Fragen und Antworten

Tagtäglich erreichen uns zahlreiche und vielfältige Anfragen zu Zweifelsfällen der deutschen Sprache. Eine Auswahl der interessantesten Fragen beantworten wir regelmäßig in unserer Zeitschrift Der Sprachdienst unter der Rubrik »Fragen und Antworten«.

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Abkürzungen | Anglizismen | Aussprache | Bedeutung | Dialekte | Flexion/Beugung | Fremdwörter | Genus | Getrennt- und Zusammenschreibung | Grammatik | Groß- und Kleinschreibung | Herkunft | Kasus | Konjunktiv | Literatur/Zitate | Namen | Plural | Pragmatik | Rechtschreibung | Redewendungen | Satzbau | Schrift | Sonstiges | Stil | Tempus | Vornamen | Wortbildung | Wortschatz | Zeichensetzung | Ziffern und Zahlen

Warum heißt es eigentlich Trinkgeld?

[F] Woher kommt eigentlich der Ausdruck Trinkgeld? Was genau hat er mit trinken zu tun? Warum heißt es nicht anders, denn es handelt sich doch um eine Zulage zur Bezahlung, eine Art Dankeschön für die in Anspruch genommenen Dienste?

[A] Trinkgeld ist im Deutschen schon seit dem 14. Jahrhundert bekannt. Früher gab es auch die Varianten Trankgeld, Trunkgeld, außerdem kursierten zeitweise Botengeld bzw. Bade– und Biergeld.

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Der Kartoffelpuffer und seine mundartlichen Bezeichnungen

[F] Warum heißt es eigentlich Kartoffelpuffer? Welche anderen Begriffe werden dafür in Deutschland verwendet?

[A] Ob süß oder deftig, mit Apfelmus, Schwarzbrot oder Sauerkraut, in allen Teilen Deutschlands werden Kartoffelpuffer gern gegessen. So vielfältig wie die Zubereitungsweisen sind auch die Bezeichnungen für die leckere Spezialität. Die Herleitung des Begriffs Kartoffelpuffer scheint dagegen relativ eindeutig:

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Was bedeutet in der Wolle gefärbt?

[F] Woher stammt das Sprichwort in der Wolle gefärbt, wie lange kennt man es schon und was bedeutet es genau?

[A] Es ist immer relativ schwierig, Sprichwörter zu datieren. Literarische Überlieferungen sind dabei von größter Wichtigkeit, um das Vorkommen von Sprichwörtern zu belegen. Das Sprichwort in der Wolle gefärbt lässt sich durch ebensolche Belege bereits auf das 16. Jahrhundert zurückführen.

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Ist trotzdessen grammatikalisch korrekt?

[F] Das Wörtchen trotzdem ist ja sattsam bekannt. Kann man aber die Variante trotzdessen verwenden? Immerhin wird auch die Präposition trotz zumeist mit dem Genitiv verbunden: trotz des Regens.

[A] Bei der kürzeren Wortform trotz, die als Präposition auftritt, hat sich seit langem der Dativ durchgesetzt, obwohl hier vielfach auch der Genitiv vorkommt, doch trotzdem ist sicherlich die zu bevorzugende Version und allgemein üblich; trotzdessen kann nur als seltene Nebenform und randständige Variante bewertet werden.

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Der Buchstabe ‹V› und seine Berechtigung in der deutschen Sprache

[F] Ein koreanischer Freund wollte wissen, was der Unterschied zwischen ‹V› und ‹F› sei. Nun frage ich mich, ob der Buchstabe ‹V› überhaupt eine Berechtigung in der deutschen Sprache hat. Oder gibt es Fälle, in denen er weder durch ein ‹W› noch durch ein ‹F› ersetzt werden kann?

[A] Um Ihre Frage zu beantworten, holen wir zunächst ein wenig weiter aus. Das ‹V› ist nach moderner Zählweise der 23. Buchstabe unseres Alphabets und wurde ursprünglich aus dem griechischen Alphabet entlehnt.

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Kommasetzung bei Infinitivgruppen mit zu

[F] Wie verhält es sich mit der Kommasetzung beim erweiterten Infinitiv? Zum Beispiel: Ich versuche(,) morgen pünktlich zu sein. Ich habe damit wie bei der Kommasetzung im Zusammenhang mit Infinitiven insgesamt immer Schwierigkeiten.

[A] Das ist verständlich, denn hierbei gab es in den Phasen der Rechtschreibreform (etwa auf den Stufen 1996, 2004 und 2006) unterschiedliche Regeln, was die Unsicherheit in der Kommasetzung zweifellos vergrößerte.

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Seit wann heißen die Olympischen Spiele Olympiade?

[F] Allgemein wird ja heute Olympiade im Sinne von ›Olympische Spiele‹ gebraucht, doch eigentlich ist dies doch falsch, insofern das Wort einen Zeitraum von vier Jahren bezeichnet, vgl. Dekade ›zehn Jahre‹. Seit wann gibt es denn diesen Wortgebrauch?

[A] In früheren Jahrhunderten war Olympiade im Sinne ›Zeitraum von vier Jahren‹ allgemein geläufig, jedenfalls in der Bildungssprache, und man verstand den Ausdruck als Zeitrechnung und begriff darunter also auch bestimmte Jahre.

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Woher stammt die Bezeichnung Fleischwolf?

[F] Neulich wurde ich gefragt, ob eine Firma mit dem Eigennamen Wolf(f) etwas mit dem Fleischwolf zu tun hätte. Weiß man, wie diese Bezeichnung entstanden ist?

[A] Zuerst möchten wir Ihrer Vermutung zustimmen, dass es sich hierbei nach unserem Kenntnisstand nicht um die (geschützte) Bezeichnung eines Herstellers namens Wolf oder gar Fleischwolf bzw. um die Ableitung von einem entsprechenden Firmennamen handelt, wie das ja bei Tempo, Twitter oder Xerox durchaus der Fall ist.

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Woher stammt der Ausdruck bescheuert?

[F] Welche Erklärung haben Sie für den Ausdruck, der ja doch recht oft zu hören ist: jemand sei bescheuert? Was hat er mit scheuern zu tun, denn wenn etwas gescheuert ist, ist es doch sauber und hübsch?

[A] Das Adjektiv bescheuert ist offenbar vom Verb scheuern abzuleiten, in der Weise, wie sie vom Deutschen Universalwörterbuch A–Z (Dudenverlag 2007) kurz dargestellt wird: scheuern konnte bzw. kann auch die Bedeutung ›prügeln‹ haben, das heißt: »jemanden so lange prügeln, bis er den Verstand verloren hat (salopp)«.

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