Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

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Abkürzungen | Anglizismen | Aussprache | Bedeutung | Dialekte | Flexion/Beugung | Fremdwörter | Genus | Getrennt- und Zusammenschreibung | Grammatik | Groß- und Kleinschreibung | Herkunft | Kasus | Konjunktiv | Literatur/Zitate | Namen | Plural | Pragmatik | Rechtschreibung | Redewendungen | Satzbau | Schrift | Sonstiges | Stil | Tempus | Vornamen | Wortbildung | Wortschatz | Zeichensetzung | Ziffern und Zahlen

Bedeutung von Behnert

[F] Was versteht man unter einem Behnert? Ein Kollege hat es in Weißenfels als Bezeichnung für einen Korb gehört, wir kennen das Wort aber nicht. Können Sie diese Bedeutung bestätigen?

[A] Behnert ist ein altes Wort, das vorwiegend in Obersachsen üblich ist. Es leitet sich von der Grundform Behner ab und kann auch als Behnerich (vgl. Johann Christoph Adelung, »Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart«, Leipzig 1793, Bd. 1, S. 815; »Pierer’s Universallexikon«, 4. Aufl., 1857–1865, Bd. 2, S. 495) oder Pänert vorkommen.

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Bedeutung von baunscheidtieren

[F] Ich habe eine Frage: Gibt es das Verb baumscheidtieren und, falls ja, was bedeutet es?

[A] Das Wort, das Sie meinen, heißt baunscheidtieren und es existiert tatsächlich. Es gehört allerdings zum Fachwortschatz der Naturheilkunde und findet sich deshalb nicht in den geläufigen Nachschlagewerken zur deutschen Gegenwartssprache (etwa im zehnbändigen Duden-Wörterbuch).

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Bedeutung und Verwendung von aussternen

[F] Kann ich das Wort aussternen, das mir seit einiger Zeit auffällt, verwenden? Gibt es das überhaupt?

[A] Ja, durchaus. Das von Stern abgeleitete Verb aussternen ist zum Beispiel schon 1876 von Daniel Sanders im Wörterbuch der Deutschen Sprache vermerkt worden, wobei er auf eine Literaturstelle Bezug nimmt: »Der Himmel sternt sich aus, ist ausgesternt.« Daneben führt Sanders besternen und bestirnen auf.

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Herkunft von ausmerzen

[F] Woher stammt das Wort ausmerzen? Hat es etwas mit dem Monatsnamen März zu tun?

[A] Nicht immer ist es möglich, die Herkunft bestimmter Begriffe eindeutig zu ermitteln. So verhält es sich auch mit dem Ausdruck ausmerzen.

Es lassen sich jedoch einige Belege finden, die darauf hindeuten, dass es sich hierbei um ein altes landwirtschaftliches Wort handelt, welches bis ins 18. Jh. ausschließlich im Zusammenhang mit der Schafzucht gebraucht wurde (u. a. L. Röhrich: Das große Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, Freiburg 1991).

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Bedeutung von Apps

[F] Allerorten wird Werbung für Apps gemacht. Es hat wohl etwas mit Mobilfunk zu tun? Was genau soll das sein, für was steht der Begriff?

[A] Mit den so genannten Smartphones (engl. smart = ›klug‹), also besonders funktionalen Mobiltelefonen, lässt sich natürlich auch immer noch telefonieren. Tatsächlich hält man aber einen kleinen, portablen Computer in der Hand, dessen Einsatzmöglichkeiten im Vergleich zu einem herkömmlichen Handy ungeheuer erweitert sind.

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Herkunft von anno

[F] In den gängigen Wörterbüchern der deutschen Sprache werden anno dazumal, anno dunnemals und anno Tobak als feste, scherzhafte Wendungen in der Bedeutung ›alte [längst überholte] Zeit; in, aus alter [längst überholter] Zeit‹ verzeichnet. Ich vermisse in diesem Zusammenhang die Wendung anno tuck/anno Tuck und frage mich, wie diese entstanden sein könnte.

[A] Die Redewendung anno tuck ist in der gängigen Literatur zur Phraseologie nicht verzeichnet. Wahrscheinlich handelt es sich hierbei um eine regional gebräuchliche Redewendung.

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Konjugation von anfechten

[F] In unserer Zeitung stand die Überschrift »… fechtet die Wahl an«, und ein Leser schrieb uns kritisch hierzu und mahnte die richtige Form ficht an, nicht fechtet. Was ist Ihre Meinung dazu? Hat die Redaktion einen Fehler gemacht?

[A] Manche Verben erleben im Laufe der Zeit eine Vereinfachung in der grammatischen Abwandlung, der Konjugation. Das Verb fechten unterliegt an sich traditionell dem sog. e/i-Wechsel, das heißt, man sagt ich gebe, wir geben, aber du gibst, er, sie, es gibt oder eben ich fechte, wir fechten, aber du fichtst, er, sie ficht, vgl. die Redensart Das ficht mich nicht an.

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Das Verb tebartzen

[F] Ich habe in Bezug auf die aktuelle Debatte um den Bischof Tebartz-van Elst das Wort tebartzen gelesen. Gibt es das?

[A] Sie haben Recht, dass in letzter Zeit das Verb tebartzen vor allem im Internet in Blogs und auf Plattformen wie Facebook und Twitter kursiert.

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Geschlechtsspezifizität von landsmannschaftlich

[F] Da es meiner Meinung nach eine geschlechtergerechte Fassung des Grundgesetzes (GG) geben sollte, bin ich dabei, eine solche auszuarbeiten: Die Wendung »landsmannschaftliche Verbundenheit« in Artikel 29 Absatz 1 Satz 2 GG möchte ich ersetzen durch »Verbundenheit der Vertriebenenverbände«, »ihre besonderen landsmannschaftlichen Verhältnisse« in Artikel 36 Absatz 2 GG durch »ihre besonderen landesmenschenschaftlichen Verhältnisse«. Was halten Sie davon?

[A] Bei Ihrem Vorschlag für Artikel 29 Absatz 1 Satz 2 GG müssen Sie die Bedeutung von landsmannschaftlich an dieser Stelle und den Kontext – es geht um die Neugliederung des Bundesgebietes – berücksichtigen.

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Bedeutung von Fischbein

[F] Neulich las ich in einem Text das Wort Fischbein und kann mir nichts darunter vorstellen, denn im Unterricht sind mir Beine nur bei Menschen, Säugetieren und Möbelstücken zum Beispiel begegnet.

[A] Fischbeine werden aus den großen, hornfaserigen Platten im Oberkiefer der Bartenwale (Buckelwal, Grönlandwal u. a.) gewonnen.

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