterlexika belegt, so in dem einschlägigen Großen Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten von Lutz Röhrich, wo Auf Spitz(e) und Knopf stehen erklärt wird mit »bis zuletzt gut oder schlecht ausgehen können« (Bd. 3, 1992).

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Woher kommt die Redewendung sich freuen wie ein Schneekönig?

[F] Woher kommt die Redewendung »sich freuen wie ein Schneekönig« und was bedeutet sie?

[A] »Sich freuen wie ein Schneekönig« ist zum einen eine der zahlreichen als Redewendung existierenden Tiervergleiche, wie z. B. auch »schimpfen wie ein Rohrspatz« oder »singen wie eine Heidelerche«, mit denen den bezeichneten Personen Fähigkeiten oder Verhaltensweisen des jeweiligen Tieres zugeschrieben werden.

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Herkunft von nicht wirklich

[F] Als Mitglied habe ich folgende Frage: Vor allem in Interviews taucht in der letzten Zeit bei Fragen, die verneint werden, nicht mehr die Antwort Nein auf, sondern die gekünstelte Antwort Nicht wirklich. Ist nicht wirklich durch ein Zitat zum geflügelten Wort geworden, oder rührt der zunehmende Gebrauch dieser Formulierung von einer Eindeutschung aus dem Englischen her (not really)?

[A] Der Ausdruck nicht wirklich ist tatsächlich heute allenthalben zu vernehmen, und man könnte von einer »Modephrase« sprechen.

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Bedeutung von ins Horn pfetzen/petzen

[F] Aus einem Hörprotokoll hatten wir das Sprichwort »Er ist wie ein Ochse, dem man ins Horn pfetzt« zu verschriftlichen. Dabei sind wir uns beim Wort »pfetzt« unsicher. Kennen Sie ein entsprechendes Sprichwort und was bedeutet es?

[A] Immer wieder sind es Tiere, die in Redewendungen auftreten und damit einen bestimmten Sachverhalt vermitteln, egal ob man nun »aufs falsche Pferd gesetzt hat« oder ob »da der Hund begraben liegt«. Der Ochse repräsentierte in dieser Hinsicht immer eher negative Attribute wie Dummheit oder Trägheit.

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Woher stammt das Sprichwort vom Glück auf dem Rücken der Pferde?

[F] Stimmt es eigentlich, dass das bekannte und vor allem unter Pferdeliebhabern geläufige Sprichwort Alles Glück dieser Erde liegt auf dem Rücken der Pferde arabischen Ursprungs ist? Was sagen Ihre Quellen aus?

[A] Nach dem, was wir in Erfahrung bringen konnten, geht dieses – mittlerweile kann man es schon sagen ‒ Sprichwort auf den Schriftsteller Friedrich von Bodenstedt zurück. Von einer Herleitung aus dem Arabischen ist uns nichts bekannt; auch der Dozent und Übersetzer Hatem Lahmar, Wiesbaden, aus Tunis gebürtig, kann sie nicht bestätigen.

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