Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

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Abkürzungen | Anglizismen | Aussprache | Bedeutung | Dialekte | Flexion/Beugung | Fremdwörter | Genus | Getrennt- und Zusammenschreibung | Grammatik | Groß- und Kleinschreibung | Herkunft | Kasus | Konjunktiv | Literatur/Zitate | Namen | Plural | Pragmatik | Rechtschreibung | Redewendungen | Satzbau | Schrift | Sonstiges | Stil | Tempus | Vornamen | Wortbildung | Wortschatz | Zeichensetzung | Ziffern und Zahlen

Herkunft von anno

[F] In den gängigen Wörterbüchern der deutschen Sprache werden anno dazumal, anno dunnemals und anno Tobak als feste, scherzhafte Wendungen in der Bedeutung ›alte [längst überholte] Zeit; in, aus alter [längst überholter] Zeit‹ verzeichnet. Ich vermisse in diesem Zusammenhang die Wendung anno tuck/anno Tuck und frage mich, wie diese entstanden sein könnte.

[A] Die Redewendung anno tuck ist in der gängigen Literatur zur Phraseologie nicht verzeichnet. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine regional gebräuchliche Redewendung.

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Konjugation von anfechten

[F] In unserer Zeitung stand die Überschrift »… fechtet die Wahl an«, und ein Leser schrieb uns kritisch hierzu und mahnte die richtige Form ficht an, nicht fechtet. Was ist Ihre Meinung dazu? Hat die Redaktion einen Fehler gemacht?

[A] Manche Verben erleben im Laufe der Zeit eine Vereinfachung in der grammatischen Abwandlung, der Konjugation. Das Verb fechten unterliegt an sich traditionell dem sog. e/i-Wechsel, das heißt, man sagt ich gebe, wir geben, aber du gibst, er, sie, es gibt oder eben ich fechte, wir fechten, aber du fichtst, er, sie ficht, vgl. die Redensart Das ficht mich nicht an.

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Das Verb tebartzen

[F] Ich habe in Bezug auf die aktuelle Debatte um den Bischof Tebartz-van Elst das Wort tebartzen gelesen. Gibt es das?

[A] Sie haben Recht, dass in letzter Zeit das Verb tebartzen vor allem im Internet in Blogs und auf Plattformen wie Facebook und Twitter kursiert.

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Geschlechtsspezifizität von landsmannschaftlich

[F] Da es meiner Meinung nach eine geschlechtergerechte Fassung des Grundgesetzes (GG) geben sollte, bin ich dabei, eine solche auszuarbeiten: Die Wendung »landsmannschaftliche Verbundenheit« in Artikel 29 Absatz 1 Satz 2 GG möchte ich ersetzen durch »Verbundenheit der Vertriebenenverbände«, »ihre besonderen landsmannschaftlichen Verhältnisse« in Artikel 36 Absatz 2 GG durch »ihre besonderen landesmenschenschaftlichen Verhältnisse«. Was halten Sie davon?

[A] Bei Ihrem Vorschlag für Artikel 29 Absatz 1 Satz 2 GG müssen Sie die Bedeutung von landsmannschaftlich an dieser Stelle und den Kontext – es geht um die Neugliederung des Bundesgebietes – berücksichtigen.

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Bedeutung von Fischbein

[F] Neulich las ich in einem Text das Wort Fischbein und kann mir nichts darunter vorstellen, denn im Unterricht sind mir Beine nur bei Menschen, Säugetieren und Möbelstücken zum Beispiel begegnet.

[A] Fischbeine werden aus den großen, hornfaserigen Platten im Oberkiefer der Bartenwale (Buckelwal, Grönlandwal u. a.) gewonnen.

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Treueid vs. Treueeid

[F] Wir sind uns unsicher: Heißt es Treueid oder Treueeid?

[A] Ihre Unsicherheit wird durch eine kurze Google-Suche bestätigt: auf den deutschen Seiten gibt es 37 900 Treffer für Treueid und 34 900 für Treueeid.

In den Wörterbüchern ist interessanterweise nur die Form Treueid verzeichnet, so im Grimm, im Großen Wörterbuch der deutschen Sprache des Dudenverlags und im Wahrig.

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Herkunft der Vorsilbe sau-

[F] Heute habe ich wieder eine Frage. Wie erklärt sich eigentlich die Vorsilbe sau-, Sau-, die so gern benutzt wird, z. B. in den Ausdrücken Sauwetter, saukalt?

[A] Das Wort bzw. die Vorsilbe Sau, sau- wird schon seit langem in Zusammensetzungen gebraucht, sei es Sauglück, Saukälte oder saugrob, saukalt, sauschlecht. (Daneben kommen z. B. auch schweinekalt oder Schweinegeld im Sinne von ›sehr viel Geld‹ vor.)

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Unterschied zwischen Ratifikationsprozess und Ratifizierungsprozess

[F] In einem Text, in dem es um den Abschluss eines völkerrechtlichen Vertrages geht, ist abwechselnd von Ratifikationsprozess und Ratifizierungsprozess die Rede. Lassen sich die beiden Begriffe denn synonym verwenden? Oder gibt es einen Bedeutungsunterschied?

[A] Das ist eine interessante Frage, weil sie den Bereich der so genannten Verbalabstrakta berührt, also der abstrakten Substantive, die von Verben auf -ieren (wie zum Beispiel ratifizieren ) abgeleitet sind. Verbalabstrakta können sowohl mit dem Suffix -ation als auch mit dem Suffix -ierung gebildet werden.

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Das d in morgendlich

[F] Ich frage mich woher das ‚d‘ in morgendlich kommt und habe bisher keine logische Erklärung gefunden. Können Sie mir eine liefern?

[A] In der Tat findet man in älteren Sprachstufen des Deutschen, etwa dem Mittelhochdeutschen, noch Formen wie morgenlich.
Das d in morgendlich ist wohl eine Analogiebildung zu abendlich.

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Gesandte vs. Gesandtin

[F] Bei meiner Arbeit ist mir bereits des Öfteren der Begriff »die Gesandtin« aufgefallen. Ist diese Form korrekt oder müsste es nicht vielmehr heißen »die Gesandte«?

[A] Der Ausdruck Gesandte ist die korrekte Substantivierung des Partizips II von senden: gesandt. Die schwach deklinierte Form ist in allen drei Genera im Nominativ identisch (der, die, das Gesandte).

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