Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

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Unterschied zwischen möchten und mögen

[F] In einem Gespräch verwendete kürzlich jemand ich möchtete als Vergangenheitsform von ich möchte. Ich habe sofort eingewandt, dass die richtige Vergangenheitsform von möchten ich mochte heißt. Aber ist ich mochte nicht eine Vergangenheitsform von mögen? Gibt es überhaupt ein Verb möchten?

[A] Tatsächlich gibt es keine Grundform, also keinen Infinitiv möchten – und damit auch keine Vergangenheitsform möchtete. Hier liegen vielmehr die konjugierten Formen des Konjunktivs II des Verbs mögen vor. Mögen zählt indes zu den unregelmäßigen Verben und ich mochte ist in der Tat eine korrekte Vergangenheitsform. Die Bedeutungsebenen von mögen im Indikativ und im Konjuktiv II sind äußerst vielschichtig.

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Apostroph nach Personennamen

[F] Könnten Sie mir Auskunft darüber geben, ob die Schreibweise Dern’sches Gelände den gültigen Regeln der deutschen Rechtschreibung entspricht?

[A] Bei dem Adjektiv Dern’sch handelt es sich um eine Ableitung aus dem Eigennamen Dern durch Anfügen der Endung -sch. Der Apostroph ist hier in der Tat grammatikalisch korrekt.

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Woher kommt das Wort Eidechse?

[F] Warum spricht man das Wort Eidechse eigentlich Ei-dechse und nicht Eid-echse? Es handelt sich doch wohl um eine Echse.

[A] Tatsächlich ist Echse ein Sammelbegriff aus der Zoologie. Es handelt sich dabei um eine willkürliche Rückbildung aus dem Wort Eidechse, das germanische Wurzeln hat.

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Rechtschreibung von Zusammensetzungen aus Substantiv und Adjektiv

[F] Immer wieder stoße ich bei ein und demselben Wort auf verschiedene Schreibungen: Man findet zum Beispiel technikaffin, technik-affin und auch Technik-affin. Welche Schreibweise ist hier die richtige?

[A] Die Rechtschreibung von Zusammensetzungen aus Substantiv und Adjektiv bereitet oftmals Kopfzerbrechen, doch in der Tat gibt es einige Regeln, die hier Abhilfe schaffen. Grundsätzlich gilt: Klein- und Zusammenschreibung ist der Normalfall, und einen Bindestrich setzt man nicht einfach nur so.

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Durchschuss und Laufweite, Zeilen- und Zeichenabstand

Die Optik eines Textes wird nicht nur durch die ausgewählte Schrift, durch die Anordnung des Textes auf der Seite oder durch den Satz (also die Ausrichtung von Text in einem Layout) maßgeblich bestimmt, sondern auch dadurch, in welchem Verhältnis die einzelnen Buchstaben und Zeilen zueinander stehen. Beides schauen wir uns im Detail an, denn sowohl der Zeilenabstand als auch der Zeichenabstand beeinflussen, ob wir einen Text als luftig oder gedrängt, als hell oder dunkel wahrnehmen.

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Börger, Vurst und Kese

Üblicherweise werden an dieser Stelle korrekte Schreibweisen thematisiert – normgerechte Orthografie. Gewöhnlicherweise wird aber auch nicht die Verwendung von Ausdrücken verboten. Doch dafür hat sich das EU-Parlament am 9. Oktober 2025 entschieden. Wenn nun noch die 27 EU-Staaten zustimmen, dürfen Wörter wie Burger, Schnitzel und Wurst künftig nicht mehr für vegane oder vegetarische Alternativen für Fleischprodukte herangezogen werden. Das hätte Folgen.

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Getrennt- oder Zusammenschreibung bei gesteigerten Adjektiven

[F] Das Verb leichtfallen schreibt man hier regulär zusammen. Aber wie ist es in gesteigerter Form, bei »Diese Aufgabe sollte dir noch leichterfallen/leichter fallen als die gestrige«?

[A] In der Tat schreibt man das Verb leichtfallen in seiner Grundform zusammen, also z. B. im Futur Es wird dir leichtfallen oder wenn in einem Satz etwa ein Modalverb konjugiert wird und leichtfallen im Infinitiv steht.

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Position des Gedankenstrichs bei Zeilenumbruch

[F] Wo steht bei einem durch doppelten Gedankenstrich vom übrigen Text abgegrenzten Einschub der einleitende Gedankenstrich, wenn der Einschub direkt am Zeilenanfang beginnt? Gehört er dann ebenfalls an den Zeilenanfang, also direkt zum Einschub, oder ans Ende der vorangehenden Zeile?

[A] Eine gute Frage, auf die es keine eindeutige Antwort gibt. Zwar lässt sich argumentieren, dass der einleitende Gedankenstrich zum Einschub gehört und daher nicht von diesem getrennt werden sollte (vgl. Duden Richtiges und gutes Deutsch, Mannheim 2011, S. 357).

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Perfekt mit haben oder sein

[F] Neulich habe ich mit einer Freundin über das Perfekt von reiten diskutiert. Ich bin der Meinung, es heißt ich habe geritten, sie ist der Meinung, ich bin geritten sei richtig. Unser Freundeskreis ist sich ebenfalls nicht einig. Wir fragen uns, wann Verben im Perfekt mit haben und wann mit sein gebildet werden. Gibt es feste Regeln?

[A] Das ist eine sehr gute Frage, die sich tatsächlich nicht selten stellt. Schauen wir uns das einmal genauer an.

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Trans, inter und cis

In der Orthografie zeigt sich ein Phänomen, das die geschlechtliche Diversität spiegelt: Der Genderstern (oder ähnliche Sonderzeichen) ist ein in der deutschen Rechtschreibung innerhalb eines Wortes unzulässiges Zeichen, das insbesondere von der betroffenen Community begrüßt wird, da es die Abweichung von bzw. Vielfalt fernab binärer Strukturen auch sprachlich sichtbar macht. Dass diese Abweichung kein Einzelfall ist, zeigt ein Blick auf (vor allem Selbst-)Zuschreibungen.

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