Bedeutung

Bedeutung von ins Horn pfetzen/petzen

[F] Aus einem Hörprotokoll hatten wir das Sprichwort »Er ist wie ein Ochse, dem man ins Horn pfetzt« zu verschriftlichen. Dabei sind wir uns beim Wort »pfetzt« unsicher. Kennen Sie ein entsprechendes Sprichwort und was bedeutet es?

[A] Immer wieder sind es Tiere, die in Redewendungen auftreten und damit einen bestimmten Sachverhalt vermitteln, egal ob man nun »aufs falsche Pferd gesetzt hat« oder ob »da der Hund begraben liegt«. Der Ochse repräsentierte in dieser Hinsicht immer eher negative Attribute wie Dummheit oder Trägheit.

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Bedeutung von lukrieren

[F] Ich bin Übersetzerin und arbeite in Bratislava. In einem von mir zu bearbeitenden Text kommen zwei Wörter vor, die mir sind unklar sind: Klagsschrift und lukrieren (»die Klagsschrift wird vorbereitet« und »um das optimale Leistungsvolumen zu lukrieren«). Wie sind sie zu verstehen? Sind sie korrekt?

[A] Beide Wörter, nach denen Sie fragen, sind durchaus korrekt, sie gehören allerdings der österreichischen Sprachvariante des Deutschen an. Die deutsche Standardsprache zeigt ja regionale bzw. nationale Besonderheiten, und diese werden gerade in dem 2004 erschienenen Variantenwörterbuch des Deutschen lexikographisch beschrieben.

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Herkunft und Bedeutung von blauer Brief

[F] Was hat es denn mit dem Ausdruck blauer Brief auf sich? Ich muss ihn für eine Kindersendung erklären und konnte in den mir zugänglichen Nachschlagewerken – so Lutz Röhrichs Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, wo ich immer fündig werde – nicht viel entdecken.

[A] Im großen Wörterbuch der deutschen Sprache (Dudenverlag 1993) ist die heute gewöhnlich damit verbundene Bedeutung vermerkt: ›Mitteilung der Schule an die Eltern über die gefährdete Versetzung ihres Kindes‹, daneben auch ›Kündigungsschreiben‹.

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Vorname Nemo

[F] Eltern haben bei uns im Standesamt angefragt, ob sie ihren Sohn Nemo nennen können. Was meinen Sie? Handelt es sich dabei denn wirklich um einen Vornamen?

[A] Nemo ist uns tatsächlich als Vorname bekannt. So verzeichnet Wilfried Seibicke in seinem »Historischen Deutschen Vornamenbuch« (Berlin/New York, Band 3, 2000) diesen Namen als männlich.

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Vorname Legolas

[F] Wir möchten unseren Sohn Legolas nennen und bitten Sie, diesen Vornamen für das Standesamt zu bestätigen. Wir kennen den Namen aus dem Film »Der Herr der Ringe« und meinen, dass man ihn doch als Vornamen anerkennen kann.

[A] Da auch literarische Namen als reguläre Vornamen betrachtet werden können, sehen wir keine grundsätzliche Schwierigkeit, dass Sie Ihren Sohn Legolas nennen dürfen.

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Vorname Huckleberry

[F] Ich rufe aus einem Standesamt an. Eltern wollen ihrem Sohn den Vornamen Huckleberry geben. Ich kann ihn nirgends finden. Ist es überhaupt ein männlicher Vorname?

[A] Dies würde uns sehr wundern. Sicherlich ist Mark Twains literarische Gestalt des Huckleberry Finn allbekannt, doch Huckleberry ist weder im Englischen noch im Deutschen als Vorname anzusehen.

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Vorname Enola

[F] Unser kleiner Sonnenschein trägt den Namen Enola, und wir möchten nun wissen, was er bedeutet.

[A] Der weibliche Vorname Enola – gesprochen etwa [ihnola] – ist eine angloamerikanische Neubildung des 20. Jahrhunderts, deren Ursprung im Dunkeln liegt.

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Vorname Tiger

[F] Wir wollen unseren Jungen Tiger nennen. Das Standesamt will das aber nicht ohne Ihre Zustimmung zulassen, und so bitten wir Sie zu prüfen, ob es eine Möglichkeit gibt, unserem Wunsch zu entsprechen.

[A] Wir haben über zwanzig englische und angloamerikanische Vornamenbücher durchgesehen, aber nur in einem fanden wir einen Hinweis, dass Tiger in den Vereinigten Staaten gelegentlich (»occasionally«) als Vorname gebraucht wird.

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