Stil

Grußformel bei Briefen mit unangenehmem Inhalt

[F] Ich muss als Mitarbeiter meiner Firma auf einen Brief reagieren, der unsachlich und unhöflich formuliert ist. In diesem Kontext empfinde ich es als unangemessen, die Grußformel »Mit freundlichen Grüßen« zu verwenden. Auch möchte ich nicht »Hochachtungsvoll« schreiben, da ich dem Adressaten gegenüber nicht meine Hochachtung zum Ausdruck bringen will.

[A] Die Grußformel in Briefen ist formal in der DIN-Norm 5008 geregelt. Die Standardformel in geschäftlicher Korrespondenz lautet »Mit freundlichen Grüßen«.

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Kann jedermann durch Mensch ersetzt werden?

[F] Mir liegt ein Text vor, den ich geschlechtergerecht formulieren möchte. Ein Satz darin lautet: »Jedermann kann sich bei seinem Anliegen auf diese Entscheidung berufen.« Ich störe mich an »jedermann« und möchte den Satz deshalb wie folgt formulieren: »Jeder Mensch kann sich bei ihrem oder seinem Anliegen auf diese Entscheidung berufen.« Ist das so korrekt?

[A] Das Wort jedermann durch »jeder Mensch« zu ersetzen, ist aus sprachlicher Sicht zunächst einmal unproblematisch.

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Wo steht in einer alphabetischen Namensliste der Titel einer Person?

[F] Ich habe den Auftrag, eine alphabetisch geordnete Namensliste zu erstellen. Bei Personen, die einen Titel haben, soll dieser in der Liste auch genannt werden. Nun bin ich mir unsicher, welche Reihenfolge hierbei richtig ist und an welcher Stelle der Titel stehen muss.

[A] Die Antwort auf Ihre Frage findet sich z. B. im Duden, »Richtiges und gutes Deutsch«, unter den Einträgen »alphabetische Anordnung« sowie »Titel und Berufsbezeichnungen«.

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Die Aussprache von Jahreszahlen

[F] Noch vor zwanzig Jahren sprach man Jahreszahlen in »Hunderterschritten« aus, z. B. 1996 als neunzehnhundertsechsundneunzig. Warum hat sich die Aussprache im 21. Jahrhundert zu »Tausenderschritten« geändert, z. B. 2016 als zweitausendsechzehn?

[A] Vielen Dank für Ihre Anfrage, Der Duden stellt dazu nur nüchtern fest: »Die Jahreszahlen von 1100 bis 1999 werden nach Hundertern zusammengefasst.

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Zur Doppeldeutigkeit von in Kürze

[F] Ist es korrekt, von »Nachrichten in Kürze« zu sprechen, wenn ihre zeitliche Ausdehnung gemeint ist (sie also knapp bemessen sind), nicht aber, dass sie nicht sofort beginnen, sondern gleich/bald?

[A] Der Ausdruck Kürze kann, sofern er allein steht, in zweifacher Hinsicht interpretiert werden: als ›bald‹ oder auch als ›knapp‹.

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Wieso lautet die Anrede nicht Herr und Dame?

[F] Ich frage mich seit langem, warum die Anrede im Deutschen Herr und Frau ist. Warum ist ein Mann höflicherweise ein Herr, aber die Frau bleibt eine Frau und wird nicht zur Dame?

[A] Gegen Ihr sprachliches Empfinden und das daraus resultierende Anliegen ist auf den ersten Blick sicher nichts einzuwenden. Allerdings zeigt ein tieferer Blick in die bisherige sprachliche Entwicklung, dass sich die Sache etwas komplizierter darstellt.

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Herkunft der Vorsilbe sau-

[F] Heute habe ich wieder eine Frage. Wie erklärt sich eigentlich die Vorsilbe sau-, Sau-, die so gern benutzt wird, z. B. in den Ausdrücken Sauwetter, saukalt?

[A] Das Wort bzw. die Vorsilbe Sau, sau- wird schon seit langem in Zusammensetzungen gebraucht, sei es Sauglück, Saukälte oder saugrob, saukalt, sauschlecht. (Daneben kommen z. B. auch schweinekalt oder Schweinegeld im Sinne von ›sehr viel Geld‹ vor.)

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Komma nach Hallo

[F] Muss ich nicht nach Hallo in der – modernen legeren – Anrede, die man jetzt auch überall lesen kann, ein Komma setzen? Ein Kunde unserer Agentur möchte eine solche Kundenanrede ohne Komma haben. In den aktuellen Rechtschreibbüchern finde ich keinen genauen Hinweis.

[A] Es stimmt, es handelt sich bei Hallo, Herr … (dies sieht man eigentlich nie) bzw. Hallo Herr … (dies ist die heute übliche Version) um eine Form der Anrede, und es stellt sich die Kommafrage.

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Groß- oder Kleinschreibung nach einem Gedankenstrich

[F] Gibt es eine Regelung dafür, wie nach einem Gedankenstrich in einem Titel, einer Überschrift geschrieben wird? Hier zwei Beispiele: »Zwei Ladys – eine/ Eine Leidenschaft« oder »Die Moskauer Geiselnahme – zwischen/ Zwischen Leben und Tod«.

[A] Nach dem Gedankenstrich – ob in einem Satz oder in einem Titel – wird sozusagen normal weitergeschrieben, das heißt, es tritt kein Wechsel zwischen Klein- bzw. Großschreibung ein, so wie auch nach einem Komma, einem Semikolon.

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