Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

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Abkürzungen | Anglizismen | Aussprache | Bedeutung | Dialekte | Flexion/Beugung | Fremdwörter | Genus | Getrennt- und Zusammenschreibung | Grammatik | Groß- und Kleinschreibung | Herkunft | Kasus | Konjunktiv | Literatur/Zitate | Namen | Plural | Pragmatik | Rechtschreibung | Redewendungen | Satzbau | Schrift | Sonstiges | Stil | Tempus | Vornamen | Wortbildung | Wortschatz | Zeichensetzung | Ziffern und Zahlen

Genus von Rückgrat

[F] Immer wieder stolpere ich über den Begriff das Rückgrat. Wieso steht das Wort im Neutrum und nicht im Maskulinum so wie auch der Grat? Müsste es nicht eigentlich auch der Rückgrat heißen? Oder geht das Rückgrat auf ein ganz anderes Wort zurück?

[A] Die Frage nach dem korrekten Artikel zu Rückgrat scheint berechtigt, gilt doch in der deutschen Sprache das »Kopfrechtsprinzip«, bei dem sich das Genus nach dem Basiswort richtet.

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Herkunft und Bedeutung des Familiennamens Atrott

[F] In der Kriegs- und Nachkriegszeit hatte ich eine gute und unvergessene Freundin mit dem Familiennamen Atrott. Dieser fiel schon damals als ungewöhnlich auf und ich habe ihn sonst niemals wieder gehört. Wir rätseln, was wohl ihr ungewöhnlicher Name bedeute.

[A] In zwei Anläufen wurden zunächst die gängigen, dann die selteneren deutschen Namenbücher der GfdS-Bibliothek geprüft. Ohne Erfolg, also wirklich ein seltener, offensichtlich fremdsprachiger Name. Die Vorsilbe a weist auf das Französische. Hier bedeutet die Präposition à ›in‹ und richtungsweisend ›nach‹, als Vorsilbe oft ›zu, hinzu‹ im Sinne von ›etwas zufügen‹, zum Beispiel ajouter ›hinzufügen‹, amonaler ›aufhäufen‹, alourdir ›schwermachen‹, amener ›zuführen‹ oder amenager ›einrichten‹.

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Wie erklärt sich gang und gäbe?

[F] Wie erklärt sich eigentlich die doch nicht so seltene Wendung gang und gäbe? Liegen womöglich die Verben gehen und geben zugrunde?

[A] Diese Wendung fußt tatsächlich auf den Verben gehen und geben, doch sind diese nur als Wurzel zu rekonstruieren. Ursprünglich handelte es sich bei gang und gäbe um einen Ausdruck aus dem Münzwesen, der die derzeit im Umlauf befindliche Währung bezeichnete und bereits seit dem 13. Jahrhundert, im Sachsenspiegel, belegt ist.

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Wie wird ein Verb mit dem Präfix miss- konjugiert?

[F] In unserer Schule kamen zwei Varianten bei der Konjugation des Verbs missverstehen auf. Heißt es »Missverstehen Sie mich nicht« oder »Verstehen Sie mich nicht miss«? Wie kommt es, dass Verben mit dem Präfix miss- unterschiedlich verwendet werden?

[A] Die grammatikalisch korrekte Variante ist »Missverstehen Sie mich nicht«. Das Präfix miss- wird im aktuellen deutschen Sprachgebrauch nicht mehr als selbstständiges Wort gebraucht und steht daher in der Regel unbetont vor Verben, Adjektiven oder Substantiven.

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Sind Kakerlake und Schabe Synonyme?

[F] Gibt es einen Unterschied zwischen einer Kakerlake und einer Schabe oder sind das bloß synonyme Bezeichnungen für ein und dasselbe Tier?

[A] In der Tat scheinen viele Personen die Ausdrücke Kakerlake und Schabe quasi als Synonym füreinander zu verwenden. Doch bei einem – gewiss nur mentalen und nicht physischen – genaueren Blick auf diese Tiere werden ein paar Unterschiede in der Sprach- und Tierwelt deutlich.

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Wie und wieso singt man sich einen Wolf?

[F] Was bedeutet die Redewendung sich einen Wolf singen … und wie ist sie entstanden? Hat sie etwas mit dem Heulen eines Wolfes zu tun?

[A] Unseren Recherchen zufolge führt die Suche nach der Bedeutung der Phrase sich einen Wolf singen zum Gebiet der Medizin. Mit Beginn des 19. Jahrhundert war die Krankheit Lupus erythematodes in der Bevölkerung weit verbreitet.

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Woher stammt das Wort Korpsgeist und was hat man sich darunter vorzustellen?

[F] Im Zusammenhang mit dem Abstimmungsverhalten von Abgeordneten im Bundestag hört man neuerdings von Korpsgeist. Damit verbinde ich eine gewisse Vorstellung, können Sie Genaueres sagen?

[A] Wahrlich handelt es sich um ein Wort, das in den letzten Jahren nicht oft in den Medien zu vernehmen war. Mag sein, dass es die Schreibenden wählten, weil das K im Anlaut gut zum Politiker passt, der eben diesen Geist bei den Griechenland-Abweichlern fordert und deren Familienname ebenfalls mit K beginnt: Kauders Korpsgeist.

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Woher stammt die Redewendung frech wie Oskar?

[F] Wie erklärt sich eigentlich die Redewendung frech wie Oskar? Im Internet bin ich auf mehrere unterschiedliche Erklärungen gestoßen.

[A] Lutz Röhrich nennt in seinem schönen Nachschlagewerk Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten (Freiburg 1991) diese Wendung und bemerkt, dass deren »Geschichte noch nicht geklärt« sei. Er nimmt an, dass frech wie Oskar »aus der Umgangssprache Berlins [stammt] und […] sich von dort aus weiter ausgebreitet« hat.

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Die korrekte Worttrennung

[F] Immer wieder stolpere ich in Zeitungsartikeln über unverständliche und unlesbare Trennungen. Wie kommt es zu diesen willkürlich anmutenden Wortzerhackungen? Welche Regeln lassen sich zum Thema Worttrennung anführen?

[A] Das Thema der Worttrennung am Zeilenende ist kein leichtes, gibt es doch zahlreiche Regeln dazu. Als Grundregel für das Deutsche gilt die Trennung nach Sprechsilben, die sich durch langsames Vorlesen ergeben, z. B. Ken-ner, Ge-mü-se, Schrift-stel-ler.

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Was bedeutet da liegt der Hase im Pfeffer?

[F] Wie ist denn die Redensart zu erklären, die man oft hören kann: Da liegt der Hase im Pfeffer? Sie ist doch sicherlich recht alt, denn heutzutage kann man sich nichts Rechtes darunter vorstellen?

[A] Diese Redewendung, die tatsächlich alt und seit Jahrhunderten bekannt ist, wird von Johann Christoph Adelung in seinem großen Lexikon zur deutschen Sprache, dem Grammatisch-kritischen Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart (1793–1801) so erklärt: »Im Oberdeutschen wird auch eine stark mit Pfeffer gewürzte Brühe, eine Pfefferbrühe, der Pfeffer genannt.

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