Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

Lesen Sie hier unsere Antworten oder wählen Sie aus den folgenden Schlagwörtern, um die Beitrage zu sortieren.

Abkürzungen | Anglizismen | Aussprache | Bedeutung | Dialekte | Flexion/Beugung | Fremdwörter | Genus | Getrennt- und Zusammenschreibung | Grammatik | Groß- und Kleinschreibung | Herkunft | Kasus | Konjunktiv | Literatur/Zitate | Namen | Plural | Pragmatik | Rechtschreibung | Redewendungen | Satzbau | Schrift | Sonstiges | Stil | Tempus | Vornamen | Wortbildung | Wortschatz | Zeichensetzung | Ziffern und Zahlen

Schreibt man testlesen oder Test lesen?

[F] Wie würden Sie denn schreiben: ein Buch »testlesen« oder »Test lesen«? Die Wörterbücher bringen diesen Ausdruck nicht, wohl aber Probe fahren. Ich meine, hier wäre die Zusammenschreibung am besten, und die Getrenntschreibung erscheint mir ganz unangebracht.

[A] Ich teile Ihre Ansicht. Es trifft zwar zu, dass die amtliche Wörterliste Probe fahren so wie auch Korrektur lesen getrennt aufführt, doch dabei wird auf § 55 (4) verwiesen.

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Was bedeutet der Namensbestandteil Gai-/Gau- z. B. im Ortsnamen Gaimühle?

[F] In meiner Stadt gibt es eine Mühle mit dem Namen Gaimühle. Woher stammt dieser Name?

[A] Gaimühle ist der amtliche Name einer Mühle bei Eberbach-Friedrichsdorf und einer bei Rosenberg sowie der Name des kleinsten Stadtteils Eberbachs. Sowohl Eberbach als auch Rosenberg sind Städte in der Umgebung von Heidelberg, nähere Informationen bezüglich der Mühlen scheinen sich aber nur zur Eberbacher Mühle finden zu lassen. Die Bezeichnung Gaimühle lässt sich unterschiedlich ableiten.

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Gibt es die Wörter verlautern und verleisern?

[F] Meine Kinder sagen neuestens immer verlautern und verleisern. Ich sagte ihnen, dass es diese Wörter gar nicht gäbe, woraufhin sie meinten, dass das in der Schule viele Kinder sagen. Wer hat denn nun recht?

[A] Wie so oft in Sprachfragen – beide: Sie haben recht, weil verlautern und verleisern natürlich (noch) in keinem Wörterbuch verzeichnet sind. Ihre Kinder haben aber auch recht.

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Distributiver Singular: Subjekt im Plural, Bezugswort im Singular

[F] Im Kollegenkreis haben wir über einen Satz diskutiert, der uns instinktiv zwar korrekt erscheint, aber warum dies so ist, können wir uns nicht erklären. Es handelt sich um einen Satz von der Art In der Kälte bekamen viele Wartende eine rote Nase. Oder ist es nur korrekt zu sagen In der Kälte bekamen viele Wartende rote Nasen?

[A] Sätze dieser Art kommen nicht selten vor und oft wurden wir schon gefragt, weshalb denn in solchen Kontexten trotz des Subjekts im Plural (viele Wartende) trotzdem das sich darauf beziehende Objekt im Singular stehen kann, wenn doch, da jeder der Wartenden eine Nase hat, entsprechend viele dieser Nasen rot werden.

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Parallelflexion und Wechselflexion bei Adjektiven

[F] Wir sind uns unsicher: Muss es heißen: mit großem, erwähnenswertem Elan oder: großem, erwähnenswerten Elan?

[A] Diese Frage verweist auf ein Phänomen, das als Paralleflexion (mit großem, erwähnenswertem Elan) bzw. als Wechselflexion (mit großem, erwähnenswerten Elan) bekannt ist.

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Grußformel bei Briefen mit unangenehmem Inhalt

[F] Ich muss als Mitarbeiter meiner Firma auf einen Brief reagieren, der unsachlich und unhöflich formuliert ist. In diesem Kontext empfinde ich es als unangemessen, die Grußformel »Mit freundlichen Grüßen« zu verwenden. Auch möchte ich nicht »Hochachtungsvoll« schreiben, da ich dem Adressaten gegenüber nicht meine Hochachtung zum Ausdruck bringen will.

[A] Die Grußformel in Briefen ist formal in der DIN-Norm 5008 geregelt. Die Standardformel in geschäftlicher Korrespondenz lautet »Mit freundlichen Grüßen«.

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Was ist ein Aktendulli?

[F] Wissen Sie eigentlich, was ein Aktendulli ist?

[A] Dieses Wort scheint nach unseren Umfragen ausschließlich in der DDR bekannt gewesen zu sein und sich auch heute aufgrund dieser Tradition auf den Sprachgebrauch in den östlichen Regionen Deutschlands zu beschränken.

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Was bedeutet eigentlich Fronleichnam?

[F] Weshalb feiert man eigentlich Fronleichnam? Und was bedeutet dieser Name?

[A] Nicht in jedem deutschen Bundesland ist der katholische Feiertag Fronleichnam auch ein arbeitsfreier Tag, sondern nur in den Ländern bzw. Regionen mit überwiegend katholischer Bevölkerung. Doch selbst dort, wo Fronleichnam gefeiert wird, kennt nicht jeder seine Bedeutung – inhaltlich wie sprachlich.

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Kann jedermann durch Mensch ersetzt werden?

[F] Mir liegt ein Text vor, den ich geschlechtergerecht formulieren möchte. Ein Satz darin lautet: »Jedermann kann sich bei seinem Anliegen auf diese Entscheidung berufen.« Ich störe mich an »jedermann« und möchte den Satz deshalb wie folgt formulieren: »Jeder Mensch kann sich bei ihrem oder seinem Anliegen auf diese Entscheidung berufen.« Ist das so korrekt?

[A] Das Wort jedermann durch »jeder Mensch« zu ersetzen, ist aus sprachlicher Sicht zunächst einmal unproblematisch.

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